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	<title>Literatur &#8211; Jens Jürgen Korff</title>
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	<description>Historiker, Texter, Autor, Wanderer</description>
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	<title>Literatur &#8211; Jens Jürgen Korff</title>
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		<title>Lexikon der Erzählungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Dec 2022 12:30:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Lexika]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Helden, Handlungen und Schauplätze von 500 Romanen, Erzählungen, Sagen, Dramen, Hörspielen und Balladen der Weltliteratur / Gesammelt von Jens Jürgen Korff Der Nutzen des Lexikons: Sie können damit In diesem Auszug sind erfasst: A-Z Abstieg: In *Berlin brachte sich das Mädchen Doris über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch &#8230; <a href="https://jejko.de/lexikon-der-erzaehlungen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Lexikon der Erzählungen“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Helden, Handlungen und Schauplätze von 500 Romanen, Erzählungen, Sagen, Dramen, Hörspielen und Balladen der Weltliteratur / Gesammelt von Jens Jürgen Korff</strong></p>



<span id="more-917"></span>



<p>Der Nutzen des Lexikons: Sie können damit</p>



<ol class="wp-block-list" type="1">
<li>Erzählungen anhand einzelner erinnerter Szenen wiederfinden,</li>



<li>Szenen aus Erzählungen zu einem gegebenen Thema finden, ähnlich wie bei der Bildersuche (z. B. zu Städten, Ländern, Berufen, Arbeitsplätzen, Lebensphasen, historischen Zeiten und Ereignissen, Charakterzügen, Prominenten, Gebrauchsgegenständen),</li>



<li>gute Beispiele für bestimmte Genres schnell auffinden (z. B. Entwicklungsroman, Reise­erzählung, Naturbeschreibung, Fabel, Märchen, Liebesgeschichte, Komödie, Tragödie, Ballade, Krimi, Happy End),</li>



<li>Zusammenfassungen bekannter Erzählungen lesen (offline und in gleich bleibender literari­scher Qualität, anders als bei Wikipedia); Bildungslücken effizient füllen.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">In diesem Auszug sind erfasst:</h3>



<ol class="wp-block-list" type="1">
<li>Aitmatow, Tschingis: Dshamilja. Erzählung, UdSSR 1958, dt. 1962 (*<a href="#wagen">Wagen</a>)</li>



<li>Böll, Heinrich: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen. Satire, BRD 1955 (*<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>)</li>



<li>Eco, Umberto: Der Name der Rose. Roman, Italien 1980 (*<a href="#kloster">Kloster</a>)</li>



<li>Ende, Michael: *<a href="#momo">Momo</a>. Roman, BRD 1973</li>



<li>Hauff, Wilhelm: Märchen. Die Geschichte vom *<a href="#kalif">Kalif</a> Storch. Deutschland 1825</li>



<li>Hoffmann, Ernst Theodor: Das Fräulein von Scuderi. Kriminalnovelle, Deutschland 1820 (*<a href="#juwelen">Juwelen</a>)</li>



<li>Keun, Irmgard: Das kunstseidene Mädchen. Tagebuchroman, Deutschland 1932 (*<a href="#berlin">Berlin</a>)</li>



<li>Mann, Heinrich: Professor Unrat. Roman, Deutschland 1905 (*<a href="#lehrer">Lehrer</a>)</li>



<li>Sophokles: *<a href="#oedipus">Ödipus</a> der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</li>



<li>Spyri, Johanna: *<a href="#heidi">Heidi</a>, 1. Bd.: Heidis Lehr- und Wanderjahre. Kinderroman, Schweiz 1880</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">A<a></a>-Z</h2>



<p><strong>Abstieg:</strong> In *<a href="#berlin">Berlin</a> brachte sich das Mädchen Doris über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch beobachtete sie ihren eigenen Abstieg in die Obdachlosigkeit und an den Rand der Prostitution. In der Silvesternacht entschloss sie sich, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen.</p>



<p><strong>Alm-Öhi,</strong> der Großvater von *<a href="#heidi">Heidi</a></p>



<p><strong>Antike: </strong>In der<strong> </strong>A. spielen u. a. die Geschichten von Troja und Odysseus (Homer, um 700 v. Chr.); Moses, Abraham, Josef und seinen Brüdern (Altes Testament, um 540 v. Chr.); *Antigone (Sophokles, um 350 v. Chr.); *<a href="#oedipus">Ödipus</a> (Sophokles, um 350 v. Chr.); Orpheus und Eurydike (Vergil, 29 v. Chr.); Jesus (Neues Testament, um 100); den *Nibelungen (Nibelungenlied, 12. Jhdt.); dem *Attentat (F. Schiller, 1797); den *Kranichen des Ibykus (F. Schiller, 1797); …<strong></strong></p>



<p><strong>Aristoteles:</strong> In der Bibliothek eines Cluniazenser-*<a href="#kloster">Klosters</a> in Norditalien war die einzige Abschrift des als verschollen geltenden zweiten Buches des A. zur Poetik versteckt, das von der Komödie handelt. Doch jeder, der unbefugt darin blätterte, starb den Gifttod.</p>



<p><strong>Aul: </strong>Der junge Kirgise Danijar, der als verwundeter Soldat in den Aul, das Kirgisendorf, gekommen war, die junge Kirgisin Dshamilja und der halbwüchsige Said, jüngerer Bruder von Dshamiljas Verlobtem, mussten im Zweiten Weltkrieg Kornsäcke aus dem Aul mit Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> zur Bahnstation transportieren.</p>



<p><strong>Aussetzen: </strong>Das Orakel von Delphi prophezeite Laios, dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Bagdad:</strong> *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid von Bagdad war guter Laune… Später verwandelte er sich in einen Storch.</p>



<p><strong>Bahnstation: </strong>Der junge Kirgise Danijar, der als verwundeter Soldat in den Aul, das Kirgisendorf, gekommen war, die junge Kirgisin Dshamilja und der halbwüchsige Said, jüngerer Bruder von Dshamiljas Verlobtem, mussten im Zweiten Weltkrieg Kornsäcke aus dem Aul mit Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> zur Bahnstation transportieren.</p>



<p><strong>Bauernmädchen:</strong> Der britische Franziskanermönch William von Baskerville und sein junger öster­reichischer Schüler, der Novize Adson von Melk, erreichten 1327 ein einsam in den Bergen gelegenes Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien. Adson begegnete eines Nachts einem B. aus dem Dorf, das gelegentlich auf geheimen Wegen ins Kloster kam, um beim Cellerar ihre weiblichen Reize gegen Nahrungsmittel einzutauschen; die beiden verbrachten eine rauschende Liebesnacht miteinander. Da es im Kloster Morde gegeben hatte, begann der Großinquisitor Bernard Gui mit Ermittlungen, konzentrierte sich aber auf einige ehemalige Mystiker und Ketzer, die im Kloster Zuflucht gefunden hatten, sowie auf das B., das er alsbald als Hexe „entlarvte“ und zum Tode verurteilte.</p>



<p><strong>Beppo&nbsp;Straßenkehrer:</strong> Der schweigsame, wunderliche B. St. und der quirlige, leichtfertige Gigi Fremdenführer waren die beiden liebsten Freunde des Mädchens *<a href="#momo">Momo</a>. Den grauen Herren gelang es, ihn von Momo zu trennen, indem sie ihn erpressten.</p>



<p><strong>B<a id="berlin"></a>erlin: 1)</strong> Das Mädchen Doris arbeitete in einer rheinischen Mittelstadt als Sekretärin bei einem Rechtsanwalt und träumte davon, ein Glanz (Filmstar) zu werden. Er entließ sie, als sie nicht mit ihm schlafen wollte. Sie wurde Schauspielschülerin und schaffte es durch einen Trick, eine Konkurrentin einzusperren und einmalig deren kleine Rolle auf der Bühne zu übernehmen, wo sie ihr Talent zeigte. Als die Sache aufflog und sie zudem einer Dame einen Feh (Pelz) gestohlen hatte, floh sie nach B. Dort brachte sie sich illegal über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch beobachtete sie ihren eigenen Abstieg in die Obdachlosigkeit und an den Rand der Prostitution. In der Silvesternacht entschloss sie sich, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen. Der Mann, der schüchterne Intellektuelle Ernst, der gerade von seiner Frau verlassen worden war, nahm sie aus Mitleid mit nach Hause und wollte gar nicht mit ihr schlafen. Sie blieb wochenlang bei ihm und fing sogar an, sich in den schwer zugänglichen Mann zu verlieben, doch eines Tages kehrte dessen Frau zurück. Deren ersten Brief hatte sie noch abgefangen, doch dann ging sie selbst zu der Frau, um ihr zu sagen, dass ihr Mann sie immer noch liebe. Sie ging fort und war wieder obdachlos. &amp;<em> Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen. Tagebuchroman, Deutschland 1932 –</em></p>



<p><strong>beten:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> erzählte ihrem Großvater, dem Alm-Öhi, vom Beten, wie sie es von der Frankfurter Großmama gelernt hatte, und las ihm die Geschichte vom verlorenen Sohn vor. Ein Volltreffer…</p>



<p><strong>Bibliothek:</strong> Anno 1327 wurden in einem Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien mehrere Mönche unter mysteriösen Umständen vergiftet. Der Franziskanermönch William von Baskerville verfolgte bei der Aufklärung eine Spur, die auf die B. des Klosters hindeutete. Diese war berühmt, weil sie viele äußerst seltene Abschriften von Werken antiker Autoren enthielt. Nur der Bibliothekar und sein Gehilfe hatten Zugang zum Magazin der B. und wussten, wie man die Bücher dort fand. Eines Nachts drangen William und sein Schüler Adson in die Bibliothek ein und entschlüsselten das Geheimnis ihres Labyrinths.</p>



<p><strong>Bilderbücher:</strong> Als Herr Sesemann wieder abgereist war, kam seine Mutter zu Besuch, Klaras Großmama. Die gewann *<a href="#heidi">Heidi</a> lieb und schaffte es, mit Hilfe von B.n &nbsp;Heidis Widerstand gegen das Lesenlernen zu überwinden.</p>



<p><strong>Blauer&nbsp;Engel:</strong> Der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat machte sich daran, eine Schauspielerin dingfest zu machen, für die sein Schüler Lohmann eine Hymne gedichtet hatte. Auf diese Weise wollte er Lohmann fertig machen. Er fand sie schließlich in einem Tingeltangel namens „Blauer Engel“. Doch bald erlag Raat selber dem Charme der Dame und verliebte sich in sie.</p>



<p><strong>blinde&nbsp;Großmutter:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> besuchte fast täglich die b. G. des Geißenpeter in ihrem baufälligen Haus.</p>



<p><strong>blinder&nbsp;Mönch:</strong> Der b. M. Jorge von Burgos war die graue Eminenz eines Clunia­zenser-*<a href="#kloster">Klosters</a> in Norditalien und seiner berühmten Bibliothek. Um eine Mordserie unter den Mönchen aufzuklären, drangen der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Schüler Adson in die Bibliothek ein. Dort wartete Jorge auf sie, auf dem Tisch das geheimnisvolle Buch: das verschollene zweite Buch des Aristo­teles zur Poetik, das von der Komödie handelt. William rührte es nicht an, da er bereits erraten hatte, dass die Buchseiten vergiftet waren und alle, die darin geblättert hatten, gestorben waren. Jorge bekannte sich zu den Morden; die Schrift des Aristoteles sei so antichristlich, dass unbefugte Leser nur durch physisches Gift vor dem geistigen Gift des Buches geschützt werden könnten.</p>



<p><strong>Buch:</strong> – <strong>2)</strong> Anno 1327 wurden in einem Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien mehrere Mönche unter mysteriösen Umständen vergiftet. Dem Franziskanermönch William von Baskerville und seinem Schüler Adson von Melk gelang es, die Mordserie aufzuklären. Die Tatwaffe war ein geheimnisvolles Buch, dessen Seiten vergiftet waren. &amp; <em>Umberto Eco: Der Name der Rose (Il nome della rosa), Roman, Italien 1980 (dt. 1982 v. Burkhart Kroeber) – Verfilmt v. Jean-Jaques Annaud, BRD/Frankreich/Italien 1986</em></p>



<p><strong>Bur-Malottke: </strong>Der berühmte Professor Bur-Malottke wollte einen seiner schwülstigen&nbsp; *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Vorträge überarbeiten lassen, weil darin das Wort »Gott« vorkam. Der Rundfunk­redakteur Dr. Murke bekam die unangenehme Aufgabe, das zu organisieren.<strong></strong></p>



<p><strong>Chasid: </strong>*<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid von Bagdad war guter Laune… Später verwandelte er sich in einen Storch.</p>



<p><strong>Danijar: </strong>Auf einem<strong> </strong>Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe…</p>



<p><strong>Delphi: </strong>Das Orakel von D. prophezeite Laios, dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Dete, </strong>die Base und Ziehmutter von *<a href="#heidi">Heidi</a></p>



<p><strong>Diener:</strong> –<strong>2)</strong> Der D. Sebastian in Frankfurt war *<a href="#heidi">Heidi</a> zugetan und amüsierte sich über ihre Einfälle.</p>



<p><strong>Doktor:</strong> <em>1) Doktor Murkes gesammeltes Schweigen. Satire v. Heinrich Böll, BRD 1955 </em>(*<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>) – <em>2) Doktor Schiwago. Roman v. Boris Pasternak, UdSSR 1957 </em>(*<a href="#bürgerkrieg">Bürgerkrieg</a>)</p>



<p><strong>Dose:</strong> In einer Schublade des Krämers entdeckte *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid eine Dose mit einem geheimnisvollen schwarzen Pulver und ein Pergament mit einer fremdartigen Schrift. Er kaufte auch diese Dinge und ließ einen Gelehrten kommen, um die fremde Schrift zu entziffern…</p>



<p><strong>Dshamilja: </strong>Auf einem<strong> </strong>Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe…</p>



<p><strong>einladen:</strong> In *<a href="#berlin">Berlin</a> brachte sich das Mädchen Doris illegal über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch beobachtete sie ihren eigenen Abstieg in die Obdachlosigkeit und an den Rand der Prostitution. In der Silvesternacht entschloss sie sich, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu verschaffen.</p>



<p><strong>E<a id="eule"></a>ule:</strong> Auf dem Weg nach Mekka machten der in einen Storch verwandelte *<a href="#kalif">Kalif</a> und sein Großwesir in der Ruine eines alten Palastes Rast. Dort trafen sie eine weinende Eule, die ihre Sprache sprach und sich als verzauberte indische Prinzessin vorstellte. Der Kalif musste ihr später einen Heiratsantrag machen, um eine wichtige Information zu bekommen.</p>



<p><strong>Feh:</strong> Das Mädchen Doris wurde Schauspielschülerin und schaffte es durch einen Trick, eine Konkurrentin einzusperren und einmalig deren kleine Rolle auf der Bühne zu übernehmen, wo sie ihr Talent zeigte. Als die Sache aufflog und sie zudem einer Dame einen Feh (Pelz) gestohlen hatte, floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Fernsehen:</strong> Gigi Fremdenführer war plötzlich berühmt geworden, trug seine Geschichten im F. vor, und da ihm keine neuen mehr einfielen, erzählte er auch die, die er nur für das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> gedichtet hatte, und begann schließlich, alle Geschichten ein zweites Mal zu erzählen, wobei er alle Selbstachtung verlor.</p>



<p><strong>Filmstar:</strong> Das Mädchen Doris arbeitete in einer rheinischen Mittelstadt als Sekretärin bei einem Rechtsanwalt und träumte davon, ein Glanz (Star) zu werden. Er entließ sie, als sie nicht mit ihm schlafen wollte. Später floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Frankfurt: </strong>Anderntags kam überraschend *<a href="#heidi">Heidis</a> Tante Dete wieder zum Alm-Öhi und nahm Heidi mit sich nach Frankfurt. Der Alm-Öhi und die Großmutter blieben verbittert und verzweifelt zurück. Dete hatte in F. die reiche Familie Sesemann kennen gelernt. Klara, die zwölfjährige Tochter des Geschäftsmannes Sesemann, saß gelähmt im Rollstuhl und wünschte sich eine Spielgefährtin. Dete vermittelte H. in das Haus Sesemann. Doch Heidi wurde dort vor Heimweh mondsüchtig.<strong></strong></p>



<p><strong>Franziskaner:</strong> Der britische Franziskanermönch William von Baskerville und sein junger öster­reichischer Schüler, der Novize Adson von Melk, erreichten 1327 ein einsam in den Bergen gelegenes Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien. William sollte dort ein Streitgespräch zwischen dem Franziskanergeneral Michael von Cesena und einer Delegation des Papstes vorbereiten.</p>



<p><strong>Fräulein:</strong> <em>Das Fräulein von Scuderi. Erzählung v. Ernst Th. Hoffmann </em>(*<a href="#juwelen">Juwelen</a>)</p>



<p><strong>Fremdenführer:</strong> Der schweigsame, wunderliche Beppo Straßenkehrer und der quirlige, leichtfertige Gigi F. waren die beiden liebsten Freunde des Mädchens *<a href="#momo">Momo</a>.</p>



<p><strong>Freunde:</strong> Das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> hatte viele F., weil es so gut zuhören konnte; ihre liebsten F. waren Beppo Straßenkehrer und Gigi Fremdenführer. Doch es gelang den grauen Herren, sie von ihren Freunden zu trennen.</p>



<p><strong>Fröhlich, </strong>Rosa, Schauspielerin im Tingeltangel „Blauer Engel“, in die sich zuerst der Schüler Lohmann, dann auch der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat, genannt Professor Unrat, verliebte</p>



<p><strong>Frühstück:</strong> Die Schildkröte Kassiopeia führte das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> sicher ins Nirgend-Haus zu Meister Hora, wo sie ein köstliches F. genoss: goldgelbe Brötchen mit goldgelbem Honig.</p>



<p><strong>Füße: </strong>Das Orakel von Delphi prophezeite Laios, dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Galanterie:</strong> Zur Zeit König Ludwigs XIV. beunruhigten mehrere Mordserien die Stadt Paris: Zuerst eine Reihe von Giftmorden; dann wurden regelmäßig Männer, die nachts unterwegs waren, um ihre Geliebte mit einem *<a href="#juwelen">Juwelen</a>-Geschenk zu überraschen, unterwegs überfallen, erstochen und ausgeraubt. Man vermutete eine Bande dahinter, und ein Sondertribunal, die Chambre ardente (Feurige Kammer), rief nach neuen Vollmachten. Der König zögerte jedoch. Man beschwor ihn, im Namen der Galanterie den verängstigten Kavalieren beizustehen. Als der König sie nach ihrer Meinung dazu fragte, erwiderte das Fräulein von Scuderi, eine alte Dichterin, bei Hofe: Ein Liebhaber, der die Diebe fürchte, sei der Liebe nicht würdig.</p>



<p><strong>Geißenpeter: </strong>Unterwegs trafen sie den G., der seine Geißenschar den Berg hinauf zur Alm hochtrieb. *<a href="#heidi">Heidi</a> folgte ihm auf eine Wiese und zog rasch ihre vielen Kleider, Röcke und Schuhe aus, um den Ziegen (Geißen) nachspringen zu können.</p>



<p><strong>Gericht: </strong>Gerichtsszenen kommen in zahllosen Erzählungen vor.<strong> 1) </strong>Die Schauspielerin Rosa Fröhlich verkehrte gelegentlich mit drei Schülern des *<a href="#lehrer">Lehrers</a> Professor Raat, genannt Unrat, und bei einer nächtlichen Eskapade dieser Art beschädigten die drei ein Hünengrab. Sie wurden erwischt und vor Gericht gestellt. Raat hielt als Zeuge vor Gericht eine flammende Philippika gegen seine „verkommenen“ Schüler und gegen deren Familien, mit der er sich in der Stadt unmöglich machte, zumal sein eigener Umgang mit Rosa Fröhlich bekannt war. Auch diese hatte einen Auftritt vor Gericht, der das Publikum ebenso beeindruckte wie erheiterte.</p>



<p><strong>Gift:</strong> <strong>2)</strong> Anno 1327 wurden in einem Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien mehrere Mönche unter mysteriösen Umständen vergiftet. Dem Franziskanermönch William von Baskerville und seinem Schüler Adson von Melk gelang es, die Mordserie aufzuklären. Die Tatwaffe war ein geheimnisvolles Buch, dessen Seiten vergiftet waren.</p>



<p><strong>Gigi&nbsp;Fremdenführer:</strong> Der schweigsame, wunderliche Beppo Straßenkehrer und der quirlige, leichtfertige G. F. waren die beiden liebsten Freunde des Mädchens *<a href="#momo">Momo</a>. Den grauen Herren gelang es, ihn von Momo zu trennen, indem sie ihn zu einem berühmten Fernsehstar werden ließen.</p>



<p><strong>Glanz:</strong> Das Mädchen Doris arbeitete in einer rheinischen Mittelstadt als Sekretärin bei einem Rechtsanwalt und träumte davon, ein Glanz (Star) zu werden. Er entließ sie, als sie nicht mit ihm schlafen wollte. Später floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>G<a></a>laskutsche:</strong> Das Fräulein von Scuderi fuhr mit einer G. über den Pont neuf in Paris. Im Gedränge näherte sich ein junger Mann der Kutsche und warf dem Fräulein einen Zettel zu. Die Haushälterin erkannte den Mann wieder, der einige Nächte zuvor ein geheimnisvolles Kästchen mit *<a href="#juwelen">Juwelen</a> gebracht hatte.</p>



<p><strong>Goldschmied:</strong> In der Nacht klopfte es am Tor des Fräuleins von Scuderi, und ein junger Mann begehrte heftig Einlass. Da die Haushälterin ihn nicht zu ihrer Herrin vorließ und draußen eine Wache erschien, übergab er ihr hastig ein Kästchen für das Fräulein und entfloh. In dem Kästchen befanden sich äußerst kostbare, perfekt gearbeitete *<a href="#juwelen">Juwelen</a>. Die Scuderi begab sich mit dem Schmuck zu ihrer Freundin bei Hofe, und die erkannte darin sofort ein Werk des berühmten G. Cardillac. Cardillac wurde gerufen, erschien und erkannte seine Juwelen, behauptete, sie seien ihm vor Kurzem gestohlen worden. Er bestand darauf, dass das Fräulein sie behalten solle, da er es hoch verehre. – Später stellte sich heraus, dass der G. regelmäßig seine Kunden nächtens überfallen, erstochen und ihnen die Juwelen wieder abgenommen hatte. Als er selbst an einer Stichwunde starb, kam sein Gehilfe Olivier in Verdacht, ihn im Auftrag einer Juwelenräuberbande ermordet zu haben.</p>



