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	<title>Musik &#8211; Jens Jürgen Korff</title>
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	<description>Historiker, Texter, Autor, Wanderer</description>
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	<title>Musik &#8211; Jens Jürgen Korff</title>
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		<title>Erinnerung an die Bardin und Kämpferin Fasia Jansen in Oberhausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2025 20:37:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 3. Juni 2025 wurde in Oberhausen der erste FrauenOrt der Stadt feierlich eröffnet – gewidmet der Musikerin, Aktivistin und Antifaschistin Fasia Jansen. Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel fand an der Kulturfabrik K14 statt, wo sie vor Jahrzehnten selber wirkte und wo ab sofort eine Infotafel an das Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Frau erinnert. &#8230; <a href="https://jejko.de/erinnerung-an-die-bardin-und-kaempferin-fasia-jansen-in-oberhausen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Erinnerung an die Bardin und Kämpferin Fasia Jansen in Oberhausen“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Am 3. Juni 2025 wurde in Oberhausen der erste FrauenOrt der Stadt feierlich eröffnet – gewidmet der Musikerin, Aktivistin und Antifaschistin Fasia Jansen. Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel fand an der Kulturfabrik K14 statt, wo sie vor Jahrzehnten selber wirkte und wo ab sofort eine Infotafel an das Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Frau erinnert. Auf dem Foto zeigen sich von links: Dr. Sabine Meder, Kerstin Thust, Tamara Hengstermann, Martina Franzke, Claudia Butta, Monika Willimzig.</p>



<span id="more-1548"></span>



<p>Fasia Jansen wurde als Schwarze Deutsche in Hamburg geboren und war als Jugendliche Opfer des Naziegimes, wurde zwangsweise medizinisch behandelt und zur Arbeit in einer Außenlagerküche des KZ Neuengamme verpflichtet. Sie überlebte nur knapp – doch eine Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes blieb ihr in der BRD zeitlebens verwehrt. Dennoch entwickelte Fasia Jansen eine beeindruckende künstlerische und politische Kraft. Sie begann, Lieder des Widerstands zu schreiben – zunächst für die Ostermärsche der Friedensbewegung. Bekannt wurde das mitreißende Lied »Verbrannte Erde«: <em>„Feuer! Vorsicht, man legt Feuer! / Ein Atomminengürtel wird geplant. / Geht auf die Straße und ruft alle: Feuer! / Feuer! Unsre Erde wird verbrannt!“</em></p>



<p>Sie wurde bundesweit bekannt für ihre Auftritte bei Streiks, Demonstrationen und politischen Aktionen. Ihr Engagement galt dem Frieden, der Menschenwürde, der Gleichstellung und dem Kampf gegen Faschismus. Der Musiker Michael Zachcial ließ mit Stimme und Ukulele ihre Skiffle-Version des Bob-Dylan-Songs „Blowin‘ in the wind“ erklingen und ihre deutsche Umdichtung von Pete Seegers Kampflied „We Shall Not Be Moved“: „Keiner, ja, keiner schiebt uns weg! / So wie ein Baum beständig steht am Wasser: / Keiner schiebt uns weg!“ Später auf der Straße intonierten die anwesenden »Omas gegen Rechts« die aktuelle Umdichtung: „Keiner, ja, keiner wählt hier rechts!“ Fasias widerständiger Geist lebt.</p>



<p>Für ihr Wirken wurde sie 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – stellvertretend für die gesamte Friedensbewegung – und 1997 mit der Ehrennadel der Stadt Oberhausen. Im vergangenen Jahr haben die <a href="https://muelheim-essen-oberhausen.dgb.de/themen/++co++3002afe6-15d5-11e1-6a7f-00188b4dc422">DGB-Frauen Mülheim-Essen-Oberhausen</a> den Antrag gestellt, sie im Rahmen des Projekts <a href="https://www.frauenorte-nrw.de/">FrauenOrte NRW</a> zu ehren, das der <a href="https://www.frauenrat-nrw.de/">FrauenRat NRW</a> betreibt. Die Freude war groß, dass Fasia in den Kreis der 57 dort geehrten Frauenpersönlichkeiten aufgenommen wird. DGB-Frau Tamara Hengstermann erinnert sich:</p>