<p><strong>graue&nbsp;Herren:</strong> Die Menschen wurden immer gehetzter und un­freundlicher. Dahinter steckten die grauen Herren, die sich als Agenten der „Zeit-Spar-Kasse“ ausgaben und die Menschen dazu überredeten, Zeit für die Zukunft zu sparen. In Wirklichkeit stahlen sie diese Zeit und lebten davon, indem sie die Stunden-Blumen einfroren, trockneten und als Zigarren rauchten. Das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> konnte sie am Ende besiegen und die gestohlene Zeit befreien.</p>



<p><strong>Griechischstunden: </strong>Die Schauspielerin Rosa Fröhlich lebte mit dem ehemaligen *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat, genannt Unrat, zusammen. Sie versuchte immer wieder, selber eine Liebe für ihr »Unratchen« zu entwickeln, nahm sogar Griechischstunden bei ihm, aber sein destruktives Tyrannentum stieß sie ab.</p>



<p><strong>Großmama:</strong> Als Herr Sesemann wieder abgereist war, kam seine Mutter zu Besuch, Klaras Großmama. Die gewann *<a href="#heidi">Heidi</a> lieb und schaffte es, mit Hilfe von Bilderbüchern *Heidis Widerstand gegen das Lesenlernen zu überwinden.</p>



<p><strong>Großwesir:</strong> *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid von Bagdad war guter Laune, als der G. zu ihm kam. Dieser war traurig… Später verwandelten sich beide in Störche.</p>



<p><strong>Gymnasium:</strong> <strong>1)</strong> Der alte Latein-, Griechisch- und Deutsch-*<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat wurde von den meisten Schülern, Ex-Schülern und sogar von Kollegen »Unrat« genannt, da er sich immer aufregte, wenn er dieses Wort hinter seinem Rücken rufen hörte.</p>



<p><strong>Haushälterin:</strong> Das Haus Sesemann in Frankfurt, in das die achtjährige*<a href="#heidi">Heidi</a> gebracht wurde, wurde von einer schreckhaften H., Fräulein Rottenmeier, geführt.</p>



<p><strong>H<a id="heidi"></a>eidi:</strong> Dete, ein gut 20jähriges Mädchen, stieg mit dem fünfjährigen Mädchen H. von Mayenfeld hinauf zum Dörfli und von dort noch höher zum Alm-Öhi, der oben am Berg einsam in einer Sennhütte lebte. H. war ein Waisenkind, die Tochter von Detes Schwester Adelheid und Alm-Öhis Sohn Tobias, die beide gestorben waren, als H. ein Jahr alt war. Dete hatte das Bäslein vier Jahre lang groß gezogen und wollte es nun seinem Großvater übergeben, um eine Stellung in Frankfurt annehmen zu können. Unterwegs trafen sie den Geißenpeter, der seine Geißenschar den Berg hinauf zur Alm hochtrieb. H. folgte ihm auf eine Wiese und zog rasch ihre vielen Kleider, Röcke und Schuhe aus, um den Ziegen nachspringen zu können. Dete hatte ihr alle Kleider übereinander angezogen, um sie nicht schleppen zu müssen. Der Alm-Öhi lebte verbittert in Zwist mit der Dorfgemeinschaft, seit er seinen Hof verspielt hatte und sein Sohn bei einem Unfall umgekommen war. Barsch schickte er Dete weg, nahm die kleine Heidi aber, wenn auch zurückhaltend, auf. Diese fand sich sofort in seiner Hütte zurecht, machte sich auf dem Heuboden ein Bett aus Heu zurecht und genoss die frische Ziegenmilch und den gebratenen Ziegenkäse, den der Alm-Öhi ihr zubereitete. Anderntags stieg sie mit dem Geißenpeter hoch auf die Alm und half ihm, die Geißen (Ziegen) zu hüten, lernte auch schnell alle ihre Namen. Am liebsten hatte sie Schwänli und Bärli, die beiden Geißen des Großvaters. Peter schreckte plötzlich auf und rannte zum felsigen Abgrund der Weide, weil Distelfink, eine der Ziegen, abzustürzen drohte. H. lief hinterher und konnte Distelfink mit einer Handvoll Kräuter wieder zurücklocken. Einige Tage später besuchte H. Peters blinde Großmutter und seine Mutter Brigitte, die in einem baufälligen Häuschen unterhalb der Sennhütte lebten. Die alte Großmutter gewann die fröhliche H. sofort lieb und freute sich jeden Tag auf deren nächsten Besuch. H. überredete ihren Großvater, das Häuschen der Nachbarin zu reparieren, was er tat, ohne mit ihnen zu sprechen. So ging es jahrein, jahraus, bis H. acht Jahre alt wurde. Sie liebte das Leben auf der Alm und war kräftig und gesund. Eines Tages stieg der Pfarrer zu Alm-Öhi hinauf, sein früherer Nachbar, als dieser noch unten im Dörfli gewohnt hatte. Der Pfarrer versuchte, den Alm-Öhi zu überzeugen, dass er im kommenden Winter H. zur Schule schicken und selber wieder ins Dörfli hinunterziehen solle, doch der weigerte sich. Anderntags kam überraschend Dete wieder und nahm H. mit sich nach Frankfurt. Der Alm-Öhi und die Großmutter blieben verbittert und verzweifelt zurück. Dete hatte in Frankfurt die reiche Familie Sesemann kennen gelernt. Klara, die zwölfjährige Tochter des Geschäftsmannes Sesemann, saß gelähmt im Rollstuhl und wünschte sich eine Spielgefährtin. Dete vermittelte H. in das Haus Sesemann, das, da Herr Sesemann meist geschäftlich unterwegs war, von einer schreckhaften Haushälterin, Fräulein Rottenmeier, geführt wurde. Diese fühlte sich von Dete betrogen, als sie merkte, dass H. weder lesen konnte noch eine Ahnung von großbürgerlichen Manieren hatte. Doch Klara gewann die Gefährtin schnell lieb und genoss vor allem die Abwechslung, die diese ins Haus brachte. In der Tat mischte H. mit ihrer unbekümmerten, fröhlichen und direkten Art sofort den ganzen Haushalt auf. Der Diener Sebastian war ihr gleich zugetan. H. schaute mit seiner Hilfe aus allen Fenstern des Hauses heraus und sah überall nur Hauswände und weitere Fenster. Wo waren die Wiesen, die Bäume, die Berge geblieben? Sie lief davon und suchte mit Hilfe eines Straßenjungen einen Kirchturm auf, um einen Blick über die Stadt und das Tal hinweg werfen zu können. Beim Türmer entdeckte sie einen Wurf junger Kätzchen und durfte zwei davon gleich mitnehmen. Als sie ins Haus Sesemann zurückkehrte, war Fräulein Rottenmeier empört über ihren Ungehorsam, und als H. die miauenden Kätzchen freiließ, kriegte das Fräulein eine Panikattacke, worüber Sebastian, der alles vom Flur aus beobachtete, sich beinahe totlachte. Er versprach Klara und H., ein geheimes Nest für die Kätzchen zu bauen. Als Herr Sesemann aus Paris heimkehrte, beklagte sich Fräulein Rottenmeier bitter über H. und die schrecklichen Tiere, die sie ins Haus geschleppt hätte. Auch hielt sie H. für verrückt, weil sie immer wieder merkwürdige Geschichten über ihren Großvater, den Geißenpeter und dessen Großmutter erzählte. Doch Herr Sesemann befragte seine Tochter, und die legte ein gutes Wort für ihre Spielgefährtin ein. Als Herr Sesemann wieder abgereist war, kam seine Mutter zu Besuch, Klaras Großmama. Die gewann H. lieb und schaffte es, mit Hilfe von Bilderbüchern H.s Widerstand gegen das Lesenlernen zu überwinden. Plötzlich hatte der Kandidat, der täglich als Hauslehrer ins Haus kam, Erfolg mit seinen Bemühungen, und H. lernte in kurzer Zeit Lesen, um etwas über die schönen Geschichten in dem Buch erfahren und sie Klara vorlesen zu können. Doch H. wurde vor Heimweh immer unglücklicher und aß kaum noch etwas. Sie traute sich nicht, jemandem etwas über ihren Kummer zu erzählen. Großmama bemerkte ihren Kummer, und da H. auch ihr nichts über den Grund sagen wollte, ermunterte sie H., abends zu beten und Gott ihren Kummer zu erzählen, ihn auch um Hilfe zu bitten. Das half H. eine Weile, doch nach Großmamas Abreise wurde ihr Heimweh übermächtig. Plötzlich hieß es, es spuke im Hause. Jeden Morgen fand man die Haustür offen vor, so sehr man sie auch abends verriegelt hatte. Die Diener Sebastian und Johann legten sich nachts auf die Lauer, und Johann sah tatsächlich, wie ein weißes Gespenst die Treppe hinaufhuschte. Fräulein Rottenmeier schrieb Herrn Sesemann einen Brief, und dieser reiste an, um der Sache auf den Grund zu gehen. Er bezog zusammen mit einem alten Freund, dem Doktor Claasen, die Nachtwache, und die beiden entdeckten, dass H. nachts als Mondsüchtige (Schlafwandlerin) die Haustür öffnete. Der Arzt fand schnell den Grund heraus: H.s übermächtiges Heimweh, das sie jede Nacht von Alm-Öhis Sennhütte und vom Rauschen der Tannen hinter der Hütte träumen ließ. Er verordnete ihr die sofortige Heimreise auf die Alm. Herr Sesemann war vernünftig genug, um schon am nächsten Tag H.s Heimreise in die Wege zu leiten. Sebastian begleitete sie bis nach Mayenwald. Dort nahm der Bäcker sie auf seinem Wagen mit zum hinauf zum Dörfli, und sie stieg sofort zu Peters Großmutter hinauf, in banger Erwartung, ob sie sie noch lebend antreffen würde. Doch sie lebte noch und verging fast vor Freude über H.s Rückkehr. H. hatte ihr auch Weißbrot aus Frankfurt mitgebracht, weil die Alte das billige Schwarzbrot so schlecht vertrug. Dann stieg H. hinauf zum Alm-Öhi, der wie ehedem auf der Bank vor seiner Hütte saß und vor Freude zum ersten Mal seit vielen Jahren weinen musste. H. erzählte ihm vom Beten, wie sie es von der Frankfurter Großmama gelernt hatte, und las ihm die Geschichte vom verlorenen Sohn vor. Ein Volltreffer: In der Nacht stieg der Großvater immer wieder zu H.s Heubett hinauf, um nachzusehen, ob sie vielleicht wieder mondsüchtig würde – Herr Sesemann hatte ihn in einem Brief gewarnt. Doch er fand das Mädchen friedlich schlafend, und aus Dank rang er sich ein Gebet ab. Am folgenden Sonntag legte er seinen Sonntagsstaat an, den H. noch nie gesehen hatte, und ging mit H. ins Dörfli hinab in die Kirche, was dort großes Aufsehen erregte. Er besuchte seinen alten Nachbarn, den Pfarrer, und versprach ihm, im Winter Quartier im Dörfli zu nehmen und H. zur Schule gehen zu lassen. Alle waren froh, ihn wieder im Dörfli zu sehen, doch am glücklichsten war Peters Großmutter, als ihr Nachbar nach vielen Jahren der Sprachlosigkeit zu ihr hereinkam und sie begrüßte. &amp;<em> Johanna Spyri: Heidi, Bd. 1: Heidis Lehr- und Wanderjahre. Kinderroman, Schweiz 1880</em></p>



<p><strong>Heimweh:</strong> <strong>1)</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> wurde in Frankfurt vom H. immer unglücklicher, aß kaum noch etwas und wurde zuletzt mondsüchtig. &amp;<em> Johanna Spyri: Heidi, Bd. 1: Heidis Lehr- und Wanderjahre. Kinderroman, Schweiz 1880</em></p>



<p><strong>Heiratsantrag:</strong> <strong>1) </strong>Auf dem Weg nach Mekka machten der in einen Storch verwandelte *<a href="#kalif">Kalif</a> und sein Großwesir in der Ruine eines alten Palastes Rast. Dort trafen sie eine weinende Eule, die ihre Sprache sprach und sich als verzauberte indische Prinzessin vorstellte. Der Kalif musste ihr später einen H. machen, um eine wichtige Information zu bekommen. –</p>



<p><strong>Inquisitor:</strong> Anno 1327 kam mit einer päpstlichen Delegation der I. Bernard Gui in ein einsam in den Bergen gelegenes Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien. Da es im Kloster Morde gegeben hatte, begann er – neben dem Franziskanermönch William von Baskerville –&nbsp; mit Ermittlungen, konzentrierte sich aber auf einige ehemalige Mystiker und Ketzer, die im Kloster Zuflucht gefunden hatten, sowie auf ein dort nächtlich verkehrendes Bauernmädchen, das er alsbald als Hexe „entlarvte“ und zum Tode verurteilte.</p>



<p><strong>Intellektueller: </strong>In der Silvesternacht 1931/32 in *<a href="#berlin">Berlin</a> entschloss sich das Mädchen Doris, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen. Der Mann, ein schüchterner Intellektueller namens Ernst, der gerade von seiner Frau verlassen worden war, nahm sie aus Mitleid mit nach Hause und wollte gar nicht mit ihr schlafen.</p>



<p><strong>Intendant:</strong> *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a></p>



<p><strong>Inzest: </strong>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> gelang es, das Rätsel der Sphinx zu lösen und so Theben von der Sphinx zu befreien. Zur Belohnung wurde er zum König von Theben ernannt und bekam Iokaste, seine leibliche Mutter, zur Frau. Die Prophezeiung vom I. erfüllte sich. Von ihrer Verwandtschaft nichts wissend, hatten die beiden vier Kinder miteinander. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Iokaste: </strong>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> gelang es, das Rätsel der Sphinx zu lösen und so Theben von der Sphinx zu befreien. Zur Belohnung wurde er zum König von Theben ernannt und bekam I., seine leibliche Mutter, zur Frau. Die Prophezeiung vom Inzest erfüllte sich. Von ihrer Verwandtschaft nichts wissend, hatten die beiden vier Kinder miteinander. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>J<a id="junge"></a>unge:</strong> Bekannte Jungenfiguren sind *Émile (J. J. Rousseau, F 1762); *Zwerg Nase (W. Hauff, D 1826); *Oliver Twist in London (Ch. Dickens, GB 1837); *David Copperfield (Ch. Dickens, GB 1849); der *Schiffsjunge Dick Sand (J. Verne, F 1878); Jack auf der *Schatzinsel (R. L. Stevenson, GB 1881); Mogli im *Dschungel (R. Kipling, GB 1894); der Waisenjunge Dick Harding in *London (E. Nesbit, GB 1909); *Kai aus der Kiste in Berlin (W. Durian, D 1924); *Emil als Detektiv in Berlin (E. Kästner, D 1929); *Kalle Blomqvist, der Meisterdetektiv (A. Lindgren, S 1946); *Memed, der türkische Bauernjunge und spätere Räuber (Y. Kemal, T 1955); Tobbi, der Erfinder des *Fliewatüüts (B. Lornsen, BRD 1967); die Grünhaut Atréju in *Fantasien (M. Ende, BRD 1979); der Büchernarr Bastian Baltasar Bux in *Fantasien (M. Ende, BRD 1979); Adson von Melk im *<a href="#kloster">Kloster</a> (U. Eco, I 1980). Vgl. *<a href="#kinder">Kinder</a>; *<a href="#mädchen">Mädchen</a></p>



<p><strong>J<a id="juwelen"></a>uwelen:</strong> Zur Zeit König Ludwigs XIV. beunruhigten mehrere Mordserien die Stadt Paris: Zuerst eine Reihe von Giftmorden; dann wurden regelmäßig Männer, die nachts unterwegs waren, um ihre Geliebte mit einem J.-Geschenk zu überraschen, unterwegs überfallen, erstochen und ausgeraubt. Man vermutete eine Bande dahinter, und ein Sondertribunal rief nach neuen Vollmachten. Der König zögerte jedoch. Man beschwor ihn, im Namen der Galanterie den verängstigten Kavalieren beizustehen. Als der König sie nach ihrer Meinung dazu fragte, erwiderte das Fräulein von Scuderi, eine alte Dichterin, bei Hofe: Ein Liebhaber, der die Diebe fürchte, sei der Liebe nicht würdig. In der Nacht nach diesem Vorfall klopfte es am Tor des Fräuleins, und ein junger Mann begehrte heftig Einlass. Da die Haushälterin ihn nicht zu ihrer Herrin vorließ und draußen eine Wache erschien, übergab er ihr hastig ein Kästchen für das Fräulein und entfloh. In dem Kästchen befanden sich perfekt gearbeitete J. sowie ein Zettel, in dem „die Unsichtbaren“ dem Fräulein von Scuderi ihre Verehrung ausdrückten. Die Scuderi begab sich mit dem Schmuck zu ihrer Freundin bei Hofe, und die erkannte darin ein Werk des berühmten Goldschmieds Cardillac. Cardillac wurde gerufen, erkannte seine J., behauptete, sie seien ihm vor Kurzem gestohlen worden. Er bestand darauf, dass das Fräulein sie behalten solle, da er es hoch verehre. Einige Tage später fuhr das Fräulein von Scuderi mit einer Glaskutsche über den Pont neuf. Im Gedränge näherte sich ein junger Mann der Kutsche und warf dem Fräulein einen Zettel zu. Die Haushälterin erkannte den Mann wieder, der das Kästchen gebracht hatte. Auf dem Zettel stand, das Fräulein solle die J. so schnell wie möglich zu Cardillac bringen; andernfalls sei ihr Leben in Gefahr. Das Fräulein schaffte es aber erst am übernächsten Morgen, zu Cardillac zu fahren. Vor dessen Haus war großer Aufruhr: Cardillac war offenbar in der Nacht zuvor erstochen worden, und Desgrais, der Chefermittler des Sondertribunals, führte dessen Gehilfen Olivier Brusson als Tatverdächtigen ab, obwohl Cardillacs Tochter Madelon dessen Unschuld beteuerte. Die Scuderi nahm das verzweifelte Mädchen zu sich, und Madelon konnte das Fräulein von der Unschuld Oliviers, der ihr Geliebter war, überzeugen. Die Scuderi bewirkte, dass sie Olivier im Gefängnis besuchen durfte, und musste entsetzt feststellen, dass er der junge Mann war, der das Kästchen und den Zettel gebracht hatte, der also offenbar doch mit der Räuberbande zu tun hatte. Nun glaubte sie doch an dessen Schuld. Tage später meldete sich Desgrais bei ihr und berichtete, Brusson, der nach wie vor leugne, wolle unbedingt das Fräulein von Scuderi sprechen. Desgrais hoffte, Brusson werde der Scuderi endlich das Geheimnis der Räuberbande verraten, und bat sie um Mithilfe. Sie willigte ein. Man führte Brusson nachts in das Haus der Scuderi, und er gab sich als Sohn einer armen Ziehtochter der Scuderi zu erkennen, der 23 Jahre zuvor mit seinen Eltern nach Genf gezogen war. Er enthüllte nun der Scuderi Folgendes: – Er hatte eines Nachts seinen Meister Cardillac bei einem tödlichen Raubüberfall ertappt. Niemand anderes als Cardillac war der lange gesuchte Täter. Es war Brusson aber nicht möglich, die Wahrheit aufzudecken, weil diese seine geliebte Madelon in tödliche Verzweiflung stürzen musste. Cardillac hatte ihm gegenüber zugegeben, dass eine Art Dämon ihn zwinge, alle, für die er J. gemacht hatte, zu töten und ihnen die J. wieder abzunehmen. Cardillac hatte Brusson gebeten, die besten J., die er jemals gemacht, dem Fräulein von Scuderi zu bringen. Da er die Dichterin so hoch verehrte, hatte er gehofft, auf diese Weise den bösen Dämon besiegen zu können. Das hatte nicht geklappt; nach ein paar Tagen hatte es Cardillac dann doch getrieben, das Fräulein von Scuderi umzubringen. Um das zu verhindern, war Brusson ihm durch seinen Geheimgang gefolgt. Kurz vor dem Haus der Scuderi hatte sich Cardillac auf einen zufällig vorbei kommenden Offizier gestürzt und war von diesem schwer verletzt worden. Brusson hatte ihn nach Hause getragen, wo er der Verletzung erlegen war. – Zum Glück meldete sich der Offizier bei der Scuderi. Mit Hilfe seiner Aussage konnten die Scuderi und ein Rechtsanwalt das Verfahren gegen Brusson verzögern. Mit einem Auftritt bei Hofe gelang es der Scuderi dank ihrer mitreißenden Erzählkunst, den König für den ganzen Fall mit allen seinen Verwicklungen zu interessieren. Der König wünschte, Madelon zu sehen, und war ganz entzückt von ihrer Schönheit. Er stellte nun selber Ermittlungen an und verfügte nach einem Monat Oliviers Freilassung. Überglücklich konnten Olivier und Madelon einander in die Arme schließen und heiraten. &amp; <em>Ernst Theodor Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi. Erzählung (Kriminalnovelle), Deutschland 1820</em></p>



<p><strong>K<a id="kalif"></a>alif:</strong> Kalif Chasid von Bagdad war guter Laune, als der Großwesir zu ihm kam. Dieser war traurig, weil ein fahrender Krämer wunderschöne Waren auf der Straße anbot und er kein Geld übrig hatte, um sich etwas zu kaufen. Der Kalif ließ den Krämer in den Palast holen und kaufte schließlich zwei prächtige Pistolen für sich selbst und den Wesir und einen goldenen Kamm für dessen Frau. In einer Schublade entdeckte er noch eine Dose mit einem geheimnisvollen schwarzen Pulver und ein Pergament mit einer fremdartigen Schrift. Er kaufte auch diese Dinge und ließ einen Gelehrten kommen, um die fremde Schrift zu entziffern. Dieser erkannte, dass sie lateinisch war, und übersetzte sie wie folgt: „Wenn Du das Pulver schnupfst und dazu das Wort ‹Mutabor› ausspricht, verwandelst du dich in ein beliebiges Tier und kannst die Sprache der Tiere verstehen. Um dich wieder zurück zu verwandeln, musst Du dich dreimal nach Osten bücken und das Zauberwort sprechen. Lachst du aber während der Verwandlung, vergisst du das Zauberwort und muss immer ein Tier bleiben.“ Am nächsten Morgen gingen der Kalif und der Großwesir vor die Stadt zu einem Teich, wo sich zwei Störche befanden, nahmen von dem Schnupfpulver und verwandelten sich in Störche. Tatsächlich konnten sie das Gespräch der anderen beiden Störche verfolgen. Als einer davon einen wunderlichen Tanz aufführte, mussten die beiden Verwandelten laut lachen. Danach hatten sie das Zauberwort vergessen und konnten sich nicht mehr in Menschen zurückverwandeln. Nach einigen Tagen sahen sie von einem Dach aus zu, wie ein neuer Herrscher in die Stadt einzog und das Volk dem Herrscher Mizra huldigte. Da erkannte Kalif Chasid, wer ihm die Sache eingebrockt hatte: Mizra war der Sohn des Zauberers Kaschnur, der dem Kalifen einst Rache geschworen hatte. Die beiden Störche machten sich auf dem Weg nach Mekka, um am Geburtsort des Propheten vielleicht Rettung zu finden. Unterwegs machten sie in der Ruine eines alten Palastes Rast. Dort trafen sie eine weinende Eule, die ihre Sprache sprach und sich als verzauberte indische Prinzessin vorstellte. Auch sie war von Kaschnur verzaubert und entführt worden, weil ihr Vater sie nicht hatte Kaschnurs Sohn zur Frau geben wollen. Die Eule konnte nur wieder frei kommen, wenn ihr jemand einen Heiratsantrag machen würde. Sie wusste aber, dass der Zauberer und seine Kumpanen gelegentlich in einem Saal der Ruine feierte, und dass sich die Zauberer bei dieser Gelegenheit ihre Abenteuer zu erzählen pflegten; vielleicht würde einer dann das Zauberwort für die Störche aussprechen. Diesen Saal zeigte sie den beiden Störchen aber nur unter der Bedingung, dass einer sie zur Frau nehmen müsse. Nach einer Beratung mit seinem Wesir erklärte sich der Kalif widerstrebend dazu bereit. Die Zauberer erschienen noch in der selben Nacht, und die Störche, die die Szene beobachteten, erkannten unter ihnen den Krämer wieder. Dieser erzählte in der Tat seine Geschichte von dem Schnupfpulver und der Schrift und plauderte auch das Zauberwort ‹Mutabor› aus. So konnten sich die Störche zurückverwandeln, und die Eule verwandelte sich in eine schöne Prinzessin, die der Kalif erfreut zur Frau nahm. Sie fuhren nach Bagdad, und der Kalif ließ den Zauberer Kaschnur aufhängen und verwandelte seinen Sohn Mizra in einen Storch, den er in einen Käfig sperrte. &amp;<em> Wilhelm Hauff: Märchen. Die Geschichte vom&nbsp; Kalif Storch. Deutschland 1825</em></p>



<p><strong>Kaschnur:</strong> Der in einen Storch verwandelte *<a href="#kalif">Kalif</a> musste mit ansehen, wie M., der Sohn des Zauberers Kaschnur, zum neuen Herrscher von Bagdad ausgerufen wurde.</p>



<p><strong>Kassiopeia:</strong> Die Schildkröte K.&nbsp; tauchte beim Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> auf…</p>



<p><strong>Kästchen:</strong> In der Nacht klopfte es am Tor des Fräuleins von Scuderi, und ein junger Mann begehrte heftig Einlass. Da die Haushälterin ihn nicht zu ihrer Herrin vorließ und draußen eine Wache erschien, übergab er ihr hastig ein K. für das Fräulein und entfloh. In dem K. befanden sich äußerst kostbare, perfekt gearbeitete *<a href="#juwelen">Juwelen</a>.</p>



<p><strong>Kätzchen:</strong> Von ihrem Ausflug zum Kirchturm brachte *<a href="#heidi">Heidi</a> zwei junge K. ins Haus Sesemann. Fräulein Rottenmeier bekam deshalb eine Panikattacke.</p>



<p><strong>Ketzer:</strong> Anno 1327 hatten einige ehemalige Mystiker und Ketzer, darunter der berühmte Ubertin von Casale, in einem einsam gelegenen Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien Zuflucht gefunden. Dort entdeckte sie der britische Franziskanermönch William von Baskerville und später leider auch der päpstliche Inquisitor Bernard Gui.</p>



<p><strong>K<a id="kinder"></a>inder:</strong> Bekannte K.-Paare (Geschwister) sind *Hänsel und Gretel (Grimms Märchen); die K. von *Arden (E. Nesbit)… – Einzelne K.: *<a href="#junge">Junge</a>, *<a href="#mädchen">Mädchen</a>. – K. als Gruppe: <strong>1) </strong>Die Marketenderin Anna Fierling, genannt Mutter Courage, zog im *Dreißigjährigen Krieg mit ihrem Planwagen und ihren drei Kindern im Tross der evangelischen Armee mit. &amp; <em>Mutter Courage und ihre Kinder. Tragödie v. Bertolt Brecht, Schweiz 1941 – </em><strong>2) </strong>Nirgendwo konnten die K. so gut spielen wie im alten Amphitheater beim Mädchen *<a href="#momo">Momo</a>. Später veranstalteten Momo und die K. einen Demonstrationszug durch die Stadt, um die Erwachsenen über die Machenschaften der grauen Herren und ihrer „Zeit-Spar-Kasse“ aufzuklären. Später sorgten die grauen Herren dafür, dass alle „vernachlässigten“ K. in K.-Depots gesperrt und dort zu nützlichen Spielen angeleitet wurden.</p>



<p><strong>Kirche:</strong> Der Alm-Öhi zog seinen Sonntagsstaat an, den *<a href="#heidi">Heidi</a> noch nie gesehen hatte, und ging mit seiner Enkeltochter nach unten ins Dörfli in die K.</p>



<p><strong>Kirchturm:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> bestieg in Frankfurt einen K., um das ganze Tal überblicken und etwas anderes als Steinwände sehen zu können. Vom Türmer bekam sie zwei Kätzchen geschenkt.</p>



<p><strong>Klara:</strong> Anderntags kam überraschend Dete zum Alm-Öhi und nahm die achtjährige *<a href="#heidi">Heidi</a> mit sich nach Frankfurt. Dete hatte in F. die reiche Familie Sesemann kennen gelernt. Klara, die zwölfjährige Tochter des Geschäftsmannes Sesemann, saß gelähmt im Rollstuhl und wünschte sich eine Spielgefährtin.</p>



<p><strong>K<a id="kloster"></a>loster:</strong> – <strong>2)</strong> Der britische Franziskanermönch William von Baskerville und sein junger öster­reichischer Schüler, der Novize Adson von Melk, erreichten 1327 ein einsam in den Bergen gelegenes Clunia­zenserkloster in Norditalien. William sollte dort ein Streitgespräch zwischen dem Franziskaner­general Michael von Cesena und einer Delegation des Papstes vorbereiten. Noch vor dem Klostertor lieferte er eine Kostprobe seines detektivischen Scharfsinnes ab, indem er ein entlaufenes *<a href="#pferd">Pferd</a> beschreiben konnte, ohne es gesehen zu haben. Kurz vor seiner Ankunft war einer der Mönche unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen; der Abt bat William, den Fall aufzuklären. William erkannte gleich, dass der Mönch ermordet worden war. Kurz danach wurden zwei weitere junge Mönche ermordet aufgefunden; beide mit Symptomen einer Ver­giftung. Einige Indizien deuteten auf eine Beziehungstat unter Homosexuellen hin, doch William glaubte nicht daran. Die älteren Mönche deuteten die Mordserie als Vorzeichen der Apokalypse, weil es in der Inszenie­rung der Leichen Parallelen zur Offenbarung des Johannes gab. Der dritte Tote war Gehilfe des Bibliothekars gewesen. William verfolgte eine Spur, die auf die Bibliothek des Klosters hindeutete. Diese war berühmt, weil sie viele äußerst seltene Abschriften von Werken antiker Autoren enthielt. Nur der Bibliothekar und sein Gehilfe hatten Zugang zum Magazin der Bibliothek und wussten, wie man die Bücher dort fand. Adson begegnete eines Nachts in der Küche einem Bauernmädchen aus dem Dorf, das gelegentlich auf geheimen Wegen ins Kloster kam, um beim Cellerar ihre weiblichen Reize gegen Nahrungsmittel einzutauschen; die beiden verbrachten eine rauschende Liebesnacht miteinander. Unterdessen trafen Michael von Cesena und die päpstliche Delegation im Kloster ein, darunter der berüchtigte Inquisitor Bernard Gui. Dieser begann ebenfalls mit Ermittlungen, konzentrierte sich aber auf einige ehemalige Mystiker und Ketzer, die im Kloster Zuflucht gefunden hatten, sowie auf den Cellerar und das Bauernmädchen, das er alsbald als Hexe „entlarvte“ und zum Tode verurteilte. Während des Prozesses wurde der Botanikus Severin erschlagen, kurz nachdem er William eine Nachricht hatte zukommen lassen. In seiner Werkstatt stieß Adson auf ein merkwürdiges Buch, das kurze Zeit später wieder verschwand. William ermittelte, dass der Bibliothekar Severin erschlagen haben musste, und dass es dabei um dieses Buch gegangen war. Anderntags starb auch der Bibliothekar, offenbar vergiftet. In der Nacht drangen William und Adson in die Bibliothek ein, und es gelang ihnen, das Geheimnis ihres Labyrinths zu entschlüsseln und bis in den innersten Raum vorzudringen. Dort wartete der blinde Mönch Jorge von Burgos auf sie, die graue Eminenz des Klosters, auf dem Tisch das geheimnisvolle Buch: Es war das verschollene zweite Buch des Aristo­teles zur Poetik, das von der Komödie handelt. William rührte es nicht an, da er bereits erraten hatte, dass die Buchseiten vergiftet und alle, die darin geblättert hatten, gestorben waren. Jorge bekannte sich zu den Morden; die Schrift des Aristoteles sei so antichristlich, dass unbefugte Leser nur durch physisches Gift vor dem geistigen Gift des Buches geschützt werden könnten. Jorge löschte die Lampe und war als Blinder im Dunkeln im Vorteil; es gelang ihm, das Buch zu verbrennen, wobei die ganze Bibliothek Feuer fing. Das Feuer griff schließlich auch auf die Kirche über und vernichtete das ganze Kloster. Das verurteilte Bauernmädchen konnte im Chaos entkommen, der Inquisitor kam ums Leben. &amp; <em>Umberto Eco: Der Name der Rose (Il nome della rosa), Roman, Italien 1980 (dt. 1982 v. Burkhart Kroeber) – Verfilmt v. Jean-Jaques Annaud, BRD/Frankreich/Italien 1986</em></p>



<p><strong>K<a id="köln"></a>öln: </strong>1) Der Kölner *<a href="#rundfunk">Rundfunkredakteur</a> Dr. Murke fuhr jeden Morgen mit dem Paternoster…</p>



<p><strong>König:</strong> Zur Zeit König Ludwigs XIV. beunruhigten mehrere Mordserien die Stadt Paris: Zuerst eine Reihe von Giftmorden; dann wurden regelmäßig Männer, die nachts unterwegs waren, um ihre Geliebte mit einem *<a href="#juwelen">Juwelen</a>-Geschenk zu überraschen, unterwegs überfallen, erstochen und ausgeraubt. Man vermutete eine Bande dahinter, und ein Sondertribunal rief nach neuen Vollmachten. Der K. zögerte jedoch. Man beschwor ihn, im Namen der Galanterie den verängstigten Kavalieren beizustehen. Als der K. sie nach ihrer Meinung dazu fragte, erwiderte das Fräulein von Scuderi, eine alte Dichterin, bei Hofe: Ein Liebhaber, der die Diebe fürchte, sei der Liebe nicht würdig.</p>



<p><strong>Korinth: </strong>Das Orakel von Delphi prophezeite Laios, dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von K. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Kornsack:</strong> Der junge Kirgise Danijar, der als verwundeter Soldat in den Aul, das Kirgisendorf, gekommen war, die junge Kirgisin Dshamilja und der halbwüchsige Said, jüngerer Bruder von Dshamiljas Verlobtem, mussten im Zweiten Weltkrieg Kornsäcke aus dem Aul mit Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> zur Bahnstation transportieren. Dshamilja und Said spielten Danijar, dem Sonderling, einen üblen Streich: Sie deponierten unter seinen Kornsäcken einen überschweren Zwei-Zentner-Sack. In der Bahnstation musste jeder Sack über einen schwankenden Steg zur Spitze des Kornspeichers getragen werden. Danijar lud sich den Zwei-Zentner-Sack auf, verweigerte jede Hilfe und trug ihn schwankend bis nach oben, obwohl sein verwundetes Bein immer wieder versagte. Alle bangten mit ihm und befürchteten, dass er abstürzt, doch er schaffte es. Dshamilja hatte danach ein furchtbar schlechtes Gewissen ihm gegenüber. [Schlüsselszene aus:] &amp; <em>Tschingis Aitmatow: Dshamilja. Erzählung, UdSSR 1958 (*</em><a href="#wagen"><em>Wagen</em></a><em>)</em></p>



<p><strong>Krämer:</strong> Der *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid ließ den Krämer, den sein Großwesir gesehen hatte, in den Palast holen und kaufte schließlich zwei prächtige Pistolen für sich selbst und den Wesir und einen goldenen Kamm für dessen Frau. In einer Schublade entdeckte er noch eine Dose mit einem geheimnisvollen schwarzen Pulver und ein Pergament…</p>



<p><strong>Kunst:</strong> Ein *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Redakteur zuckte jedes Mal hysterisch zusammen, wenn er das Wort »K.« hörte.</p>



<p><strong>Labyrinth:</strong> Die berühmte Bibliothek eines Cluniazenser-*<a href="#kloster">Klosters</a> in Norditalien war wie ein L. angelegt, um zu verhindern, dass wissenshungrige Mönche dort eigenmächtig nach seltenen Büchern forschen konnten. Dem Franziskanermönch William von Baskerville gelang es, das Geheimnis des L. zu entschlüsseln und in den geheimen Innenraum »Finis Africae« vorzudringen.</p>



<p><strong>Lachen:</strong> Mit einem Zauberpulver und einem Zauberwort verwandelten sich *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid und sein Großwesir in Störche. Da sie während der Verwandlung lachen mussten, vergaßen sie das Zauberwort und konnten sich nicht mehr zurück verwandeln.</p>



<p><strong>Laios:</strong> Das Orakel von Delphi prophezeite L., dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>L<a id="lehrer"></a>ehrer:</strong> L. als Hauptpersonen kommen vor bei &amp;<em> </em><em>Heinrich Mann: Professor Unrat. Roman, Deutschland 1905 (s. u.) – </em>&nbsp;&amp; <em>Ödön v. Horváth: Jugend ohne Gott. Roman, A 1937 (s.u.)</em> – &amp;<em> </em><em>Hermann Kant: Die Aula. Roman, DDR 1965 – </em>&nbsp;&amp;<em> </em><em>Alfred Wellm: Pause für Wanzka oder die Reise nach Descansar. Roman, DDR 1968 – </em>&amp;<em> Tschingis Aitmatow: Ein Tag länger als das Leben. Roman, UdSSR 1981 </em>(*<a href="#steppe">Steppe</a>).<em></em></p>



<p><strong>Lehrer (1905): </strong>Der alte L. Professor Raat wurde von den meisten Schülern, Ex-Schülern und sogar von Kollegen »Unrat« genannt, da er sich immer aufregte, wenn er dieses Wort hinter seinem Rücken rufen hörte. Professor Unrat war ein Tyrann und von Hass gegen seine Schüler und die ganze Hafenstadt erfüllt. Er sah es als seine Lebensaufgabe an, Schüler – vor allem die Sprösslinge angesehener und wohlhabender Familien – mit unlösbaren Klausur­aufgaben „hineinzulegen“, ihnen die Karriere zu erschweren und vor allem diejenigen zu „fassen“, die ihn Unrat genannt hatten. Eines Tages erwischte er den Schüler von Ertzum, der eindeutig in seine Richtung „Unrat“ gerufen hatte, und drohte ihm an, ihm die geplante Offizierslaufbahn zu verbauen. Ertzums Freund Lohmann ging, um diesen zu schützen, zum Gegenangriff über, lieferte bei der Deutsch­klausur, in der es um Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans“ ging, eine provozierend kurze, geistreiche und respektlose Antwort auf die hinterlistige Frage des Lehrers ab und beschwerte sich bei Raat direkt über den Geruch von Unrat. Raat beschloss, dass dieser intelligente, widerborstige und poetisch veranlagte Schüler der bei weitem schlimmste Aufrührer und Erzfeind und unter allen Umständen zu vernichten sei. Lohmann hatte mit der Klausur versehentlich drei Zeilen einer selbstgedichteten Hymne auf die „verruchte Künstlerin Rosa Fröhlich“ abgegeben, bei der er anscheinend verkehrte. Raat machte sich daran, diese Schauspielerin dingfest zu machen, um Lohmann zu vernichten. Er fand sie in einem Tingeltangel namens „Blauer Engel“. Doch bald erlag Raat selber dem Charme der Dame, vor allem ihrer zwanglosen Lebensart, und verliebte sich in sie. Rosa verkehrte unterdessen weiter gelegentlich mit den Schülern, und bei einer nächtlichen Eskapade dieser Art beschädigten drei von ihnen, darunter Lohmann und von Ertzum, ein Hünengrab. Sie wurden erwischt und vor Gericht gestellt. Raat hielt als Zeuge vor Gericht eine flammende Philippika gegen seine „verkommenen“ Schüler und gegen deren Familien, mit der er sich in der Stadt unmöglich machte, zumal sein eigener Umgang mit Rosa Fröhlich bekannt war. Auch diese hatte einen Auftritt vor Gericht, der das Publikum ebenso beeindruckte wie erheiterte. Raat wurde von seiner Schule entlassen und schloss sich Rosas Tingeltangelbetrieb an. Die beiden eröffneten mit geliehenem Geld ein Spielkasino, in dem Männer aus den besten Familien verkehrten und viel Geld verspielten – Unrats Rache. Rosa versuchte immer wieder, selber eine Liebe für ihr »Unratchen« zu entwickeln, nahm sogar Griechischstunden bei ihm, aber sein destruktives Tyrannentum stieß sie ab. Eines Tages tauchte Lohmann bei ihr auf, und sie flirtete mit ihm; der allerdings blieb auf Distanz. Raat erwischte die beiden, bekam endlich seinen Lohmann zu fassen und entriss ihm die Brieftasche. Als Räuber wurde Raat zusammen mit Rosa festgenommen, und endlich erscholl der „Unrat“-Ruf, der ihm folgte, mit vollem Recht. &amp; <em>Heinrich Mann: Professor Unrat. Roman, Deutschland 1905 (verfilmt unter dem Titel »Der blaue Engel« v. Josef von Sternberg, mit Emil Jannings und der jungen Marlene Dietrich in den Hauptrollen, Deutschland 1931)</em></p>



<p><strong>Lesen:</strong> Als Herr Sesemann wieder abgereist war, kam seine Mutter zu Besuch, Klaras Großmama. Die gewann *<a href="#heidi">Heidi</a> lieb und schaffte es, mit Hilfe von Bilderbüchern Heidis Widerstand gegen das Lesenlernen zu überwinden.</p>



<p><strong>Liebe: </strong>*Liebespaare gibt es unzählige in den Erzählungen. Zur L. in einem weiteren Sinne z.&nbsp;B.: <strong>1)</strong> Auf einem<strong> </strong>Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe, Lieder, in denen sich seine ganze Liebe zur Heimat, zur Erde und zu Dshamilja&nbsp; entfaltete. Dshamilja war erschüttert von der Kraft dieser Lieder und lehnte ihren Kopf weinend gegen Danijars Schulter. Sie war voller Glück über die gefundene Liebe und voller Unglück, weil diese Liebe nicht sein durfte. Zeuge der Szene war der halbwüchsige Junge Said, und Said beschloss, das Liebespaar auf dem Wagen in der nächtlichen Landschaft zu malen…</p>



<p><strong>Liebesnacht:</strong> Der britische Franziskanermönch William von Baskerville und sein junger öster­reichischer Schüler, der Novize Adson von Melk, erreichten 1327 ein einsam in den Bergen gelegenes Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien. Adson begegnete eines Nachts einem Bauernmädchen aus dem Dorf, das gelegentlich auf geheimen Wegen ins Kloster kam, um beim Cellerar ihre weiblichen Reize gegen Nahrungsmittel einzutauschen; die beiden verbrachten eine rauschende L. miteinander.</p>



<p><strong>Lieder: </strong>Auf einem<strong> </strong>Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe, Lieder, in denen sich seine ganze Liebe zur Heimat, zur Erde und zu Dshamilja&nbsp; entfaltete. Dshamilja war erschüttert von der Kraft dieser Lieder und lehnte ihren Kopf weinend gegen Danijars Schulter…</p>



<p><strong>Lohmann,</strong> ein Schüler, der dem verhassten *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat, genannt Professor Unrat, die Stirn bot</p>