<p>„Wir haben uns riesig gefreut, dass unser Vorschlag ausgewählt wurde. Fasia Jansen hat uns als Gewerkschaftsfrauen tief geprägt – viele erinnern sich noch lebhaft an ihre Auftritte bei Streiks und Demos. Es ist eine große Ehre, dass sie nun diese verdiente Würdigung erhält.“</p>



<p>Die <a href="https://www.fasia-jansen-stiftung-ev.de/">Fasia-Jansen-Stiftung</a> und die <a href="https://fasiajansengesamtschule.de/">Fasia-Jansen-Gesamtschule</a> wurden als Kooperationspartner gewonnen. In enger Zusammenarbeit entstanden über mehrere Monate hinweg Materialien und das Programm zur feierlichen Eröffnung am 3. Juni. Ulli Langenbrick führte elegant durch den Abend, es sprachen unter anderem Monika Willimzig vom FrauenRat NRW, Bürgermeister Werner Nakot sowie Vertreterinnen und Vertreter der drei Träger-Organisationen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2025/06/Tanz-Schuelerinnen-Fasia-Jansen-Gesamtschule-k.jpg" alt="" class="wp-image-1552" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2025/06/Tanz-Schuelerinnen-Fasia-Jansen-Gesamtschule-k.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2025/06/Tanz-Schuelerinnen-Fasia-Jansen-Gesamtschule-k-300x200.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2025/06/Tanz-Schuelerinnen-Fasia-Jansen-Gesamtschule-k-150x100.jpg 150w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2025/06/Tanz-Schuelerinnen-Fasia-Jansen-Gesamtschule-k-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></figure>



<p>Schülerinnen der Afrobeat-Tanz-AG der Fasia-Jansen-Gesamtschule tanzten zur Eröffnung auf. Der Rapper Efdal Nas beeindruckte das Publikum tief mit seinem eigens komponierten „Fasia Rap“, der es schafft, zentrale Fragen, die Fasias Leben in Deutschland bestimmten, in die heutige Zeit zu übersetzen. Die neue Gedenktafel am K14 lässt ein Ort der Erinnerung und der Inspiration für alle entstehen.</p>



<p>Ein <a href="https://fasia-jansen-festival.de">Fasia-Jansen-Festival in Oberhausen</a> begleitete das Ereignis. </p>
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		<title>Anarchismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Dec 2024 18:02:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Korffs gekräuselte Chronik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Dichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich habe es ja mehr mit Marx und Engels gehalten als mit Bakunin, und bis heute finde ich, dass der Staat &#8211; genauer: die Demokratie &#8211; eigentlich eine ziemlich gute Idee ist. Anarchisten sehen das anders. Sie sind im Schnitt lustiger und vielleicht sogar sympathischer als Marxistinnen. Eine der smpathischsten Begegnungen mit Anarchisten war die &#8230; <a href="https://jejko.de/anarchismus/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Anarchismus“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Ich habe es ja mehr mit Marx und Engels gehalten als mit Bakunin, und bis heute finde ich, dass der Staat &#8211; genauer: die Demokratie &#8211; eigentlich eine ziemlich gute Idee ist. Anarchisten sehen das anders. Sie sind im Schnitt lustiger und vielleicht sogar sympathischer als Marxistinnen. Eine der smpathischsten Begegnungen mit Anarchisten war die mit der Berliner Truppe »<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_3_Tornados">Die 3 Tornados</a>«, die ich 1981 bei einem Konzert in #<a href="https://jejko.de/aachen/" data-type="post" data-id="4">Aachen</a> live erlebt habe. Sie hießen bürgerlich Arnulf Rating (*1951), Günter Thews (1945-1993) und Hans-Jochen Krank (*1948). Krank schied 1981 aus und wurde von Holger Klotzbach (*1946) abgelöst.  Ende 1980 habe ich bei der letzten Folge des WDR-2-Jugendmagazins »<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radiothek">Radiothek</a>« ihrem legendären »Krippenspiel« gelauscht, bei dem Josef und Maria über vorehelichen Sex und eine seltsame Schwangerschaft diskutieren. Damit hatten sie, nach einer Intervention der katholischen Kirche, beim WDR Auftrittsverbot. Der Auftritt am 30.12.1980 löste ein Strafverfahren wegen „Beschimpfung religiöser oder weltanschaulicher Bekenntnisse oder der Kirche“ (§ 166 StGB) aus. 1983 wurden die drei Lästermäuler freigesprochen. </p>