<p><strong>M<a id="mädchen"></a>ädchen:</strong> <strong>1)</strong> Bekannte Mädchenfiguren sind *Rotkäppchen (Grimms Märchen); Aschenputtel bei *Frau Holle (Grimms Märchen); Margarete bei *Faust (J. W. Goethe); Lisei, die Tochter des *Puppenspielers (Th. Storm); *<a href="#heidi">Heidi</a> (J. Spyri); das doppelte *Lottchen (E. Kästner); *Pippi Langstrumpf (A. Lindgren); Hatçe, die Geliebte des türkischen Bauernjungen *Memed (Y. Kemal); *Hanni und Nanni (E. Blyton); *<a href="#momo">Momo</a> (M. Ende); das Bauern-M. im *<a href="#kloster">Kloster</a> (U. Eco). Vgl. *<a href="#kinder">Kinder</a> – <strong>2) </strong>In einem kleinen Amphitheater am Rande einer großen Stadt in Südeuropa quartierte sich eines Tages ein vagabundierendes M. namens *<a href="#momo">Momo</a> ein. –</p>



<p><strong>Malen: </strong>Auf einem<strong> </strong>Pferdewagen<strong> </strong>saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe, Lieder, in denen sich seine ganze Liebe zur Heimat, zur Erde und zu Dshamilja&nbsp; entfaltete. Dshamilja war erschüttert von der Kraft dieser Lieder und lehnte ihren Kopf weinend gegen Danijars Schulter. Sie war voller Glück über die gefundene Liebe und voller Unglück, weil diese Liebe nicht sein durfte. Zeuge der Szene war der halbwüchsige Junge Said, und Said beschloss, das Liebespaar auf dem Wagen in der nächtlichen Landschaft zu malen…</p>



<p><strong>Manieren:</strong> Die Haushälterin des Hauses Sesemann in Frankfurt fühlte sich betrogen, weil die achtjährige *<a href="#heidi">Heidi</a> keine Ahnung von großbürgerlichen M. hatte.</p>



<p><strong>Meister&nbsp;Hora:</strong> Die Schildkröte Kassiopeia führte das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> sicher ins Nirgend-Haus zu M. H., wo sie ein köstliches Frühstück genoss. Aus diesem Haus kam, wie M. H. ihr sagte, die Zeit aller Menschen, und M. H. teilte jedem Menschen seine Zeit zu. Später wurde das Haus von den grauen Herren belagert, und M. H. musste den Strom der Zeit für eine Stunde abstellen.</p>



<p><strong>Mekka:</strong> Der in einen Storch verwandelte *<a href="#kalif">Kalif</a> und sein Großwesir machten sich auf den Weg nach Mekka, um dort vielleicht Rettung zu finden.</p>



<p><strong>Mitleid:</strong> In der Silvesternacht 1931/32 in *<a href="#berlin">Berlin</a> entschloss sich das Mädchen Doris, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen. Der Mann, ein schüchterner Intellektueller, der gerade von seiner Frau verlassen worden war, nahm sie aus M. mit nach Hause und wollte gar nicht mit ihr schlafen.</p>



<p><strong>M<a id="momo"></a>omo:</strong> Am Rande einer großen Stadt in Südeuropa gab es ein kleines antikes Amphitheater. Dort quartierte sich eines Tages ein vagabundierendes Mädchen namens Momo ein, das keine Familie hatte. Die Nachbarn freundeten sich mit ihr an, halfen ihr mit Möbeln und Essen und stellten bald fest, dass Momo eine ungewöhnliche Eigenschaft hatte: Sie konnte so gut zuhören, dass Kindern und Erwachsenen die besten Ideen kamen, dass Zögernde zu einem Entschluss kamen, Schüch­terne mutig wurden und Zer­strittene sich versöhnten. Momos engste Freunde waren der schweig­same, wunderliche Beppo Straßenkehrer und der quirlige, leichtfertige Gigi Fremdenführer. Gigi erzählte den wenigen Touristen, die dort hin kamen, gerne die phan­tastischsten Geschichten, und dank Momo fielen ihm immer bessere Geschichten ein. In der Stadt jedoch vollzog sich ein schrecklicher Wandel: Die Menschen wurden immer gehetzter und un­freundlicher. Dahinter steckten die grauen Herren, die sich als Agenten der „Zeit-Spar-Kasse“ ausgaben und die Menschen dazu überredeten, Zeit für die Zukunft zu sparen, indem sie alle angeblich überflüssigen, nutzlosen Tätigkeiten aufgaben. Einer davon sprach eines Tages Momo an und versuchte, auch sie zum Zeitsparen zu überreden, wobei er ständig eine Zigarre rauchte. Momo hörte ihm zu, und so kam es, dass er ihr das Geheimnis der grauen Herren verriet: In Wirklichkeit sparten sie die Zeit der Menschen nicht für diese auf, sondern stahlen sie und lebten davon. Momo erzählte ihr Erlebnis ihren Freunden und den Kindern. Die Kinder, die bereits gemerkt hatten, wie sehr sie von ihren Eltern vernachlässigt wurden, zogen in einem Demonstrationszug durch die Stadt, um die Erwachsenen zum Amphitheater einzuladen und dort über die Machenschaften der „Zeit-Spar-Kasse“ aufzuklären. Doch kein Erwachsener erschien zur Versammlung. Die Kinder und auch Beppo und Gigi ließen Momo allein. Spät in der Nacht tauchte die Schildkröte Kassiopeia bei Momo auf. Sie Sie konnte stets die nächste halbe Stunde voraussehen und sprach mit Momo, indem sie Wörter auf ihrem Panzer erscheinen ließ. Auf verschlungenen Wegen führte sie Momo quer durch die große Stadt. Beppo Straßenkehrer, der zu einer Nachtschicht auf die große Müllhalde der Stadt kommandiert worden war, wurde dort Zeuge einer Versammlung von grauen Herren: eine Gerichtsverhandlung, bei der der Agent, der Momo angesprochen hatte, wegen Hochverrats zum Entzug sämtlicher Zeit verurteilt wurde. Man entriss ihm seine Zigarre, und er löste sich in Rauch auf. Vorher allerdings hatte er die anderen vor Momo und ihrer ungewöhnlichen Fähigkeit gewarnt. Die grauen Herren fuhren zum Amphitheater, fanden Momo nicht und starteten eine große Suchaktion. Kassiopeia führte Momo sicher ins Nirgend-Haus zu Meister Hora, wo sie ein köstliches Frühstück aus Semmeln, Butter, Honig und Trinkschokolade genoss. Aus diesem Haus kam, wie Meister Hora ihr sagte, die Zeit aller Menschen, und Meister Hora teilte jedem Menschen seine Zeit zu. Mit seiner Allsichtbrille konnte er alles sehen, was draußen vor sich ging. Er zeigte Momo die Stunden-Blumen in ihrem eigenen Herzen: Ihre Zeit nahm dort die Gestalt herrlicher Blumen an, die jeweils für eine Stunde aus einem dunklen Teich aufsteigen und wieder verblühen. Eine von oben kommende Säule aus klingendem Licht lässt die Stunden-Blumen entstehen. Im Klang dieses Lichts hörte Momo Gold, Silber und alle Metalle singen und sogar die Sonne, den Mond und die Sterne zu ihr sprechen. Da sie ihren Freunden erzählen und vorsingen wollte, was sie gehört hatte, ließ sie sich von Meister Hora in einen einjährigen Schlaf versetzen. Mit dem Gefühl, dass nur ein Tag vergangen sei, wachte sie in ihrem Amphitheater wieder auf und fand ihre Freunde nicht mehr wieder – nur Kassiopeia, die Schildkröte. Gigi Fremdenführer war plötzlich berühmt geworden, trug seine Geschichten im Fernsehen vor, und da ihm keine neuen mehr einfielen, erzählte er auch die, die er nur für Momo gedichtet hatte, und begann schließlich, alle Geschichten ein zweites Mal zu erzählen, wobei er alle Selbstachtung verlor. Beppo Straßenkehrer hatte der Polizei von Momos angeblicher Entführung durch die grauen Herren erzählt und wurde in ein Sanatorium gesteckt. Dort machte ihm ein grauer Herr eines Nachts das Angebot, er könne gegen 100.000 Stunden eingesparter Zeit Momo freikaufen. Man ließ ihn laufen, und er dachte nur noch ans Straßenkehren und Zeitsparen. Die Kinder wurden alle in Kinder-Depots gesteckt, wo man sie den ganzen Tag zu nützlichen Spielen anhielt. Momo erfuhr diese Dinge von Nino, dem Wirt, der inzwischen ein Schnellrestaurant führte. Nino saß an der Kasse, und um mit ihm sprechen zu können, musste sich Momo dreimal in die Schlange der Gäste stellen und wurde stets schon nach wenigen Sätzen von den Wartenden weitergeschoben. Momo ging zu Gigis Villa auf dem Grünen Hügel. Gigis Auto kam herausgefahren, es gab ein kurzes, trauriges Wiedersehen, Gigi nahm Momo auf der Fahrt zum Flugplatz mit, aber seine Sekretärinnen hinderten ihn daran, privat mit Momo zu sprechen. Weil alles so schnell gegangen war, hatte sie auch Kassiopeia verloren und war nun völlig allein. Auch den Weg zu Meister Hora fand sie nicht. Monate später umstellten sie die grauen Herren um Mitternacht auf einem großen, leeren Platz und boten ihr an, ihr alle Freunde zurückzugeben, wenn sie sie zu Meister Hora führen würde. Dort wollten sie sich die gesamte Zeit aller Menschen aneignen und nur Momo und ihre Freunde verschonen. Momo sagte ihnen, nur die Schildkröte Kassiopeia kenne den Weg. Als die Herren weg waren, tauchte Kassiopeia wieder auf und führte Momo zu Meister Hora. Leider zeigte sie dabei auch den grauen Herren, die den beiden insgeheim folgten, den Weg. Die grauen Herren belagerten das Nirgend-Haus. Ihre Zigarren bestanden, wie Meister Hora wusste, aus getrockneten Stunden-Blumen. In der Not entschloss er sich dazu, den Strom der Zeit anzuhalten. Die ganze Welt blieb stehen; nur die grauen Herren, Kassiopeia und Momo konnten sich noch bewegen – Momo hatte eine Stunden-Blume in der Hand. Sie hatte eine Stunde Zeit, um die grauen Herren zu besiegen und die von ihnen gestohlene und eingefrorene Zeit der Menschen zu befreien. Die grauen Herren zogen sich in ihre Zentrale zurück und Momo folgte ihnen. Unterwegs in der Stadt traf sie Beppo Straßenkehrer wieder: aber erstarrt. In ihrer unterirdischen Zentrale dezimierten sich die grauen Herren selbst bis auf sechs Mann, um die Notzeit länger überstehen zu können. Momo schlich sich an ihnen vorbei und schloss mit Hilfe ihrer Stunden-Blume die Tür zum Zeitspeicher, wo alle geraubten Stunden-Blumen in gefrorenem Zustand lagen. Auf der Jagd nach Momo und ihrer Stunden-Blume verloren die sechs Herren ihre Zigarren und lösten sich auf. Momo öffnete die Tür, die Stunden-Blumen tauten auf und kehrten wie ein warmer Frühlingswind zu ihren Menschen zurück. Alle Menschen hatten plötzlich ganz viel Zeit. Momo traf Beppo wieder, und beide gingen glücklich zum Amphitheater, wo Gigi und alle Freunde schon auf sie warteten. &amp; <em>Michael Ende: Momo. Roman, BRD 1973 (verfilmt v. Johannes Schaaf, BRD 1986)</em></p>



<p><strong>mondsüchtig:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> wurde in Frankfurt vom Heimweh immer unglücklicher, aß kaum noch etwas und wurde zuletzt mondsüchtig. Sie öffnete jede Nacht die Haustür von innen.</p>



<p><strong>Mordserie:</strong> <strong>1)</strong>&nbsp; Zur Zeit Ludwigs XIV. wurden in Paris Höflinge und reiche Edelleute, die beim Goldschmied Cardillac *<a href="#juwelen">Juwelen</a> gekauft haben, regelmäßig nachts des Schmuckes beraubt und ermordet. <strong>2)</strong> Anno 1327 wurden in einem Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien mehrere Mönche unter mysteriösen Umständen vergiftet. Die älteren Mönche deuteten die M. als Vorzeichen der Apokalypse, weil es in der Inszenie­rung der Leichen Parallelen zur Offenbarungdes Johannes gab.&nbsp; Dem Franziskanermönch William von Baskerville und seinem Schüler Adson von Melk gelang es, die M. aufzuklären. Die Tatwaffe war ein geheimnisvolles Buch, dessen Seiten vergiftet waren. <strong>3)</strong> Kurz nachdem der *<a href="#parfum">Parfumeur</a> Grenouille in Grasse eine Anstellung als Geselle gefunden hatte, begann in der Umgebung eine Serie von Mädchenmorden.</p>



<p><strong>Müllhalde:</strong> Beppo Straßenkehrer war zu einer Nachtschicht auf die große M. kommandiert worden. Dort wurde er Zeuge einer Gerichtsverhandlung der grauen Herren. Der Agent, der dem Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> das Geheimnis der grauen Herren verraten hatte, wurde verurteilt und löste sich in Rauch auf.</p>



<p><strong>Murke:</strong> Der berühmte Professor Bur-Malottke wollte einen seiner schwülstigen&nbsp; *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Vorträge überarbeiten lassen, weil darin das Wort »Gott« vorkam. Der Rundfunk­redakteur Dr. Murke bekam die unangenehme Aufgabe, das zu organisieren. <em>Doktor Murkes gesammeltes Schweigen. Satire v. Heinrich Böll, BRD 1955</em></p>



<p><strong>Mystiker:</strong> Anno 1327 hatten einige ehemalige Mystiker und Ketzer, darunter der berühmte Ubertin von Casale, in einem einsam gelegenen Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien Zuflucht gefunden. Dort entdeckte sie der britische Franziskanermönch William von Baskerville und später leider auch der päpstliche Großinquisitor Bernard Gui.</p>



<p><strong>Nazi:</strong> Ein berühmter Professor, ein zum katholischen Glauben konvertierter ehemaliger N., wollte seine *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Vorträge überarbeiten lassen, weil darin das Wort »Gott« vorkam.</p>



<p><strong>Novize:</strong> Der britische Franziskanermönch William von Baskerville und sein junger öster­reichischer Schüler, der Novize Adson von Melk, erreichten 1327 ein einsam in den Bergen gelegenes Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien. William sollte dort ein Streitgespräch zwischen dem Franziskanergeneral Michael von Cesena und einer Delegation des Papstes vorbereiten.</p>



<p><strong>Obdachlosigkeit:</strong> In *<a href="#berlin">Berlin</a> brachte sich das Mädchen Doris illegal über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch beobachtete sie ihren eigenen Abstieg in die O. und an den Rand der Prostitution. In der Silvesternacht entschloss sie sich, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen.</p>



<p><strong>Ö<a></a>dipus<a id="oedipus"></a>:</strong> Das Orakel von Delphi prophezeite Laios, dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen Ödipus. So wuchs Ödipus in Korinth auf, ohne von seiner Herkunft zu wissen. Als ihm ein Orakel verkündete, dass er seinen Vater töten werde, verließ er aus Sorge um seinen vermeintlichen Vater Korinth und machte sich auf den Weg nach Theben. Unterwegs begegnete er an einer Wegekreuzung dem mit kleinem Gefolge reisenden Laios; dieser hielt Ödipus für einen Räuber und wollte ihn nicht durchlassen. Ödipus erschlug ihn und die meisten seiner Gefolgsleute, womit sich die erste Prophezeiung erfüllte. Ödipus gelang es, das Rätsel der Sphinx zu lösen und so Theben von der Sphinx zu befreien. Zur Belohnung wurde er zum König von Theben ernannt und bekam Iokaste, seine Mutter, zur Frau. Die zweite Prophezeiung erfüllte sich. Von ihrer Verwandtschaft nichts wissend, hatten die beiden vier Kinder miteinander. Als nach einigen glücklichen Jahren in Theben eine Seuche ausbrach, verkündete das Orakel von Delphi, der Mörder des Laios müsse gefunden werden. Ödipus untersuchte den Fall und fand heraus, dass er selbst der gesuchte Mörder war und seine eigene Mutter geheiratet hatte. Darauf erhängte sich Iokaste und Ödipus blendete sich. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Offenbarung:</strong> Anno 1327 wurden in einem Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien mehrere Mönche unter mysteriösen Umständen vergiftet. Die älteren Mönche deuteten die Mordserie als Vorzeichen der Apokalypse, weil es in der Inszenie­rung der Leichen Parallelen zur Offenbarungdes Johannes gab.&nbsp; Dem Franziskanermönch William von Baskerville und seinem Schüler Adson von Melk gelang es, die Mordserie aufzuklären. Die Tatwaffe war ein geheimnisvolles Buch, dessen Seiten vergiftet waren.</p>



<p><strong>Orakel: </strong>Das O. von Delphi prophezeite Laios, dem König von Theben, dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>P<a id="paris"></a>aris:</strong> <strong>1)</strong> Zur Zeit König Ludwigs XIV. beunruhigten mehrere Mordserien die Stadt Paris: Zuerst eine Reihe von Giftmorden; dann wurden regelmäßig Männer, die nachts unterwegs waren, um ihre Geliebte mit einem *<a href="#juwelen">Juwelen</a>-Geschenk zu überraschen, unterwegs überfallen, erstochen und ausgeraubt. –</p>



<p><strong>Paternoster:</strong> Ein Kölner *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Redakteur fuhr jeden Morgen mit dem P. zuerst bis ganz nach oben, genoss dort die Angst, wenn sich die Kabine quietschend in die Gegenrichtung schob, und fuhr dann wieder hinunter zu seinem Büro.</p>



<p><strong>Pelz: </strong>Das Mädchen Doris wurde Schauspielschülerin und schaffte es durch einen Trick, eine Konkurrentin einzusperren und einmalig deren kleine Rolle auf der Bühne zu übernehmen, wo sie ihr Talent zeigte. Als die Sache aufflog und sie zudem einer Dame einen Feh (Pelz) gestohlen hatte, floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Pfarrer:</strong> Eines Tages stieg der Pf. zu Alm-Öhi hinauf, sein früherer Nachbar, als dieser noch unten im Dörfli gewohnt hatte. Der Pf. versuchte, den Alm-Öhi zu überzeugen, dass er im kommenden Winter *<a href="#heidi">Heidi</a> zur Schule schicken und selber wieder ins Dörfli hinunterziehen solle.</p>



<p><strong>P<a id="pferd"></a>ferd:</strong> Der britische Franziskanermönch William von Baskerville und sein Schüler, der Novize Adson von Melk, erreichten 1327 ein einsam in den Bergen gelegenes Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien. Noch vor dem Klostertor lieferte William eine Kostprobe seines detektivischen Scharfsinnes ab: Eine Gruppe von Mönchen, angeführt vom Cellerar des Klosters, kam den beiden entgegen, offenbar auf der Suche nach etwas. William konnte ihnen sagen, wo das entlaufene Pferd war, das sie suchten, wie es aussah und wie es hieß, ohne das Pferd selbst gesehen zu haben. Alles erschloss sich ihm aus Spuren, die er am Wege gesehen hatte, und aus den wenigen Worten des Cellerars. &amp; <em>Umberto Eco: Der Name der Rose (Il nome della rosa). </em><em>Eröffnungsszene des Romans, Italien 1980 (dt. 1982 v. Burkhart Kroeber) – Verfilmt v. Jean-Jaques Annaud, BRD/Frankreich/Italien 1986</em></p>



<p><strong>Pferdewagen,</strong> *<a href="#wagen">Wagen</a></p>



<p><strong>Professor:</strong> <strong>1)</strong> <em>P. Unrat. Roman v. Heinrich Mann, Deutschland 1905 (*</em><a href="#lehrer"><em>Lehrer</em></a><em>) </em>&nbsp;<strong>… 3)</strong> Der berühmte P. Bur-Malottke, ein früherer Nazi, wollte einen seiner schwülstigen&nbsp; *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Vorträge überarbeiten lassen, weil darin das Wort »Gott« vorkam. Der Rundfunkredakteur Dr. Murke bekam die unangenehme Aufgabe, das zu organisieren.</p>



<p><a><strong>Prostitution:</strong> In *</a><a href="#berlin">Berlin</a> brachte sich das Mädchen Doris illegal über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch beobachtete sie ihren eigenen Abstieg in die Obdachlosigkeit und an den Rand der P. In der Silvesternacht entschloss sie sich, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen.</p>



<p><strong>Pulver:</strong> In einer Schublade des Krämers entdeckte *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid eine Dose mit einem geheimnisvollen schwarzen P. und ein Pergament mit einer fremdartigen Schrift. Er kaufte diese Dinge und ließ einen Gelehrten kommen, um die fremde Schrift zu entziffern. Durch Schnupfen des Pulvers konnte man sich in ein beliebiges Tier verwandeln.</p>



<p><strong>Raat, </strong>Professor, genannt Professor Unrat, war *<a href="#lehrer">Lehrer</a> in einem Gynmasium der Hafenstadt. Er führte einen Kleinkrieg gegen den Schüler Lohmann und verliebte sich in die Schauspielerin Rosa Fröhlich.</p>



<p><strong>Radio:</strong> *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a></p>



<p><strong>Rätsel: </strong>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> gelang es, das R. der Sphinx zu lösen und so Theben von der Sphinx zu befreien. Zur Belohnung wurde er zum König von Theben ernannt und bekam Iokaste, seine leibliche Mutter, zur Frau. Die Prophezeiung vom Inzest erfüllte sich. Von ihrer Verwandtschaft nichts wissend, hatten die beiden vier Kinder miteinander. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Raub:</strong> Zur Zeit König Ludwigs XIV. beunruhigten mehrere Mordserien die Stadt Paris: Zuerst eine Reihe von Giftmorden; dann wurden regelmäßig Männer, die nachts unterwegs waren, um ihre Geliebte mit einem *<a href="#juwelen">Juwelen</a>-Geschenk zu überraschen, unterwegs überfallen, erstochen und ausgeraubt.</p>



<p><strong>Rechtsanwalt: </strong>Das Mädchen Doris arbeitete in einer rheinischen Mittelstadt als Sekretärin bei einem R. und träumte davon, ein Glanz (Star) zu werden. Er entließ sie, als sie nicht mit ihm schlafen wollte. Später floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Rottenmeier:</strong> Das Haus Sesemann in Frankfurt, in das die achtjährige *<a href="#heidi">Heidi</a> gebracht wurde, wurde von einer schreckhaften Haushälterin, Fräulein R., geführt.</p>