<span id="more-1383"></span>



<p>Um ihrer zu gedenken, zitiere ich hier den 1977 oder 1978 entstandenen Text ihrer Parodie auf das berüchtigte Fleiß- und Fahrtenlied <strong>»Wer nur den lieben langen Tag</strong>«:</p>



<p><em>Wer nur den lieben langen Tag <br>mit viel Plag und viel Arbeit <br>Vertändelt, wer das mag, der gehört nicht zu uns. <br>Wir stehn des Morgens später auf <br>Und dann sind wir tierisch drauf, <br>Sind wir nach volltaner Tat, nach dem Attentat <br>Spontan, unberechenbar, eine fröhliche Schar. </em></p>



<p><em>Wir gehn nicht auf den langen Marsch <br>in den Arsch der Gesellschaft <br>Wir machen unser Glück und wir schlagen zurück. <br>Festnageln lassen wir uns nie. <br>Wir wollen Chaos, Anarchie. <br>Wir schreien: Kampf dem Kapital! Wie ist scheißegal. <br>Wir sind unberechenbar, eine fröhliche Schar.</em></p>



<p>Foto: LP »Totalschaden« der 3 Tornados. Verlag Pläne 1985</p>
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		<title>Wie Heino, Rammstein, Boxen und Sonnenkult zusammenpassen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2014 15:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Korffs gekräuselte Chronik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim schwarz-rot-feurigen Kombi-Auftritt in Wacken fand zusammen, was zusammengehört: Zunächst konnte man über die geniale Idee des meistparodierten deutschen Barden und die beleidigten Reaktionen schmunzeln: Enzian-Heino, die 74jährige Sonnenbrille der Nation, hatte sich erlaubt, in seinem Album »Mit freundlichen Grüßen« zurückzuschlagen und Stücke der Rock- und Hip-Hop-Bands »Die Ärzte«, »Rammstein« und »Die Fantastischen Vier« zu covern. &#8230; <a href="https://jejko.de/wie-heino-rammstein-boxen-und-sonnenkult-zusammenpassen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Wie Heino, Rammstein, Boxen und Sonnenkult zusammenpassen“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Beim schwarz-rot-feurigen Kombi-Auftritt in Wacken fand zusammen, was zusammengehört: Zunächst konnte man über die geniale Idee des meistparodierten deutschen Barden und die beleidigten Reaktionen schmunzeln: Enzian-Heino, die 74jährige Sonnenbrille der Nation, hatte sich erlaubt, in seinem Album »Mit freundlichen Grüßen« zurückzuschlagen und Stücke der Rock- und Hip-Hop-Bands »Die Ärzte«, »Rammstein« und »Die Fantastischen Vier« zu covern. Daraus wurde im August ein gemeinsamer Auftritt von Heino und Rammstein auf dem Metal-Rock-Festival in Wacken (Schleswig-Holstein). Zeit, sich genauer anzuhören, was die Herren da eigentlich gesungen haben: eine merkwürdige Mischung aus Boxrhythmus und Sonnenkult. Jens Jürgen Korff löst das Rätsel mit Hilfe des Philologen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Klemperer">Victor Klemperer</a>. Dabei kann <a href="http://jejko.de/tag/frieden/">Friedens­freunden</a> das Lachen vergehen.</p>



<span id="more-1178"></span>



<p>Heino trat im roten Mantel auf, die Rammsteiner im üblichen schwarzen Zeug, behängt mit allerlei Metallteilen. Dazwischen stiegen aus Bühnendüsen Feuerfontänen auf. <a href="http://jejko.de/tag/musik/">Man sang</a> gemeinsam ein Rammstein-Lied namens »Sonne«. Textprobe:</p>



<p><em>Die Sonne scheint mir aus den Händen / kann verbrennen, kann euch blenden / wenn sie aus den Fäusten bricht / legt sich heiß auf das Gesicht / sie wird heute Nacht nicht untergehen / und die Welt zählt laut bis zehn.</em></p>