<p><strong>Ruine:</strong> Auf dem Weg nach Mekka machten der in einen Storch verwandelte *<a href="#kalif">Kalif</a> und sein Großwesir in der Ruine eines alten Palastes Rast. Dort trafen sie eine weinende Eule, die ihre Sprache sprach und sich als verzaubert indische Prinzessin vorstellte.</p>



<p><strong>R<a id="rundfunk"></a>undfunk:</strong> Der Kölner Rundfunkredakteur Dr. Murke fuhr jeden Morgen mit dem Paternoster zuerst bis ganz nach oben, genoss dort die Angst, wenn sich die Kabine quietschend in die Gegenrichtung schob, und fuhr dann wieder hinunter zu seinem Büro. Eines Tages bekam er von seinem Chef den Auftrag, zwei anderthalbstündige Radiovorträge des berühmten Professors Bur-Marlottke über die Kunst zu überarbeiten. Bur-Marlottke war ein ehemaliger Nazi und nach dem Kriege heftig zum katholischen Glauben konvertiert. In den bereits aufgenommenen Vorträgen kam oft das Wort »Gott« vor. Jetzt aber hatte sich seine religiöse Einstellung wieder verändert, und er wollte nachträglich das Wort »Gott« durch die Formulierung »jenes höhere Wesen, das wir verehren« ersetzen. Murke war vom Abhören der unerträglich schwülstigen Vorträge so nervös geworden, dass er jedes Mal hysterisch zusammenzuckte, wenn er nur das Wort »Kunst« hörte. Er stellte fest, dass Bur-Marlottke das Wort »Gott« in verschiedenen grammatikalischen Fällen verwendet hatte, und beschloss, den unsympathischen Mann damit dezent zu quälen. Bur-Marlottke kam ins Tonstudio und musste nach den höflich vorgetragenen Anweisungen Murkes fünfzehn Mal ins Mikrofon sprechen: »jenes höhere Wesen, das wir verehren«; sieben Mal »jenes höheren Wesens, das wir verehren«; fünf Mal »jenem höheren Wesen, das wir verehren«; und einmal »Oh du höheres Wesen, das wir verehren«. Murke zog die Prozedur genüsslich in die Länge. Dennoch ging Bur-Malottke danach zum Intendanten und verlangte zu dessen stillem Entsetzen, dass alle Vorträge, die er seit 1945 gehalten hatte, entsprechend überarbeitet werden müssten. Unterdessen erlebte der Tontechniker eine Sternstunde: Ein Regisseur brachte ihm eine Hörspielszene, in der ein Atheist in eine hallende Kirche hineinruft: »Wer denkt noch an mich, wenn ich der Würmer Raub geworden bin?« Die Antwort auf diese und ähnliche Fragen war Schweigen. Regisseur und Autor wollten das Schweigen jedoch am liebsten durch eine Stimme ersetzen, die ohne Hall »Gott« sagt. Damit konnte der Tontechniker dienen: Er hatte noch 27 Tonbandschnipsel, auf denen Bur-Malottke »Gott« sagte. Die herausgeschnittenen Schweige­sekunden bewahrte er für Dr. Murke auf, der einen Spleen hatte: Er sammelte Tonbandschnipsel, auf denen nur das Schweigen von Menschen zu „hören“ war und die man beim Schneiden von Rundfunkbeiträgen weggeschnitten hatte. Dieses „gesammelte Schweigen“ hörte er sich abends an, um sich von der geschwätzigen Hektik des Tagesgeschäfts zu erholen. &amp; <em>Heinrich Böll: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen. Satire, BRD 1955. Verfilmt v. Hess. Rundfunk (Rolf Hädrich) 1964.</em></p>



<p><strong>Schauspielerin:</strong> <strong>1) </strong>Der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat machte sich daran, eine Schauspielerin dingfest zu machen, für die sein Schüler Lohmann eine Hymne gedichtet hatte. Auf diese Weise wollte er Lohmann fertig machen. Er fand sie schließlich in einem Tingeltangel namens „Blauer Engel“. Doch bald erlag Raat selber dem Charme der Dame und verliebte sich in sie.</p>



<p><strong>Schauspielschülerin:</strong> Das Mädchen Doris wurde Sch. und schaffte es durch einen Trick, eine Konkurrentin einzusperren und einmalig deren kleine Rolle auf der Bühne zu übernehmen, wo sie ihr Talent zeigte. Als die Sache aufflog und sie zudem einer Dame einen Feh (Pelz) gestohlen hatte, floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>S<a id="schildkröte"></a>childkröte:</strong> Die Sch. Kassiopeia tauchte beim Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> auf und führte sie ins Nirgend-Haus zu Meister Hora, wo die Zeit aller Menschen herkam. Sie konnte stets die nächste halbe Stunde voraussehen und mit Momo sprechen, indem sie Wörter auf ihrem Panzer erscheinen ließ.</p>



<p><strong>Schillers&nbsp;Drama:</strong> Der Gymnasiast Lohmann ging, um seinen vom *<a href="#lehrer">Lehrer</a> angegriffenen Freund zu schützen, zum Gegenangriff über, lieferte bei der Deutschklausur, in der es um Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans“ ging, eine provozierend kurze, geistreiche und respektlose Antwort auf die hinterlistige Frage des Lehrers ab und beschwerte sich bei Professor Raat direkt über den Geruch von Unrat.</p>



<p><strong>Schlafwandeln:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> wurde in Frankfurt vom Heimweh immer unglücklicher, aß kaum noch etwas und wurde zuletzt mondsüchtig. Sie öffnete beim&nbsp; S. jede Nacht die Haustür von innen.</p>



<p><strong>Schnellrestaurant:</strong> Das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> erfuhr in Ninos Sch. vom Schicksal ihrer Freunde. Nino saß an der Kasse, und um mit ihm sprechen zu können, musste sich Momo dreimal in die Schlange der Gäste stellen und wurde stets schon nach wenigen Sätzen von den Wartenden weitergeschoben.</p>



<p><strong>Schüler:</strong> Der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat, genannt Unrat, war ein Tyrann und von Hass gegen seine Schüler und die ganze kleine Hafenstadt erfüllt. Er sah es als seine Lebensaufgabe an, Schüler – vor allem die Sprösslinge angesehener und wohlhabender Familien – mit unlösbaren Klausuraufgaben „hineinzulegen“, ihnen die Karriere zu erschweren und vor allem diejenigen zu „fassen“, die ihn Unrat genannt hatten.</p>



<p><strong>Schweigen:</strong> Ein *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a>-Redakteur sammelte Tonbandschnipsel, auf denen man nur das Sch. eines Menschen „hören“ konnte. &amp; <em>Doktor Murkes gesammeltes Sch. Satire v. Heinrich Böll, BRD 1955</em></p>



<p><strong>Sebastian:</strong> Der Diener S. in Frankfurt war *<a href="#heidi">Heidi</a> zugetan und amüsierte sich über ihre Einfälle.</p>



<p><strong>Sekretärin:</strong> Das Mädchen Doris arbeitete in einer rheinischen Mittelstadt als S. bei einem Rechtsanwalt und träumte davon, ein Glanz (Star) zu werden. Er entließ sie, als sie nicht mit ihm schlafen wollte. Später floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Sennhütte:</strong> Alm-Öhi, der Großvater von *<a href="#heidi">Heidi</a>, lebte in einer S. auf der Alm.</p>



<p><strong>Sesemann:</strong> Anderntags kam überraschend Dete zum Alm-Öhi und nahm die achtjährige *<a href="#heidi">Heidi</a> mit sich nach Frankfurt. Dete hatte in F. die reiche Familie Sesemann kennen gelernt. Klara, die zwölfjährige Tochter des Geschäftsmannes Sesemann, saß gelähmt im Rollstuhl und wünschte sich eine Spielgefährtin.</p>



<p><strong>Silvesternacht:</strong> In *<a href="#berlin">Berlin</a> brachte sich das Mädchen Doris illegal über die Runden, indem sie sich immer wieder von Männern einladen ließ. Selbstkritisch beobachtete sie ihren eigenen Abstieg in die Obdachlosigkeit und an den Rand der Prostitution. In der S. entschloss sie sich, ein einziges Mal Geld für die Nacht zu nehmen, um sich ein Startkapital zu schaffen.</p>



<p><strong>Singen: </strong>Auf einem<strong> </strong>Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe, Lieder, in denen sich seine ganze Liebe zur Heimat, zur Erde und zu Dshamilja&nbsp; entfaltete. Dshamilja war erschüttert von der Kraft dieser Lieder und lehnte ihren Kopf weinend gegen Danijars Schulter…</p>



<p><strong>Sondertribunal:</strong> Zur Zeit König Ludwigs XIV. beunruhigten mehrere Mordserien die Stadt Paris: Zuerst eine Reihe von Giftmorden; dann wurden regelmäßig Männer, die nachts unterwegs waren, um ihre Geliebte mit einem *<a href="#juwelen">Juwelen</a>-Geschenk zu überraschen, unterwegs überfallen, erstochen und ausgeraubt. Man vermutete eine Bande dahinter, und ein Sondertribunal, die Chambre ardente (Feurige Kammer), rief nach neuen Vollmachten.</p>



<p><strong>Sphinx: </strong>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> gelang es, das Rätsel der S. zu lösen und so Theben von der S. zu befreien. Zur Belohnung wurde er zum König von Theben ernannt und bekam Iokaste, seine leibliche Mutter, zur Frau. Die Prophezeiung vom Inzest erfüllte sich. Von ihrer Verwandtschaft nichts wissend, hatten die beiden vier Kinder miteinander. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Spielkasino: </strong>Der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat, genannt Unrat, wurde nach seinem peinlichen Auftritt vor Gericht aus dem Schuldienst entlassen und schloss sich dem Tingeltangelbetrieb der Schauspielerin Rosa Fröhlich an. Die beiden eröffneten mit geliehenem Geld ein Spielkasino, in dem Männer aus den besten Familien verkehrten und viel Geld verspielten: Unrats Rache an den gehobenen Familien der Hafenstadt.</p>



<p><strong>Sprache der Tiere:</strong> Von einem Krämer hatte der *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid ein Pulver erstanden, mit dessen Hilfe man sich in ein beliebiges Tier verwandeln und die Sprache der Tiere verstehen konnte.</p>



<p><strong>Stadt: </strong>Viele Geschichten spielen in einer Stadt. Hier eine Auswahl besonders geschichtenreicher Städte: *<a href="#berlin">Berlin</a>; *Hamburg; *<a href="#köln">Köln</a>; *London; *Moskau; *München; *New York; *<a href="#paris">Paris</a>; *Rom; *Seldwyla; *Sevilla; *Venedig; *Verona</p>



<p><strong>stehlen:</strong> Das Mädchen Doris wurde Schauspielschülerin und schaffte es durch einen Trick, eine Konkurrentin einzusperren und einmalig deren kleine Rolle auf der Bühne zu übernehmen, wo sie ihr Talent zeigte. Als die Sache aufflog und sie zudem einer Dame einen Feh (Pelz) gestohlen hatte, floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Storch: </strong><em>Die Geschichte vom&nbsp; *</em><a href="#kalif"><em>Kalif</em></a><em> Storch. Märchen v. Wilhelm Hauff, Deutschland 1825</em></p>



<p><strong>S<a id="storch"></a>törche:</strong> Mit einem Zauberpulver und einem Zauberwort verwandelten sich *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid und sein Großwesir in Störche. Da sie während der Verwandlung lachen mussten, vergaßen sie das Zauberwort und konnten sich nicht mehr zurück verwandeln.</p>



<p><strong>Straßenkehrer:</strong> Der schweigsame, wunderliche Beppo St. und der quirlige, leichtfertige Gigi Fremdenführer waren die beiden liebsten Freunde des Mädchens *<a href="#momo">Momo</a>.</p>



<p><strong>Stunden-Blumen:</strong> Meister Hora führte das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> in ihr eigenes Herz. Dort sah sie ihre eigene Zeit: Jede Stunde hatte die Gestalt einer wunderbaren Blume, die aus einem dunklen Teich aufstieg und schließlich verblühte und versank. Die grauen Herren stahlen den Menschen die St., froren sie ein, trockneten sie, verarbeiteten sie zu Zigarren und rauchten sie. Später konnte Momo, während die Zeit für eine Stunde still stand, mit Hilfe einer St. die grauen Herren besiegen und die gestohlenen St. befreien.</p>



<p><strong>Theater:</strong> <strong>1)</strong> Das Mädchen Doris wurde Schauspielschülerin und schaffte es durch einen Trick, eine Konkurrentin einzusperren und einmalig deren kleine Rolle auf der Bühne zu übernehmen, wo sie ihr Talent zeigte. Als die Sache aufflog und sie zudem einer Dame einen Feh (Pelz) gestohlen hatte, floh sie nach *<a href="#berlin">Berlin</a>.</p>



<p><strong>Theben:</strong> Das Orakel von Delphi prophezeite Laios, dem König von Th., dass sein Sohn ihn dereinst töten und seine Frau heiraten werde. Darauf ließ Laios dem Neugeborenen die Füße durchstechen und zusammenbinden und befahl einem Hirten, ihn im Gebirge auszusetzen. Doch der Hirte hatte Mitleid und übergab das verstoßene Kind dem Königspaar von Korinth. Das Paar adoptierte das Kind und nannte es nach seinen geschwollenen Füßen *<a href="#oedipus">Ödipus</a>. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Tier:</strong> Von einem Krämer hatte der *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid ein Pulver erstanden, mit dessen Hilfe man sich in ein beliebiges T. verwandeln und die Sprache der Tiere verstehen konnte.</p>



<p><strong>Tiere: </strong>T. kommen in vielen Geschichten vor, z. B.: *<a href="#drache">Drache</a>, *<a href="#frosch">Frosch</a>, *<a href="#esel">Esel</a>, *<a href="#eule">Eule</a>, *Hahn, *Hund, *Katze, *<a href="#nachtigall">Nachtigall</a>, *<a href="#pferd">Pferd</a>, *<a href="#schildkröte">Schildkröte</a>, *<a href="#storch">Storch</a></p>



<p><strong>Tingeltangel:</strong> Der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat machte sich daran, eine Schauspielerin dingfest zu machen, für die sein Schüler Lohmann eine Hymne gedichtet hatte. Auf diese Weise wollte er Lohmann fertig machen. Er fand sie schließlich in einem Tingeltangel namens „Blauer Engel“. Doch bald erlag Raat selber dem Charme der Dame und verliebte sich in sie.</p>



<p><strong>Tontechniker:</strong> *<a href="#rundfunk">Rundfunk</a></p>



<p><strong>Tyrann:</strong> <strong>1)</strong> <em>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> der Tyrann (Tragödie) – </em><strong>2) </strong>Der *<a href="#lehrer">Lehrer</a> Professor Raat, genannt Unrat, war ein Tyrann und von Hass gegen seine Schüler und die ganze kleine Hafenstadt erfüllt. Er sah es als seine Lebensaufgabe an, Schüler – vor allem die Sprösslinge angesehener und wohlhabender Familien – mit unlösbaren Klausuraufgaben „hineinzulegen“, ihnen die Karriere zu erschweren und vor allem diejenigen zu „fassen“, die ihn Unrat genannt hatten.</p>



<p><strong>Unrat, </strong>der Spitzname eines *<a href="#lehrer">Lehrer</a>s in &amp;<em> </em><em>Heinrich Mann: Professor Unrat. Roman, Deutschland 1905</em></p>



<p><strong>Vatermord: </strong>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> wuchs als Findelkind in Korinth auf, ohne von seiner Herkunft zu wissen. Als ihm ein Orakel verkündete, dass er seinen Vater töten werde, verließ er aus Sorge um seinen vermeintlichen Vater Korinth und machte sich auf den Weg nach Theben. Unterwegs begegnete er an einer Wegekreuzung dem mit kleinem Gefolge reisenden Laios, seinem leiblichen Vater; dieser hielt Ödipus für einen Räuber und wollte ihn nicht durchlassen. Ödipus erschlug ihn und die meisten seiner Gefolgsleute, womit sich die Prophezeiung vom V. erfüllte. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Vergessen:</strong> Mit einem Zauberpulver und einem Zauberwort verwandelten sich *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid und sein Großwesir in Störche. Da sie während der Verwandlung lachen mussten, vergaßen sie das Zauberwort und konnten sich nicht mehr zurück verwandeln.</p>



<p><strong>Vergiftung:</strong> Anno 1327 wurden in einem Cluniazenser-*<a href="#kloster">Kloster</a> in Norditalien mehrere Mönche unter mysteriösen Umständen vergiftet. Dem Franziskanermönch William von Baskerville und seinem Schüler Adson von Melk gelang es, die Mordserie aufzuklären. Die Tatwaffe war ein geheimnisvolles Buch, dessen Seiten vergiftet waren.</p>



<p><strong>V<a></a>erliebte</strong> oder <strong>Liebespaare</strong> kommen in etwa der Hälfte aller Romane, Erzählungen und Dramen vor. Hier ein Versuch, zwanzig berühmte Fälle der Weltliteratur zusammenzutragen: ¤ Siegfried und Kriemhild in Worms (*Nibelungen, 12. Jhdt.) ¤ Romeo und Julia in *Verona (W. Shakespeare, 1597) ¤ Faust und Margarete (J. W. Goethe, 1805) ¤ Quasimodo, der missgestaltete Glöckner von Notre-Dame, und die schöne Gauklerin Esmeralda (V. Hugo, 1831) ¤ Kapitän Dantès und die Katalanin Mercedes in Marseille, Opfer einer *Intrige (A. Dumas, 1845) ¤ Sali und Vrenchen auf dem *Acker, Kinder zweier verfeindeter Bauern (G. Keller, 1856) ¤ Der Junge Paul und Lisei, die Tochter von *Puppenspielern, die in die Stadt gekommen waren (Th. Storm, 1875) ¤ Gustav von Aschenbach und der schöne Jüngling in *Venedig (Th. Mann, 1912) ¤ Winston und Julia in der *Diktatur des Jahres 1984 (G. Orwell, 1948) ¤ *Memed und Hatçe in einem türkischen Dorf (Y. Kemal, 1955) ¤ Der Arzt Doktor Schiwago und Lara im russischen *Bürgerkrieg (B. Pasternak, 1957) ¤ Die Kirgisen Danijar und Dshamilja auf einem Pferde-*<a href="#wagen">Wagen</a> in der nächtlichen Steppe (T. Aitmatow, 1958) ¤ Der Novize Adson von Melk und das Bauernmädchen im *<a href="#kloster">Kloster</a> (U. Eco, 1980)</p>



<p><strong>verlorener Sohn:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> erzählte ihrem Großvater, dem Alm-Öhi, vom Beten, wie sie es von der Frankfurter Großmama gelernt hatte, und las ihm die Geschichte vom verlorenen Sohn vor. Ein Volltreffer…</p>



<p><strong>W<a id="wagen"></a>agen: </strong>Auf einem<strong> </strong>Pferdewagen<strong> </strong>saßen der junge Kirgise Danijar und die junge Kirgisin Dshamilja nebeneinander. Danijar sang mit kräftiger Stimme ein Lied nach dem anderen in die nächtliche Steppe, Lieder, in denen sich seine ganze Liebe zur Heimat, zur Erde und zu Dshamilja&nbsp; entfaltete. Dshamilja war erschüttert von der Kraft dieser Lieder und lehnte ihren Kopf weinend gegen Danijars Schulter. Sie war voller Glück über die gefundene Liebe und voller Unglück, weil diese Liebe nicht sein durfte. Zeuge der Szene war der halbwüchsige Junge Said, und Said beschloss, das Liebespaar auf dem Wagen in der nächtlichen Landschaft zu malen und in das Bild etwas von der Liebe zu legen, die er in Danijars Liedern hörte. Die drei hatten auf ihren Wagen *Kornsäcke zur Bahnstation gebracht und befanden sich auf dem Rückweg zu ihrem Aul, einem kirgisischen Dorf am Fluss Kurukeu. Danijar war als Waisenkind und verwundeter Soldat des Zweiten Weltkriegs erst kürzlich in das Heimatdorf seiner frühen Kindheit zurückgekehrt. Dshamilja war die Dshene Saids, die Verlobte von Saids älterem Bruder, der als Soldat im Krieg war und im Lazarett lag. Danijar war als Sonderling im Dorf unbeliebt, und Dshamilja hatte ihn zuvor häufig verspottet. [Schlüsselszene aus:] &amp; <em>Tschingis Aitmatow: Dshamilja. Erzählung, UdSSR 1958</em></p>



<p><strong>Waisenkind:</strong> Dete, ein gut 20jähriges Mädchen, stieg mit dem fünfjährigen Mädchen *<a href="#heidi">Heidi</a> von Mayenfeld hinauf zum Dörfli und von dort noch höher zum Alm-Öhi, der oben am Berg einsam in einer Sennhütte lebte. Heidi war ein W.</p>



<p><strong>Wegekreuzung: </strong>*<a href="#oedipus">Ödipus</a> wuchs als Findelkind in Korinth auf, ohne von seiner Herkunft zu wissen. Als ihm ein Orakel verkündete, dass er seinen Vater töten werde, verließ er aus Sorge um seinen vermeintlichen Vater Korinth und machte sich auf den Weg nach Theben. Unterwegs begegnete er an einer W. dem mit kleinem Gefolge reisenden Laios, seinem leiblichen Vater; dieser hielt Ödipus für einen Räuber und wollte ihn nicht durchlassen. Ödipus erschlug ihn und die meisten seiner Gefolgsleute, womit sich die Prophezeiung vom Vatermord erfüllte. &amp;<em> </em><em>Sophokles: Ödipus der Tyrann. Tragödie, Griechenland um 350 v. Chr.</em></p>



<p><strong>Weißbrot:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> brachte der blinden Großmutter des Geißenpeter W. aus Frankfurt mit, weil die Alte das billige Schwarzbrot so schlecht vertrug.</p>