<p>Das Lied simuliert einen Boxkampf; die Zahlen des Refrains zählen den zu Boden gegangenen Boxer aus. Die Kombination von Boxen und Sonne scheint ähnlich absurd zu sein wie die Kombination von Heino und Rammstein. Ist sie aber nicht. Ein Blick in Victor Klemperers <a href="http://jejko.de/tag/kultur/">philologischen</a> Klassiker »<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LTI_%E2%80%93_Notizbuch_eines_Philologen">LTI</a>« aus dem Jahre 1947 löst das Rätsel. In diesem »Notizbuch eines Philologen« hatte Klemperer, der als Jude von den Nazis erst entlassen und dann verfolgt wurde, nicht emigrierte und mit viel Glück in Dresden Terror und Krieg überlebte, Betrachtungen über die »Sprache des Dritten Reiches« angestellt. Um die Notizen vor der Gestapo zu verstecken, verwendete er als Titel die lateinische Abkürzung LTI – für Lingua Tertii Imperii. Dort finden wir ein Kapitel XXII mit dem Titel »Sonnige Weltanschauung« und ein Kapitel XXXII mit dem Titel »Boxen«.</p>



<p>Klemperer fiel auf, dass in der <a href="http://jejko.de/tag/geschichte/">Nazizeit</a> die modischen Darstellungen blonder, blauäugiger Jungen und Mädchen sehr häufig, schon fast stereotyp mit dem Attribut »sonnig« versehen wurden. Das hing mit dem angeblich germanischen Sonnenkult der antichristlichen Nazis zusammen – auch das Hakenkreuz gilt ja als ein (altasiatisches) Sonnensymbol. Klemperer stieß aber auch auf einen Hinweis auf eine ganz andere Quelle: ein amerikanischer Spielfilm namens »Sonny Boy«, der um 1930 auch in Deutschland populär war. Die deutschen Zuschauer übersetzten das Wort »sonny« einfach mit »sonnig«, obwohl es im Englischen gar nichts mit sun (Sonne) zu tun hat, sondern von son (Sohn) abgeleitet wird.</p>



<p>Hitler und vor allem Goebbels liebten nicht nur den Sportpalast, sie liebten es auch, ihre Reden mit <a href="http://jejko.de/tag/sport/">Sportmetaphern</a> zu schmücken. Meist griffen sie zu Gleichnissen aus dem Fußball, dem Radsport, dem Laufen oder dem Boxen. Schon der Titel von Hitlers Buch hätte zu einer Autobiographie von Max Schmeling gepasst. Der Kunstmaler, der 1919 »beschloss, Politiker zu werden«, inszenierte sein faschistisches Mördermanifest als Boxkampf: Ich, Adolf, trete an gegen die jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung. Klemperer stieß in dem Machwerk auf eine typische Stelle, in der Hitler die »Erziehungsgrundsätze des völkischen Staates« entwickelt und dabei ausführlich auf den Boxsport eingeht. Warum gerade Boxen? Hitler begründete es historisch: »Würde unsere gesamte geistige Oberschicht einst nicht so ausschließlich in vornehmen Anstandsregeln erzogen worden sein, hätte sie anstelle dessen durchgehends Boxen gelernt, so wäre eine deutsche Revolution von Zuhältern, Deserteuren und ähnlichem Gesindel niemals möglich gewesen.« Damit meinte er die Novemberrevolution von 1918, die ihn traumatisiert hatte – und schien wirklich zu glauben, dass man mit Faustschlägen die Weltgeschichte verändern könne.</p>



<p>Doktor Goebbels besaß die unfassliche Rohheit, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Stalingrad">Katastrophe von Stalingrad</a>, wo gerade Zehntausende auf Befehl ihrer Offiziere erfroren waren, in einer Rede »locker« zu nehmen und dazu rhetorisch Seilchen zu springen: »Wir wischen uns das Blut aus den Augen, damit wir klar sehen können, und geht es in die nächste Runde, dann stehen wir wieder fest auf den Beinen.« Nebenbei gewährte Joseph vom Totalen Krieg hier einen Einblick in seine Psyche: Die schlimmsten Mörder schaffen es offenbar, ihre apokalyptischen Untaten mit ihrem Menschsein zu vereinbaren, indem sie das alles als Spiel sehen. Sie tun so, als wären sie Kinder; als wäre ihre Grausamkeit die Grausamkeit eines bösen Buben, der eine Katze quält.</p>



<p>Da schließt sich der Kreis zu den finsteren Jungs von Rammstein, die sicher auch nur spielen wollen. Heino sowieso. Und wir Pazifisten und Antifaschisten sind hoffentlich die Spielverderber.</p>
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