<p><strong>Zauberer:</strong> <strong>1) </strong>Der in einen Storch verwandelte *<a href="#kalif">Kalif</a> musste mit ansehen, wie Mizra, der Sohn des Z. Kaschnur, zum neuen Herrscher von Bagdad ausgerufen wurde. –</p>



<p><strong>Zauberwort:</strong> Mit einem Zauberpulver und einem Z. verwandelten sich *<a href="#kalif">Kalif</a> Chasid und sein Großwesir in Störche. Da sie während der Verwandlung lachen mussten, vergaßen sie das Z. und konnten sich nicht mehr zurück verwandeln.</p>



<p><strong>Zeit:</strong> Die Menschen wurden immer gehetzter und un­freundlicher. Dahinter steckten die grauen Herren, die sich als Agenten der „Zeit-Spar-Kasse“ ausgaben und die Menschen dazu überredeten, Zeit für die Zukunft zu sparen. In Wirklichkeit stahlen sie diese Zeit und lebten davon, indem sie die Stunden-Blumen einfroren, trockneten und als Zigarren rauchten. Das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> konnte sie am Ende besiegen und die gestohlene Zeit befreien.</p>



<p><strong>Zeit-Spar-Kasse:</strong> *Zeit; *<a href="#momo">Momo</a></p>



<p><strong>Ziegen (Geißen): </strong>Unterwegs trafen sie den Geißenpeter, der seine Geißenschar den Berg hinauf zur Alm hochtrieb. *<a href="#heidi">Heidi</a> folgte ihm auf eine Wiese und zog rasch ihre vielen Kleider, Röcke und Schuhe aus, um den Ziegen nachspringen zu können… Anderntags stieg sie mit dem Geißenpeter hoch auf die Alm und half ihm, die Geißen (Z.) zu hüten, lernte auch schnell alle ihre Namen. Am liebsten hatte sie Schwänli und Bärli, die beiden Geißen des Großvaters.</p>



<p><strong>Ziegenmilch:</strong> *<a href="#heidi">Heidi</a> genoss die frische Z. bei ihrem Großvater, dem Alm-Öhi.</p>



<p><strong>zuhören:</strong> Das Mädchen *<a href="#momo">Momo</a> konnte so gut z., dass den Leuten dabei die besten Ideen kamen, dass Zögernde zu einem Entschluss kamen, Schüch­terne mutig wurden und Zer­strittene sich versöhnten.</p>
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		<title>Piave</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 16:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Orte]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Piave ist ein 220 km langer Fluss in Oberitalien (Wikipedia). Er entspringt in den Karnischen Alpen bei Bladen (Sappada), fließt erst in südlicher, dann in südöstlicher Richtung und mündet bei Jesolo in die obere Adria. Der Piave bildet im Oberlauf wie auch im Mittellauf noch an vielen Stellen Torrente aus, Täler, die bei Niedrigwasser &#8230; <a href="https://jejko.de/piave/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Piave“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Der Piave ist ein 220 km langer Fluss in Oberitalien (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piave">Wikipedia</a>). Er entspringt in den Karnischen Alpen bei Bladen (Sappada), fließt erst in südlicher, dann in südöstlicher Richtung und mündet bei Jesolo in die obere Adria. Der Piave bildet im Oberlauf wie auch im Mittellauf noch an vielen Stellen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Torrente_(Sturzbach)">Torrente</a> aus, Täler, die bei Niedrigwasser aus weiten Schotter- und Kiesflächen bestehen und nur bei Hochwasser überflutet werden. Der Oberlauf ist im Cadora-Stausee aufgestaut. Unterlauf und Mündung wurden bereits im Mittelalter weiter nach Norden verlegt, um Venedig vor Hochwasser zu schützen. Im Ersten Weltkrieg war der Piave Schauplatz mehrerer Schlachten zwischen der österreichischen und der italienischen Armee (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piaveschlachten">Piaveschlachten</a>).</p>



<span id="more-719"></span>



<h3 class="wp-block-heading">Reisebericht vom 6. Mai 2021</h3>



<p>Von Padova &#8230; weiter nach Norden, auf die Alpenkette zu, über Montebelluna nach Nogaré, dort nach Osten abbiegen auf eine kleine Straße über Ciano, Parocchia Santa Croce nach Nervesa della Bataglia. Sie führt an einem wilden Abschnitt des <strong>Piave</strong> entlang. Parken bei der einsam gelegenen Kirche Santa Mama (auch per Bus erreichbar), zu Fuß geht es links herunter auf eine Wiese mit scharfer Abbruchkante zum 2 m tiefer fließenden Piave. Schöne Aussichten über die weiten Kiesbänke und die dazwischen wild verlaufenden Flussstränge. Ein Abgang zu einem Mini-Sandstrand ist da. Ein kleiner Pfad führt flussaufwärts in den schmalen Auwald, der von einem felsigen Hang begrenzt wird. Durch blühenden Bärlauch, blühende rote und gelbe Taubnesseln und üppig blühende Salomonssiegel geht es zum Felsufer des Flusses hinunter – und zur Grotte! Tatsächlich, links in der Felswand öffnen sich zwei Grottenlöcher, eins geht tief in den Berg, ein anderes enthält eine kräftig sprudelnde Quelle, ganz eingefasst von Lebermoos.  In den Fluss hinein ist eine Betonplattform gebaut, möglicherweise ein Bunkerrest des Ersten Weltkriegs. Von dort wieder eine prächtige Aussicht über die Kiesbänke und Flussstränge.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412.jpg" alt="" data-id="723" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412.jpg" data-link="https://jejko.de/piave/img_1412/" class="wp-image-723" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412-150x113.jpg 150w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1412-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></a></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a 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<p>Überall am Wege Denkmäler für die Piaveschlachten 1917/18. Der Ort <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nervesa_della_Battaglia">Nervesa delle Battaglia</a> ist sogar nach der Schlacht benannt, was darauf hindeutet, dass die Italiener sie am Ende gewonnen haben. In der Tat führte ihr Sieg in der Schlacht von Vittorio Veneto Oktober 1918 zum Zusammenbruch der öster­reichischen Südfront und dazu, dass Österreich-Ungarn der Entente einen sofortigen Waffen­stillstand anbot – nach vier sinnlosen Kriegsjahren gegen Serbien, Russland und Italien, die in den Dolomiten, am Piave, am Isonzo und anderswo Hunderttausende von Menschenleben gekostet haben. Am Piaveufer von Nervesa steht als Andenken ein rostiges Blechboot mit Anker, gesäumt von Granatkegeln. Italienische und österreichische Pioniere haben nach Zerstörung der Brücken immer wieder versucht, mit solchen Booten über den Piave überzusetzen, wobei sie jeweils von der Gegenseite mit Granaten und Maschinengewehren beschossen wurden. Die Fluten des Piave färbten sich rot vom Blut nationalistisch verhetzter junger Männer.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1436.jpg" alt="" class="wp-image-733" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1436.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1436-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1436-150x113.jpg 150w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1436-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption>Andenken an die Piaveschlachten in Nervesa delle Battaglia (Korff 2021)</figcaption></figure>
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		<title>Tagliamento</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 14:33:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewässer]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Tagliamento ist ein 170 km langer Fluss in Norditalien (Wikipedia). Er entspringt in den Friauler Dolomiten, am Mauriapass, erreicht bei Gemona del Friuli, nördlich von Udine, die norditalienische Tiefebene, durchfließt diese in südlicher, später südöstlicher Richtung und mündet bei San Michele al Tagliamento, nördlich von Venedig, in die Adria. Der Tagliamento ist der bedeutendste &#8230; <a href="https://jejko.de/tagliamento/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Tagliamento“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Tagliamento ist ein 170 km langer Fluss in Norditalien (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tagliamento">Wikipedia</a>). Er entspringt in den Friauler Dolomiten, am Mauriapass, erreicht bei Gemona del Friuli, nördlich von Udine,  die norditalienische Tiefebene, durchfließt diese in südlicher, später südöstlicher Richtung und mündet bei San Michele al Tagliamento, nördlich von Venedig, in die Adria. Der Tagliamento ist der bedeutendste noch verbliebene Wildfluss der Alpen. Er wurde im gesamten Mittellauf nirgends begradigt, befestigt oder aufgestaut. Erst unterhalb von Latisana, auf den letzten rund 30 Flusskilometern, wurden die Ufer befestigt. Typisch ist das teilweise hunderte Meter breite Flussbett, in dem sich der Fluss zopfförmig zwischen zahllosen Kiesbänken aufteilt und wieder vereinigt. Die bei Niedrigwasser trockenfallenden Kiesbänke nennt man Torrente. Im Mittellauf wurden 32 Fischarten bestimmt. </p>



<p>Im Mai 2021 habe ich den wilden Gesellen aufgesucht und seine Ufer und umgebende Höhen bei Ponte della Delizia, Pinzano und Cornino erwandert. </p>



<span id="more-690"></span>



<h3 class="wp-block-heading">Reisebericht 7. Mai 2021</h3>



<p>Von C. ging es zunächst rund 30 km in nordöstlicher Richtung zur Tagliamentobrücke der SS 13 bei Ponte della Delizia. Ich pausierte in <strong>Ponte Tagliamento</strong>&nbsp; und erkundete dort zwischen dichtem Gebüsch und über pfützenreiche Sandwege das Ostufer des Flusses. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1446.jpg" alt="" class="wp-image-693" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1446.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1446-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1446-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption>Tagliamento-Unterlauf bei Ponte Tagliamento (Korff 2021)</figcaption></figure>



<p>Weiter 23 km nördlich, flussaufwärts, über die Brücke bei Dignano nach <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spilimbergo">Spilimbergo</a></strong>. Sehr hübsche Altstadt mit rund zehn Ristorantes und Cafés, also das ideale Basislager für Tagliamento-Exkursionen. 10 km weiter nördlich liegt <strong>Pinzano al Taglimanto</strong> (<a href="https://geohack.toolforge.org/geohack.php?pagename=Pinzano_al_Tagliamento&amp;language=de&amp;params=46.183333333333_N_12.933333333333_E_dim:10000_region:IT_type:city(1530)">Karte</a>), die Straße wird am Ende bereits gebirgig. An der Straße nach San Pietro, die über eine hohe Tagliamentobrücke führt, liegt noch am Westufer der Colle Pion mit dem Ossario Germanico (deutschen Beinhaus). Auf dem Weg dahin leider verpasst: den Wasserfall Cascata di Fôs (wäre vom gleichen Parkplatz in der Kurve zu erreichen gewesen). Aufstieg auf den Hügel zu den Ruinen des Beinhauses für getötete deutsche Soldaten des I. Weltkriegs, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um 1936 errichten ließ. Es stehen lange Mauern, die den Grundriss einer Basilika andeuten, und die Apsis, das eigentliche Beinhaus, das wie ein Wehrturm über dem Steilhang thront. Überall grasen Ziegen und verhindern die Verbuschung des eingezäunten Geländes. Da Ziegen sehr schlau sind, müssen die Menschen am Schließmechanismus der kleinen Tore kurz beweisen, dass sie etwas schlauer sind als die geländegängigen Vierbeiner. Auf dem Colle Pion oberhalb der Tagliamento-Enge befinden sich weitere Überbleibsel des I., des II. und des seinerzeit angedachten III. Weltkriegs: Es gab eine Radarstellung, die den östlichen Nachbarstaat Jugoslawien im Auge behielt. Alles ist mit ausführlichen Erklärungstafeln erschlossen. Man hat einen atemberaubenden Blick über den blaugrauen Fluss hinweg auf den gegenüberliegenden Berg von San Pietro und blickt von oben auf die elegante weiße Brücke, den Ponte di Pinzano, die selbst für ihre Aussicht über das Flusstal mit seinen Kiesbänken berühmt ist.&nbsp; In San Pietro lockt ein ländliches Restaurant mit Gartenterrasse, die Locanda al Borcolan.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1497.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1497.jpg" alt="" data-id="696" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1497.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/img_1497/" class="wp-image-696" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1497.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1497-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1497-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></a></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1498.jpg"><img 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class="blocks-gallery-item__caption">Blick vom Colle Pion</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220807.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220807.jpg" alt="" data-id="704" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220807.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/p1220807/" class="wp-image-704" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220807.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220807-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220807-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></a><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Kiesbänke bei Pinzano</figcaption></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><a href="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220813-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220813-2.jpg" alt="" data-id="705" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220813-2.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/p1220813-2/" class="wp-image-705" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220813-2.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220813-2-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220813-2-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></a><figcaption class="blocks-gallery-item__caption">Kiesbänke bei Pinzano</figcaption></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">Tagliamento: Mittellauf bei Pinzano (Korff 2021)</figcaption></figure>



<p>Weiter 10 km über gebirgige Straßen nordostwärts nach Cornino. Unterwegs Überquerung des Nebenflusses <strong>Arzino</strong> bei Flagogna, in dem ich meine Füße badete. Verpasst: Flussbadestrand am Arzino bei Vallata und das <a href="http://valdarzino.info">Val d’Arzino</a> weiter oberhalb bei San Francesco, ein felsiges Gebirgstal mit Wasserfällen, Klamm und natürlichen Wasserbecken mit Wildbadeplatz (Cerdevol Curnila). Vom Parkplatz in <strong>Cornino</strong> Wanderung zum <strong>Lago di Cornino</strong> im Naturschutzgebiet (<a href="https://geohack.toolforge.org/geohack.php?language=it&amp;pagename=Lago_di_Cornino&amp;params=46.2295_N_13.0244_E_type:waterbody_scale:300000">Karte</a>). Von einem Aussichtsturm aus sichtete ich Gänsegeier, Steinadler und Kolkraben, die in einem abgesperrten Gelände gefüttert werden. Der See hat eine spektakulär tieftürkise Färbung und extrem klares Wasser, in dem sich Cornino-Vipern aufhalten sollen. Im Wald ein isoliertes Vorkommen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Steineiche">Steineiche</a> (leider nicht gesichtet). Vom Parkplatz der SP 22 oberhalb des Sees hat man eine barrierefreie Aussicht. Von dort stieg ein Mann durchs Geröll zum See ab, wir trafen am Ufer aufeinander. Er war auf der Suche nach Cornino-Vipern. Kaffee getrunken im Minimarket im Dorf. Rückfahrt nach Pinzano über Forgaria, San Francesco, Flagogna.</p>



<figure class="wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1479.jpg" alt="" data-id="706" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1479.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/img_1479/" class="wp-image-706" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1479.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1479-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1479-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1482.jpg" alt="" data-id="707" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1482.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/img_1482/" class="wp-image-707" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1482.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1482-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1482-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1487.jpg" alt="" data-id="708" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1487.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/img_1487/" class="wp-image-708" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1487.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1487-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/IMG_1487-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></figure></li><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220783.jpg" alt="" data-id="709" data-full-url="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220783.jpg" data-link="https://jejko.de/tagliamento/p1220783/" class="wp-image-709" srcset="https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220783.jpg 1024w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220783-300x225.jpg 300w, https://jejko.de/wp-content/uploads/2021/11/P1220783-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /></figure></li></ul><figcaption class="blocks-gallery-caption">Lago di Cornino (Korff 2021)</figcaption></figure>



<p>Zurück in <strong>Pinzano</strong> nutzte ich das phänomenale Abendlicht zu einem Aufstieg auf das Castello di Pinzano (geparkt an der Linkskurve der Via Castello, Aufstieg über den Fußweg links von der Auffahrt zur Burg, durch den Wald nördlich der Burg). Phänomenale Aussicht über das Tagliamentotal flussauf- wie flussabwärts mit Picknickplätzen. Wie der Tagliamento aus den Alpen in die Poebene eintritt, ist von dort prächtig zu sehen. Danach noch Abstecher zu den weiten Kiesbänken des Westufers unterhalb von Pinzano, über die Via Tagliamento, vorbei an der Chiesa della Santissima Trinitá (weiter auf Feldweg, keine Parkplätze). 2 km Fußweg durch den Auwald und über die Kiesbänke bis zum Fluss, der hier ganz am Ostufer fließt.</p>
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		<title>Wilde Gewässer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Nov 2021 21:07:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Buch- und Internetprojekt von Jens Jürgen Korff, 2021 gefördert durch ein Stipendium der Aktion &#8222;Auf geht&#8217;s&#8220; des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Foto zeigt die Flusslandschaft der Biebrza in Ostpolen (Korff 2015). #Bäche und Flüsse, die ihren Verlauf und die Gestalt ihrer Ufer selber gestalten, sind eine urwüchsige Form von Landschaft und Natur. Sie bieten gemeinsam &#8230; <a href="https://jejko.de/wilde-gewaesser/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Wilde Gewässer“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein Buch- und Internetprojekt von Jens Jürgen Korff, 2021 gefördert durch ein Stipendium der Aktion <a href="https://www.mkw.nrw/kultur/foerderungen/auf-gehts">&#8222;Auf geht&#8217;s&#8220; des Landes Nordrhein-Westfalen</a></em>. <em>Das Foto zeigt die  Flusslandschaft der Biebrza in Ostpolen (Korff 2015).</em></p>



<p>#<a href="https://jejko.de/baeche/" data-type="post" data-id="33">Bäche</a> und Flüsse, die ihren Verlauf und die Gestalt ihrer Ufer selber gestalten, sind eine urwüchsige Form von Landschaft und Natur. Sie bieten gemeinsam mit den in ihren Überschwemmungsgebieten wachsenden Auwäldern. Lebensraum für viele faszinierende Tier- und Pflanzenarten, </p>



<span id="more-669"></span>



<p>die aus unseren gerade gezogenen, durchpflügten und durchschnittenen Kulturlandschaften ganz oder fast verschwunden sind. In Mitteleuropa sind wilde Gewässer selten geworden, doch ich habe einige davon gesucht, gefunden und will sie Ihnen zeigen. Ich habe Menschen interviewt und tue es weiterhin, die wilde Gewässer erforschen und schützen. Es ist ein eigenartiger Menschenschlag. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Bachbekrummiger</h3>



<p>Die weitaus meisten Bäche und Flüsse in Mitteleuropa wurden im 19. und frühen 20. Jahrhundert begradigt, verkürzt und vielfach aufgestaut, die Auwälder wurden in Ackerflächen und Wiesen verwandelt oder mit Häusern, Straßen und Verkehrswegen zugebaut. Seit dem Jahr 2000 ist die Renaturierung von Gewässern offizielles Ziel der EU und der Gesetzgebung aller EU-Staaten. Auch darum kümmern sich viele Expertinnen und Experten &#8211; ich nenne sie die Bach- und Flussbekrummiger. Was begradigt wurde, machen sie Schritt für Schritt wieder krumm.  Rund sind die Tische der Partizipationsprozesse, die mit der Renaturierung und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_2000/60/EG_(Wasserrahmenrichtlinie)">Wasserrahmenrichtlinie der EU</a> einhergingen und -gehen, ein wenig krumm sind viele Fachbegriffe der Limnologie (Gewässerkunde), der Wasserbau- und Renaturierungstechnik. Deshalb erkläre ich sie und hinterlege sie mit anschaulichen Beispielen.  &#8222;Runde Tische zur Wasserrahmenrichtlinie&#8220; habe ich als #<a href="https://jejko.de/naturschutz/" data-type="post" data-id="159">Naturschützer</a> in Ostwestfalen-Lippe selber miterlebt und kann ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einige Fluss- und Bachporträts</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="http://jejko.de/amel">Amel</a></li>



<li>Biebrza</li>



<li>Dreiflussstein Ems-Rhein-Weser</li>



<li>Endert</li>



<li>Michelsbach (Ahr)</li>



<li><a href="http://jejko.de/peene">Peene</a></li>



<li><a href="http://jejko.de/piave">Piave</a></li>



<li><a href="http://jejko.de/tagliamento">Tagliamento</a></li>



<li><a href="http://jejko.de/talferbach">Talferbach</a></li>
</ul>
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		<title>Vorwarnzeit: Kornelkirschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 16:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Storys]]></category>
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					<description><![CDATA[Kapitel aus dem Romanprojekt Vorwarnzeit Die Kornelkirsche (Cornus mas), auch Gelber Hartriegel oder Herlitze genannt, ist ein baumartiger Strauch aus der Gattung Hartriegel, der im Alter 8 Meter Höhe erreicht. Die Rinde der jungen Zweige ist gelbgrau. Die gelben Blüten erscheinen schon Ende März. Im August und September werden die Früchte reif. Sie sind länglich, &#8230; <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit-kornelkirschen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Vorwarnzeit: Kornelkirschen“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kapitel aus dem Romanprojekt <strong><a href="https://jejko.de/vorwarnzeit/" data-type="post" data-id="552">Vorwarnzeit</a></strong></p>



<p class="has-light-blue-background-color has-background"><em>Die Kornelkirsche (Cornus mas), auch Gelber Hartriegel oder Herlitze genannt, ist ein baumartiger Strauch aus der Gattung Hartriegel, der im Alter 8 Meter Höhe erreicht. Die Rinde der jungen Zweige ist gelbgrau. Die gelben Blüten erscheinen schon Ende März. Im August und September werden die Früchte reif. Sie sind länglich, kleiner als Kirschen, anfangs rot, später schwarzrot. Die Kornelkirsche ist nicht näher mit der Kirsche verwandt. Das Holz ist sehr hart und wurde in der Antike für Lanzen genutzt, später für Spazierstöcke. Die eingemachten Früchte werden seit Alters her gegessen, auch als Marmelade oder Gelee, und zu Likör oder Obstbrand verarbeitet.</em></p>



<p class="has-light-blue-background-color has-background has-small-font-size">Foto: Von Der ursprünglich hochladende Benutzer war Hanson59 in der Wikipedia auf Deutsch &#8211; Eigenaufnahme mit de:Casio QV-R40; im Botanischen Garten zu Berlin, CC BY-SA 3.0, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5948002">https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5948002</a></p>



<p>Nach der #Revolution muss Tutti ein Denkmal gesetzt werden! Das verkündete Till in seinen linken Aachener Freundeskreisen ein ums andere Mal. </p>



<span id="more-588"></span>



<p>Jeder seiner Freunde kannte Tutti, doch beliebt war sie unter #Jusos und #Kommunisten eher nicht. Tutti, bürgerlich Martina Haase, war die Seele des Widerstands gegen #Atomkraftwerke. Sie tauchte in den meisten Veranstaltungen linker Gruppen auf, ergriff bald das Wort und berichtete mit atemloser Stimme über eine neue Aktion gegen die Atomkraft, bei der aus diesem, jenem und vielen weiteren Gründen jede und jeder ganz unbedingt teilnehmen müsse, wenn er oder sie die Welt in letzter Sekunde retten wolle. Dazu verteilte sie meist ein Flugblatt mit handgeschriebener Überschrift, handgemalter Atomkraft-Nein-danke-Sonne, vollgetippt von links oben bis rechts unten, und weil danach immer noch etwas Wichtiges zu sagen war, hatte sie den verbliebenen Rand mit ihrer gut lesbaren, etwas kindlichen Handschrift spiralförmig mit weiteren Buchstaben ausgefüllt.</p>



<p>Das Tutti-Denkmal, das Till sich vorstellte, stand vor dem Elisenbrunnen, einem traditionellen Ort für Demos in #Aachen. Dort hatte Till Tutti auch zum ersten Mal gesehen; 1975 bei seiner ersten Demo, gegen eine Fahrpreis­erhöhung der ASEAG, des Aachener Verkehrsbetriebs. Die kleine, korpulente Frau, in zahlreiche Tücher gehüllt, bebend vor Botschaft und zugleich Bratsche spielend, hinter ihr zwei Mitstreiter mit Transparent. Denn sie trug ihre strophenreichen, selbst umge­dichteten Kampflieder, an jedes Demothema neu angepasst, mit leicht brüchiger Stimme und oft mit Bratschenzwischenspiel vor.</p>



<p>Bei Till hatte Tutti einen Stein im Brett, was Tutti bald merkte und gelegentlich ausnutzte. Politisch kamen sie aus unterschiedlichen Lagern, aber in der Praxis trafen sie sich oft. Der Kampf gegen Atomkraftwerke gehörte nicht zu den ersten Themen der Aachener Jusos und der Aachener Kommunisten, wohl aber zu Tills wichtigsten Themen. Anders als die meisten seiner Genossen hegte Till keinerlei Sympathie für sowjetisch-sozialistische Atomkraftwerke und konnte sich, genau wie Tutti, durchaus einen ostelbischen GAU vorstellen. Strontium-90 kümmert sich nicht um Volks- oder Privateigentum. Da Till gerne sang, erfreuten und belustigten ihn Tuttis ungewöhnliche Kampflieder, die stets kabarettistisches Niveau und meist einen schmissig-mitsingbaren Refrain hatten. Legendär war ihre Anarcho-Version von Mozarts Arie »Reich mir die Hand, mein Leben«: »Wir sind ’ne kriminelle Vereinigung und brechen hier gemeinsam das Recht…«</p>



<p>Tutti studierte offiziell Germanistik, bedichtete Mozart, spielte Bratsche und wohnte in der Beethovenstraße. Eines Tages schleppte Tutti Till in ihre bildungsbürgerliche Wohnung ab, die ihrer Mutter gehörte. Till bewunderte die Goethe-Gesamtausgabe in Novecento-Fraktur mit goldgeprägten Buchrücken; sie stand im Flurregal. In der Küche hatte Tutti den Siphon unter dem Spülbecken abgeschraubt und einen Eimer darunter gestellt, um das Spülwasser aufzufangen. Das schüttete sie regelmäßig in den Spülkasten der Toilette, um es dort zweitzunutzen. Till wurde sogleich in Tuttis Wasserwirtschaft und die Handhabung der damit verbundenen Umstände einge­wiesen.</p>



<p>Nachdem sie damit fertig war, sagte Tutti:</p>



<p>„Die Kornelkirschen sind reif und fallen schon runter und werden auf dem Bürgersteig plattgetreten. Das ist so eine Verschwendung, denn Kornelkirschen sind eine alte Heilpflanze und man kann prima Marmelade daraus machen, die sehr gesund ist. Wenn du mithilfst, können wir in zwei Stunden Kornelkirschen ernten und entkernen und Marmelade einkochen.“</p>



<p>Till hatte noch nie von Kornelkirschen gehört, ließ sich aber von Tuttis Tatendrang mitreißen, zumal ihn die Sommersonne nach draußen lockte. Sie suchten eine Straße in der Nachbarschaft auf, in der mehrere große Kornelkirschensträucher standen. Die Zweige hingen voller länglich-roter Früchte. Viele waren bereits zu Boden gefallen und hatten auf dem Gehweg eine marmeladig-rötliche Pfütze gebildet.</p>



<p>Till fragte mit vorsichtiger Skepsis:</p>



<p>„Sehen hübsch aus, die Kornelkirschen! Bist du dir sicher, dass man die essen kann?“</p>



<p>„Ja klar kann man die essen! Wusstest du das nicht?“ Tutti tat ein bisschen empört. „Die sind sogar eine alte Heilpflanze, gut für Magen und Darm! Aus der Rinde kann man auch Tee machen. Hildegard von Bingen hat im Mittelalter Rezepte dafür ausprobiert und aufge­schrieben. Meine Mutter hat oft Marmelade daraus gemacht. Letztes Jahr wollte ich schon Marmelade machen, aber dann kam mir die Aktion gegen Creys-Malville dazwischen und ich musste in der Zeit ins Elsass fahren, da war ein Hüttendorf.“</p>



<p>Till gehorchte der ewigen Aktivistin, sie pflückten die Früchte von den dünnen Zweigen ab, füllten drei mitgebrachte Eimer mit der klebrigen Ernte und schleppten sie nach Hause, wobei sich die Henkel der schweren Eimer tief in die Finger einschnitten. Zu Hause bei Tutti schütteten sie jeweils einen halben Eimer voll auf das Wachstuch des Küchentischs und fingen an, die Früchte zu entsteinen. Das stellte sich als mühsam heraus, denn das Fruchtfleisch löste sich bei vielen Früchten schlecht von den Kernen ab, vor allem bei den helleren. Die Prozedur zog sich in die Länge, es wurde Abend und Till verabschiedete sich mit etwas Mühe von der emsigen Kornelkirsche, bevor sie den Marmeladentopf auf die Gasflamme setzen konnte. Später übergab sie ihm ein hellrotes Glas der so mühsam produzierten Marmelade, und als Till es auf einem gebutterten Toastbrot probierte, überwog der Eindruck, dass er schon leckerere Marmelade gegessen hatte.</p>



<p>Den Kornelkirschen begegnete er zehn Jahre später in Köln noch einmal. Er arbeitete in einer Werbeagentur, und die hatte gerade ein neues Domizil bezogen, in einer 60er-Jahre-Villa mit Garten im Stadtteil Raderberg. Im Eingangsbereich der Villa stand ein hoher Strauch. An einem heißen Augusttag wollte Giulio Sinatra, sein Chef, mit Till zusammen zu einem Kunden fahren. Als sie in Giulios schwarzes Cabrio einsteigen wollten, das mit offenem Verdeck unter dem Strauch abgestellt war, kriegte Giulio einen Tobsuchts­anfall; denn auf den Sitzen und in den Fußräumen lagen ziemlich viele schwarzrote, sehr matschige und sehr klebrige Früchte. Till erkannte sie sofort: Es waren Kornel­kirschen. Und zwar diesmal die richtig reifen. Während er Giulio half, das klebrige Zeug aus dem Auto zu klauben, dachte er sich: Die hätten wahrscheinlich eine wohlschmeckendere Marmelade ergeben als Tuttis hellroter Versuch.</p>



<p><strong>Teil des Romanprojekts <a href="http://jejko.de/vorwarnzeit" data-type="URL" data-id="jejko.de/vorwarnzeit">»Vorwarnzeit«</a></strong></p>
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		<title>Vorwarnzeit: 81er</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 14:56:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kapitel aus dem Romanprojekt Vorwarnzeit Als 81er wird hier eine politisch aktive Generation in West- und Ostdeutschland bezeichnet, die in Soziologie, Geschichtswissenschaft und Publizistik bislang weitgehend igno­riert wurde. Der Begriff ist nicht etabliert. Gemeint sind Menschen, die als Mitgestalter der #Friedensbewegung der frühen 1980er Jahre (etwa mit der ersten Bonner Großdemonstration am 10. Oktober 1981) &#8230; <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit-81er/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Vorwarnzeit: 81er“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Kapitel aus dem Romanprojekt <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit/" data-type="post" data-id="552"><strong>Vorwarnzeit</strong></a></p>



<p class="has-light-blue-background-color has-background"><em>Als <strong>81er</strong> wird hier eine politisch aktive Generation in West- und Ostdeutschland bezeichnet, die in Soziologie, Geschichtswissenschaft und Publizistik bislang weitgehend igno­riert wurde. Der Begriff ist nicht etabliert. Gemeint sind Menschen, die als Mitgestalter der #Friedensbewegung der frühen 1980er Jahre (etwa mit der ersten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensdemonstration_im_Bonner_Hofgarten_1981">Bonner Großdemonstration am 10. Oktober 1981</a>) erst­mals an die Öffentlichkeit getreten sind. Ihr Motiv, die Angst vor einem #Atomkrieg, bewegte zeitgleich auch viele gleichaltrige, politisch aktive Menschen in der DDR. Wenn wir annehmen, dass sie damals im Schnitt 22 Jahre alt waren, ergibt sich, dass die mittleren 81er den geburten­starken Jahrgängen 1958, 1959 und 1960 angehörten. Wenn wir weiter annehmen, dass ihre Eltern bei ihrer Geburt im Schnitt 27 Jahre alt waren, bekommen wir für die Eltern die ebenfalls geburtenstarken Jahrgänge 1931 bis 1933. Die Eltern der 81er waren Kriegskinder, bei Kriegsende 12 bis 14 Jahre alt. Deshalb gelten die 81er auch als sog. Kriegsenkel.</em></p>



<p>Am Rande des Waldwegs, halb im Graben, lag eine rund 20 Zentimeter lange Granate. Zuerst traute Till seinen Augen nicht. </p>



<span id="more-580"></span>



<p>Die Gruppe versammelte sich schweigend um den Fund, allen verschlug es die Sprache. Die Granate war fast siebzig Jahre alt, rostig, aber offenbar vollständig. Niemand traute sich, sie zu berühren. Der winterliche Waldboden der Hügel über #Verdun war pockennarbig: von zahllosen Trichtern gesprenkelt, von tiefen Wellen durchzogen. Die erdfarbe­nen Wellen waren anscheinend Reste von Schützengräben, in denen kräftige Fichten wurzelten. Till fand einen großen, zackigen Granatsplitter und ein Stückchen Stacheldraht. Der Splitter hatte vielleicht einem Mann das Bein abgerissen, ehe er in den Boden eingedrungen war. Hatte der Mann noch Zeit gehabt zu schreien? Sein Blut war in diesem Boden versickert, hatte diese Bäume gedüngt, als sie klein waren.</p>



<p>Jenseits des Waldes waren die Hügel hektarweit mit weißen Kreuzen bedeckt. Zwischen den Kreuzen entdeckten die deutschen Besucherinnen und Besucher ein Feld mit Grab­steinen, die anders aussahen: Ihr geschwungener Rand glich einer Kuppel. Sie erinnerten an die Überreste von Männern algerischer, tunesischer, marokkanischer und senegale­sischer Herkunft, die hier geholfen hatten, eine Festung ihrer französischen Kolonialmacht gegen anstürmende Deutsche zu vertei­digen, beim großen Bürgerkrieg der europäischen Stämme. Über dem Meer der Kreuze thronte der peinliche Marmorpimmel des Beinhauses von Verdun. Darin hatten die Franzosen sämtliche Knochen der toten Soldaten gesammelt. An jenem trüben Tag im Dezember 1984 waren die Geschichtsstudentinnen und ‑ten aus #Aachen dort unter sich. Franzosen waren nicht zu sehen.</p>



<p>»Weit in der Champagne im Mittsommergrün, / dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblümen blühn…« Hannes Waders klingende Sommererzählung nagelte Till am 10. Oktober 1981 in der Poppelsdorfer Allee fest. Er konnte nicht weitergehen, es war ohnehin alles voller Menschen, sang die Zeilen über den jungen Mann mit, der das Jahr 1916 nicht überlebt hatte.</p>



<p>»Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt? / Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt / Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn…« Auch Till hatte damals noch kein Mädchen geliebt. Lebte er in einem Land, in dem Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihen konnten? Die Älteren mit ihren Kriegs­erlebnissen waren sich sicher, dass Till im Frieden aufgewachsen war. Till nicht.</p>



<p>Im Hofgarten sprach Heinrich #Böll. Bölls Geschichte von der Waage der Baleks hatte Till gelehrt, wie viel Mut erforderlich war, mit eigenen Händen nachzu­wiegen, was Herrschende ihren Untertanen gnädigst zugemessen hatten. Bölls Geschichte von dem abgeschnittenen Tafelspruch »Wanderer, kommst du nach Spa« hatte den Bogen geschlagen von der säulengeschmückten Kriegsverherr­lichung eines Lateinlehrers im Gymna­sium zum Krepieren eines verstümmelten Schülers in einer der letzten und sinnlosesten Schlachten des verbrecherischsten aller Kriege. In Washington planten Strategen, mit Hilfe der neuen Mittel­streckenraketen, die sie im Hunsrück stationieren wollten, dem sowjetischen Huhn in einem atomaren Erstschlag den Kopf abzuschlagen. Darüber sprachen Till und seine Freunde in dem Aachener Friedens­komitee, und ihm fiel dazu immer der blonde, blauäugige Bauer von nebenan ein, der so hieß wie sein Hof und vor den Augen des Sechsjährigen mit einer Eisenstange einem seiner Hühner den Kopf abgeschlagen hatte, um dem zartbesaiteten Nachbarsjungen zu zeigen, was ein wahrer Bauer im Leben zu tun hat.</p>



<p>Es war ein mächtiges Gefühl in Bonn, Teil eines historischen Ereignisses zu sein, das Till selbst mitgestaltet hatte, mit vielen Plakaten und Flugblättern. Er hatte die Person bewundert, die die reibungslose Ankunft und Abfahrt Dutzender von Sonderzügen im engen Bonner Hauptbahnhof organisiert hatte. Etliche Schau­fenster der Bonner Innenstadt waren mit Holzplatten vernagelt. Till sagte zu dem Nebenmann mit der John-Lennon-Brille:</p>



<p>»Guck mal! Sind wir eine Flutwelle, ein Orkan?«</p>



<p>Lennon II antworte:</p>



<p>»Die CDU hat tagelang Angst vor der Friedensdemo geschürt und so getan, als wären wir hemmungslose Chaoten.«</p>



<p>»Haha! Und was sind wir? Hunderttausend Lehrerinnen, Kindergärt­nerinnen, Ärzte, Kranken­schwestern, Angestellte, Studis, Schüler, Familien mit kleinen Kindern, alle mit weißen Tauben auf blauem Tuch.«</p>



<p>»Ja. Aber zum blanken Entsetzen von Schmidt, Kohl und Co glauben wir nicht daran, dass die kriegslüsterne Sowjetunion aufgerüstet hat, dass die friedliebende NATO nun nachrüsten muss, um zu verhindern, dass die Rote Armee mit Panzern über uns hinwegrollt. #Kohl hat im Bundestag beantragt festzustellen, dass wir alle Vaterlands- und Freiheitsverräter seien .«</p>



<p>»Weil wir nicht die vorgeschriebene Angst vor den Panzern der Roten Armee haben, sondern Angst vor einem Atomkrieg in Mitteleuropa. Weil wir die #Neutronen­bombe, die alle Menschen tötet, aber die heiligen Häuser und Panzer unbeschädigt lässt, für eine Perversion menschlichen Denkens halten…«</p>



<p>»So hat es Egon Bahr gesagt. Ein mutiger Satz!«</p>



<p>»…und weil es ein Irrsinn ist, dass wir Deutschen und die anderen reichen Länder der Welt Milliarden um Milliarden unseres Wohlstandes in Panzer, Kampf­flug­zeuge und Atom­raketen verwandeln, anstatt damit den hungernden Menschen der Erde zu helfen. Wie hat der Bundestag denn über Kohls Antrag entschieden?«</p>



<p>»Der wurde abgelehnt. SPD und FDP waren dagegen. Aber diese Ladenbesitzer haben wohl vorsichtshalber an der Phantasie festge­halten, dass wir eine rote Flut seien, die Vorhut von rheingeilen russischen Panzern, die irgendwo hinten im Osten mit ständig laufenden Motoren auf ihre Gelegenheit lauern.«</p>



<p>Über viele tausend Köpfe hinweg, hinten vor der Fassade der Bonner Universität, leuchtete rot ein Sprengkopf an der Spitze einer viele Meter langen Papp-Pershing-Rakete. Das Rot erinnerte Till an die Hitzewelle der Bombe von #Hiroshima, das schlimmste Feuer, das die Erdoberfläche gespürt hatte seit dem Einschlag jenes Meteoriten, dessen Staub die Saurier aussterben ließ. Die Bombe hatte 600 Meter tiefer ein Kind verbrannt wie Papier, das Mädchen von Hiroshima, dessen Epitaph Nazim #Hikmet verfasst hatte.</p>



<p>Till spürte die Wärme des blonden Mädchens Ute dicht an seiner Seite. »Pershing! Dat is ene doll Ding!« Heiner schlug die Rockgitarre, als die Aachener Friedens­kämpfer Ostern 1982 die lange Straße von Wegberg nach Arsbeck ablatschten. Im Friedenskomitee hatten sie viel Spaß damit gehabt, das Rockstück »Wild Thing« von den Troggs kölsch umzu­dichten auf die bescheuerten Raketen. Der Rockrhythmus rieselte Till über den Rücken, ging durch den Unterleib; das langbeinige Mädchen blieb ihm dicht an der Seite und genoss die Berührungen der Hüften ebenso wie Till. An ihren jeansblauen Oberschenkel hatte Ute einen roten Elefanten gestickt; von hinten gesehen, sein Schwanz bewegte sich beim Gehen. In der rechten Hand, mit der Till ihre Schulter umfasst hielt, spürte er den samtweichen Plüsch ihrer schwarzen Jacke. Wenn sie den Kopf zu ihm drehte, bewegte sich ihr dunkellila Halstuch über ihrem schmalen, runden, glatten Hals.</p>



<p>»Sind hier denn wirklich Pershing-Raketen?« fragte Ute und blickte neugierig durch ihre kreisrunden Brillengläser in die Gegend.</p>



<p>»Ja, Pershing-I-Raketen, die älteren Schwestern der Pershing II. Die sind auf dem Stützpunkt Arsbeck stationiert. Müssen hier irgendwo hinter NATO-Draht und Fichtenwänden in unsichtbaren Bunkern liegen.«</p>



<p>Sie war beeindruckt. Es war wichtig, dass sie alle hier waren. Sie rückten den verfluchten Raketen zuleibe. Der Regen hatte aufgehört. Tills Erinnerung streifte wohlig ihren Patchouli-Duft, ihr langes, dichtes Blondhaar zwischen Daumen und Fingern, das Spiegelbild seiner Nasenspitze im Glas ihres Ohrgehänges, ihre himmlisch weichen, zielstrebi­gen Lippen, das atemberaubende Spiel der Zungen, den Lustsaft in der Hose, als sie später hinten im VW-Bulli saßen und knutschten; und nicht minder stolz die große Regen­schirmparty am Folgetag, als es zwischen dem NATO-Hauptquartier Rheindahlen und der Innenstadt von Mönchengladbach stundenlang durchgeregnet hatte und sie zu Tausenden, klatschnass und glücklich sangen:</p>



<p>»Apel, wir kommen! Wenn’s sein muss, auch geschwommen!«</p>



<p>Der Himmel über Bonn war klar gewesen, und über den 300.000 hatte hilflos ein Flugzeug gekreist mit der fliegenden Parole: »Und wer demonstriert in Moskau?« Die Politiker Alois Mertes, Jürgen Möllemann und Annemarie Renger hatten es bezahlt. Wie beantworteten die 81er damals diese rhetorische Frage?</p>



<p>»In Moskau demonstriert der Jugendverband Komsomol für atomare Abrüstung«, erklärte Andrej, einer der Kommunisten im Friedenskomitee. »Und Breschnjew ist der gleichen Meinung.«</p>



<p>Das war in der Aachener Friedensbewegung umstritten. Viele andere sagten:</p>



<p>»USA und Sowjetunion, die beiden Supermächte, rüsten ständig auf und steigern die Gefahr eines Atomkriegs.«</p>



<p>Die historischen Fakten allerdings, soweit Till sie als Geschichtsstudent über­prüfen konnte, sprachen dafür, dass seit der Atombombe von #Hiroshima fast alle Aufrüstungsschritte im Rüstungswettlauf von Usa ausgegangen waren. Gert Bastian, Gerhard Kade, das Institut SIPRI hatten es vorgerechntet: Die von der NATO vorgelegten Bedrohungsszenarien kamen nur dadurch zustande, dass die NATO wesent­liche Teile ihrer eigenen Rüstung ausklammerte, zum Beispiel die britischen und französischen Atomwaffen und die amerikanischen Atom-U-Boote im Nordatlantik. Tills Gerechtigkeitssinn sträubte sich gegen eine gleich­mäßige Auftei­lung der Schuld auf die »beiden Supermächte«. Ihm war klar, dass die Sowjetunion auf ganz andere Weise unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten hatte als das große Land jenseits des Ozeans. Auch Paula fiel ihm ein, die sächsische Geschichts­studentin und FDJlerin, die er im Jugendclub eines Städtchens am #Erzgebirge kennen gelernt hatte. Dort hatten sie an einem grob gezimmerten Tisch gesessen und über das grüne Resopal hinweg die Weltlage erörtert. Sie hatte die gleiche Angst wie Till davor, dass das ganze Land, alle Freunde und Verwandten plötzlich vom nuklearen Feuersturm verschlungen werden könnten.</p>



<p>Dennoch widersprach er Andrej:</p>



<p>»Ich mag Breschnjews Abrüstungs­angebote, ich denke, die haben Hand und Fuß und könnten uns retten. Aber dieser ketten­rasselnde und golden betresste Militarismus, mit dem sich die Rote Armee in Szene setzt, ist einfach Kacke. Und wenn ich lese, dass niemand in der SU den Kriegsdienst verweigern darf, dann macht mich das ziemlich wütend.«</p>



<p>Andrej versuchte, die sowjetischen Ordensgockel mit dem Großen Vater­ländischen Krieg zu rechtfertigen. Wer es geschafft habe, die faschistische Wehr­macht aus dem Heimatland zu werfen, habe ein Recht, darauf stolz zu sein.</p>



<p>Als ein kleiner grauhaariger Alter am Infostand am Holzgraben in Aachen auftauchte und Till anblaffte:</p>



<p>»Und wer demonstriert in Moskau?«</p>



<p>Da antwortete er:</p>



<p>»Ich jedenfalls nicht. Ich bin Aachener, und deshalb demon­striere ich in #Aachen. Ich bin Deutscher, und deshalb kümmere ich mich um die Kriegstreiberei und Aufrüsterei der deutschen Regierung. Von meinen Eltern habe ich den schönen Spruch gelernt: Ein jeder kehre vor seiner Tür.«</p>



<p>Ute lachte hell und griff Till später beim Abschiedskuss zwischen die Beine, dieses entzückende Aas.</p>



<p> <strong>Teil des Romanprojekts <a href="http://jejko.de/vorwarnzeit" data-type="URL" data-id="jejko.de/vorwarnzeit">»Vorwarnzeit«</a></strong> </p>
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		<title>Vorwarnzeit: Dresden 1988</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 14:10:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kapitel aus dem Romanprojekt Vorwarnzeit Dresden, die Hauptstadt Sachsens, liegt an der Elbe, nicht weit unterhalb der Stelle, wo der Fluss aus dem Elbsandsteingebirge ins Tiefland strömt. Mit 560.000 Einwohnern ist die Stadt etwas kleiner als Leipzig und die zwölftgrößte Stadt Deutschlands. Die Innenstadt ist berühmt für ihre Barockbauten, die vor allem auf die Regierungszeit &#8230; <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit-dresden/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Vorwarnzeit: Dresden 1988“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kapitel aus dem Romanprojekt <strong><a href="https://jejko.de/vorwarnzeit/" data-type="post" data-id="552">Vorwarnzeit</a></strong></p>



<p class="has-light-blue-background-color has-background"><strong><em>Dresden</em></strong><em>, die Hauptstadt Sachsens, liegt an der Elbe, nicht weit unterhalb der Stelle, wo der Fluss aus dem Elbsandsteingebirge ins Tiefland strömt. Mit 560.000 Einwohnern ist die Stadt etwas kleiner als Leipzig und die zwölftgrößte Stadt Deutschlands. Die Innenstadt ist berühmt für ihre Barockbauten, die vor allem auf die Regierungszeit Augusts des Starken (1694–1733) zurückgehen.</em></p>



<p>Als Till im Februar 1988 nach Dresden kam, dachte er mit Grauen an jenen 13. Februar 1945, an dem das »Elbflorenz«, die prachtvolle sächische Residenzstadt, in Schutt und Asche fiel und Zehntausende hier verbrannten. </p>



<span id="more-575"></span>



<p>In der Innenstadt gab es 1988 fast kein altes Haus. Auf der Außenmauer der Ruine der Frauenkirche waren Kerzenreste zu sehen, die von einer – möglicherweise inoffiziellen – Gedenkfeier am Jahrestag stammten. Ein halbrunder und ein eckiger Torso mit großen, leeren Fensterbögen, dazwischen ein riesiger bemooster Steinhaufen; Zeugnisse der Nacht des Infernos, als die »Bomben auf Engeland« mit zehnfacher Wucht zurückkamen.</p>



<p>Till war mit einer Gruppe Studentinnen und Studenten aus Baden-Württemberg unterwegs, die, organisiert vom Marxistischen Studentenbund Spartakus, zur Exkursion ins »Tal der Ahnungslosen« aufgebrochen waren. So der DDR-interne Spottname für Dresden und Umgebung, darauf anspielend, dass man dort das Westfernsehen nicht empfangen konnte. Als die Gruppe mit dem Bus von Nordwesten her in die Stadt hineinfuhr, war der erste Eindruck ziemlich trostlos: große Fabriken und graubraune Mietskasernen mit bröckelndem Putz säumten die holprige Meißner und Hamburger Straße.</p>



<p>Im Zentrum war ein Teil der alten Pracht wiederentstanden: Der berühmte Zwinger, das ausgedehnte Schmuckstück des sächsischen Königsbarock, dessen Wiederaufbau schon 1945 in der Sowjetischen Zone begann und sich bis 1963 hinzog. Die erst zwei Jahre zuvor eingeweihte Semperoper, ein Wunderwerk der Imitation. Die Exkursion war mit einer der raren Führungen durch die Oper verbunden. Die Führerin begeisterte sich für die raffinierten Techniken, die Baumeister Gottfried Semper in den 1870er Jahren ersonnen hatte, um beispiels­weise künstlichen Marmor aus gefärbtem und poliertem Gips herzustellen. Beim Wiederaufbau in den 1980er Jahren hat man diese Techniken in mühsamer Kleinarbeit rekonstruiert und nachgemacht.</p>



<p>Das Deutsche Hygienemuseum feierte gerade seinen 75. Geburtstag und zeigte sich den neugierigen Wessis von seiner schönsten Seite. 1912 war es gegründet worden, um einen Beitrag für die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in den Arbeitervierteln der Großstädte zu leisten. Nun bildeten anschauliche Modelle der Biologie von Mensch und Tier, Exponate aus der Geschichte der Medizin und Schautafeln über aktuelle Probleme der Gesundheits­vorsorge den Schwerpunkt. In zwei lebensgroßen „gläsernen“ Modellen des Mannes und der Frau leuchteten auf Knopfdruck die Lungen blau, das Herz rot, der Magen gelb, der Dickdarm grün auf, und ein feines Geflecht von Adern und Nerven durchzog alle Körperteile. Till lachte: »Diese beiden haben wirklich Nerven aus Draht.«</p>



<p>»Muss man auch haben, wenn einem täglich Hunderte von Menschen überall reingucken«, erwiderte eine Studentin.</p>



<p>Außer dem gläsernen Menschen gab es eine gläserne Kuh und eine auf ein Meter Höhe vergrößerte gläserne Zelle, in der der Zellkern, die Mitochondrien und andere Organellen sich akkurat wie die Blumen in einem Blumenstrauß präsentieren. Aus dem Spielsaal, in dem Kinder im Spiel lernen konnten, wie faszinierend der menschliche Körper aufgebaut und beschaffen ist, drangen die akustischen Manifestationen fröhlichen Lebens.</p>



<p>Der Arbeiter, die Rentnerin und die moderne Kunst – diese Begegnung war auch in der späten DDR eine problematische. Im Albertinum war die X. Kunst­ausstellung der DDR zu sehen – die letzte ihrer Art –, und provozierte täglich solche Begegnungen. Man zeigte zeitgenössische Kunstwerke aus der DDR der letzten fünf Jahre, aber auch Architektur, Mode, Industriedesign, Grafik, Foto­grafie und Karikaturen. Till hatte den Eindruck, dass Bilder und Skulpturen sich erst in jüngerer Zeit aus den Fesseln des »sozialistischen Realismus« gelöst hatten; denn die meisten erschienen ihm recht konkret und angenehm leicht verständlich. Ein typisches, aber auch erschreckendes Beispiel war die 1984 entstandene raumgrei­fende Bronzeskulptur »Der Jahrhundertschritt« von Wolfgang Mattheuer, die das Foyer dominierte: ein Mensch, der fast nur aus zwei Armen und zwei Beinen besteht; der Kopf kaum zu sehen; der rechte Arm zum Hitlergruß erhoben, der linke zur soziali­stischen Arbeiterfaust; das rechte Bein gerade und meterweit nach vorne ausgrei­fend; das linke im Hakenkreuzwinkel, der Oberschenkel senkrecht nach unten, der Unterschenkel waagerecht nach hinten, der Fuß wieder senkrecht nach unten. Ein roter Längsstreifen kennzeichnet es als Standbein eines Generals. Dieser furchtbar lange Schritt nach vorn in die ungewisse Zukunft, ja: Till dachte unbehaglich an das krampfhafte Bemühen der Kommu­nisten, er spürte ihre Anstrengung und Überanstrengung bei dem Versuch, die Geschichte zu bezwingen. »Der große Sprung nach vorn« &#8211; so hatte Mao den aberwitzigen Plan genannt, mit tausenden von Dorfhochöfen China, das Land der Reisbauern, in fünf Jahren zum industriellen Schwergewicht zu machen. Dort war das andere Bein das Bauernbein. In der DDR, erkannte Till, war es das Nazibein gewesen, das sich mit allen Zehen im wilhelminischen Obrigkeitsstaat und im Raubmördertum des Russlandfeldzugs festkrallte, als die Kommunisten versuchten, der deutschen Nation ihren neuen Marsch zu blasen. Dass man die Figur auch als Sinnbild des Totalitarismus sehen konnte, fiel Till erst Jahre später auf.</p>



<p>Das Publikum in Dresden war zahlreich und in auffälliger Weise durch­schnittlich. Als die Westdeutschen sich wunderten, erläuterte Susi, eine Studentin aus Dresden:</p>



<p>»Viele kommen geschlossen mit ihrer Brigade aus dem jeweiligen Betrieb angereist.«</p>



<p>»Ah, der Sozialismus kommandiert die Menschen zur Kunst«, spottete ein bärtiger Schwabe.</p>



<p>Wie auch immer der rote Teppich zwischen Betriebstor und Museumsportal ausgestaltet war, er schien nicht zu bewirken, dass die zeitgenössische Kunst missmutig abgelatscht wurde. Die Besucherinnen und Besucher betrachteten alles aufmerksam, obwohl viele Schwierigkeiten zu haben schienen mit den mal grell­bunten, mal düsteren Farben, in die die Künstler Widersprüche und menschliches Elend zwischen Elbe und Oder gekleidet hatten. Vor dem Bild ## sagte ein älterer Betrachter in abfällig-weltklugem Ton: »Die malt doch nur so, damit sie auch im Westen ausgestellt wird.«</p>



<p>In einem der Säle herrschte ein Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt.</p>



<p>»Gibt’s hier Dresdner Stollen?« fragte Till Susi hoffnungsvoll.</p>



<p>»Nee, hier gibt’s Schmunzelware: Karikaturen.«</p>



<p>Es dauerte einige Minuten, ehe Till zwischen Frisuren hindurch die bissigen Linien und naiven Farben erkennen konnte. Die »Bananenrepublik« etwa: Mitten im Umriss der DDR-Grenzen hockte ein fetter Berliner Bär, verdrückte genüsslich eine Banane nach der anderen und warf die leeren Schalen achtlos rüber in die Bezirke Schwerin, Potsdam, Magdeburg, Halle oder Dresden. Nach dem Berlinjahr 1987 war die begehrte und vermisste Krummfrucht ein gefundenes beziehungs­weise meist nicht gefundenes Fressen für geschundene sächsische Seelen. Eine Karikatur von Willy Moese spießte das zweite D der DDR auf: Ein Konferenztisch, dessen glatte Fläche nach allen Seiten in die senkrechten Fels­wände einer Elbsand­stein­nadel ausläuft. Die Konferenzteilnehmer hängen alle mit den Händen an der Kante, die Füße baumeln verzweifelt überm Abgrund. Der Vorsitzende, der als einziger auf einem Felsensessel sitzen darf, fragt in die Runde: »Wer dagegen ist, den bitte ich um das Handzeichen.«</p>



<p>Till, überrascht über die offene Kritik, stellte später fest, dass die Karikatur im Ausstellungskatalog fehlte.</p>



<p>Eine Diskussion zwischen den westdeutschen Studentinnen und -denten und ihren Dresdener Gastgeberinnen und -gebern an einem Mensatisch der Uni Dresden drehte sich um ein heikles Thema: die Welle an Ausreiseanträgen, die die DDR durchlief und in Atem hielt. Die Dresdener berichteten, dass es nirgends so viele Ausreiseanträge gab wie im Bezirk Dresden, also im »Tal der Ahnungslosen«.</p>



<p>Till wunderte sich:</p>



<p>»Das ist merkwürdig. Ausgerechnet hier, wo der lange Arm von Dallas und Dalli Dalli nicht&nbsp; hinreicht, wollen so viele in den goldenen Westen? Ich dachte, es ist der diskrete Charme der Hollywood-Bourgeoisie, der die Leute anlockt.«</p>



<p>»Dalli Dalli gibt’s nicht mehr. Schon seit zwei Jahren«, wusste eine Schwäbin zu korrigieren.</p>



<p>»Ach so. Ich bin da nicht so auf dem Laufenden. Aber egal, ihr wisst, was ich meine.«</p>



<p>»Vielleicht wird der Westen sogar noch goldener, wenn man weniger Genaues darüber weiß«, vermutete einer der Stuttgarter. »Wenn man die Tagesschau sehen kann, erfährt man ja doch auch mal was über die Arbeitslosigkeit bei uns. Wenn aber hier nur die Aktuelle Kamera darüber berichtet, glauben die Leute vielleicht gar nicht, dass es im Westen Arbeitslose gibt.«</p>



<p>»Oder sie übernehmen die Spießerweisheiten, die wir kennen: Wer arbeiten will, findet auch Arbeit. Wer keine findet, ist arbeitsscheu und so weiter«, ergänzte Till.</p>



<p>Der FDJler Manfred grinste dazu und erklärte das Phänomen so:</p>



<p>»Wir denken, es hat etwas mit der Lebens­qualität zu tun. Es ist tatsächlich so, dass für viele unserer Bürger das Westfern­sehen einen wichtigen Teil des Feierabends darstellt. Unser Fernsehen versucht zwar auch einiges, die Leute zu unterhalten und bei Laune zu halten – aber so gut wie ARD und ZDF das machen, schaffen wir das nicht. Und wenn es das hier in Dresden nicht gibt, werden viele Leute unzufrieden. Wenn sie schon mal dabei sind zu meckern und sich alles schlecht zu reden, fällt ihnen schließlich ein, dass sie auch ganz ‘rübermachen könnten.«</p>



<p>»Was für ’ne schräge Dialektik!« philosophierte Till weiter. »Das Westfern­sehen, die Propagandamaschine schlechthin, hat die Aufgabe, die Leute im Kapita­lismus einzulullen, damit bloß keiner gegen Ausbeutung und Arbeitslosigkeit aufmuckt, und die Fetische der Warenwelt in ihren strahlendsten Farben schillern zu lassen. Aber diese einlullende Wirkung entfaltet es auch in der DDR und stabilisiert dort ungewollt den Arbeiter- und Bauernstaat.«</p>



<p>»Außer hier, im Tal der Ahnungslosen«, ergänzte Manfred.</p>



<p>Als ein Jahr später der Exodus der Ostdeutschen über Ungarn und Warschau die DDR endgültig auf die schiefe Ebene schob, fiel Till ein, dass die witzige Diskussion in Dresden um die Wirkung des Westfernsehens auf DDR-Bürger von der Frage abgelenkt hatte, womit die DDR selbst, aus eigener Kraft und Schwäche, die Zustimmung so vieler Menschen verspielt hatte.</p>



<p>»Zustimmung? Die hat sie nie besessen«, ätzte der Mann mit der schwarzen Nase.</p>



<p>An einem anderen Tag sprach Till Manfred direkt an:</p>



<p>»Sag mal, was hältst du von #Gorbatschow und seiner #Perestroika?«</p>



<p>Manfred zögerte, dann sagte er – und Till glaubte, ein leises Seufzen in seiner Stimme zu hören:</p>



<p>»Ich bewundere seinen Mut. Vieles, was er anpackt, war so lange überfällig. Aber ich fürchte auch, dass er zu weit gehen könnte und der Sowjetunion zu viel auf einmal zumuten, und dass er das große Erbe der Oktoberrevolution aufs Spiel setzt.«</p>



<p>»Ich bin ziemlich begeistert von ihm«, sagte Till. »Für mich war #Kommu­nis­mus immer eine höhere Form von Demokratie. Mit Gorbatschow wird das auf einmal greifbar und konkret. Wann kommt die Perestroika hier in der DDR an und mischt die autoritären Verhältnisse hier ein bisschen auf?«</p>



<p>Manfred lächelte etwas gequält:</p>



<p>»Da tut sich bereits einiges. Aber unsere großen Freunde haben einfach mehr Spielraum für eine Umgestaltung und für offene Kritik. Die DDR steht, wie du weißt, an der Front des Systemwiderspruchs. Alles, was wir hier offen zugeben an Fehlern, das kriegen wir am nächsten Tag von Bild und Tagesschau und Kennzeichen D in doppelter und dreifacher Vergrößerung und Verzerrung aufs Butterbrot geschmiert. Dass sich die Genossen da ziemlich genau überlegen, was sie kritisieren, das kann ich gut verstehen. Allerdings müssen die sowjetischen Genossen auch gut aufpassen, wie gesagt…«</p>



<p>»Du meinst, der Laden kann denen auseinander fliegen? Denkst du, die SU ist so instabil?«</p>



<p>»Das Problem da sind die vielen Nationalitäten. Wir haben ja in Polen erlebt, was passiert, wenn eine nationalistische Sicht und nationale Interessen die Oberhand gewinnen. Die Solidarität der Nationalitäten, der Sowjetrepubliken kann tatsächlich auseinder fliegen. Und was ich mit dem Erbe der Oktoberrevolution meinte, das ist noch was anderes, das ist der Enthusiasmus. Der Aufbau des Sozialismus erfordert so viel Kraft von so vielen Leuten – das ist nur mit Enthusiasmus hinzu­kriegen. Wenn aber ständig alles kritisiert wird, was schon da ist, was man schon geschaffen hat, dann ziehen sich die Leute eher zurück und warten ab, statt selber was anzupacken. An dieser Front hat Gorbatschow gerade arg zu kämpfen.«</p>



<p>»Gorbatschow hat letztes Jahr, wegen dem Jubiläum, ja auch kräftig den Geist der Oktoberrevolution beschworen. Ich habe seine Rede dazu in der U Zet<a href="#_ftn1">[1]</a> gelesen. Da versucht er, den Wind der Oktoberrevolution neu zu entfachen und in seine Perestroika-Segel zu lenken. Also gerade den Aufbruch, das Selber-Anpacken.«</p>



<p>»Ich hoffe ja auch, dass ihm das gelingt, aber viele sind skeptisch. Zu denen, die da sehr abwartend sind, gehört auch unser Genosse Erster Sekretär. Es kann leider sein, dass die Produktion in der Sowjetunion, die Gorbatschow mit neuen Markt-Metho­den steigern will, runtergeht statt rauf. Das würde den Skeptikern Recht geben – zumindest würden die es so deuten.«</p>



<p>»Du meinst die ewigen Stalinisten, die dann sagen können: Das haben wir doch gleich gesagt – Sozialismus ohne Knute, das taugt nix.«</p>



<p>Manfred nutzte das Hinzutreten einer FDJ-Kollegin dazu, das Geplänkel an dieser Stelle abzubrechen. Die beiden besprachen sich über die angekündigte Abendveranstaltung: Ein Kernphysiker sollte über ein weiteres heikles Thema sprechen – die Atomkraftwerke in der DDR.</p>



<p>Der Hörsaal war voll, als der Physiker auftrat – im Publikum saßen Till und die sechzehn Studentinnen und -ten aus Baden-Württemberg. Der Physiker betonte die dank umfassender und volkseigener Planung und Lenkung über jeden Zweifel erhabene Sicherheit der Atomkraftwerke der DDR. Dass das ebenso umfassend und volkseigen geplante und gelenkte Atomkraftwerk von #Tschernobyl in Brand geraten und explodiert war, bereitete ihm argumentative Probleme, zumal er auch nicht so direkt über russische Schlamperei herziehen wollte. Er war nicht zu beneiden bei seinem Eiertanz, doch die Krone setzte er seinen Pirouetten auf, als er allen Ernstes rechtfertigte, dass die Staatsführung der DDR die Bevölkerung der DDR über die Daten der radioaktiven Belastung nach der Katastrophe im Unklaren ließ.</p>



<p>»Die Menschen im Lande«, so dozierte der in diesem Moment hörbar berittene Herr Wissenschaftler, »hätten diese Daten sowieso nicht verstanden.«</p>



<p>Till war einen Moment lang fassungslos.</p>



<p>Da sah er, wie drei Rehen vor ihm ein Mann im Blauhemd aufstand und sich zu Wort meldete – Till erkannte Manfreds krause Haare. Der Dresdener FDJ-Funktionär sagte mit angespannter Stimme:</p>



<p>»Wie können Sie so über demokratische Prinzipien der DDR hinweggehen? Die Bürger der DDR sollen bei so gravierenden Vorfällen in Unwissenheit und Unmündigkeit gehalten werden!?«</p>



<p>Darauf wusste der Schlipsträger am Pult nichts Substanzielles mehr zu erwidern. Till hatte das deutliche Gefühl, mitten in einem Wind zu stehen, der sich gerade drehte.</p>



<p>Auf der Rückfahrt im Bus hörte Till zwei Studentinnen aus Heidelberg zu, die hinter ihm saßen. Die jüngere erzählte von einer Begegnung mit einer Dresdener Kommilitonin:</p>



<p>»Hast du das mitgekriegt? Die FDJ-Studentin, die links neben dir saß… Wie die erzählt hat, wie sie sich von einer offiziellen Kundgebung gedrückt hat?«</p>



<p>»Nee, hab ich nicht mitbekommen. Was denn für ’ne Kundgebung?«</p>



<p>»Weiß auch nicht genau. Dass die DDR ein Land des Friedens ist oder so. Sie jedenfalls war nicht dabei, obwohl eigentlich die ganze FDJ der Uni dort antreten musste. Sie hatte keine Lust dazu und hat sich irgendo versteckt oder so, als alle zusammengetrommelt wurden.«</p>



<p>»Ja, und? Ich hab auch schon mal eine Demo geschwänzt,&nbsp; die eigentlich wichtig war. Sowas passiert halt.«</p>



<p>»Ja, klar. Aber wie sie mir das erzählt hat, war sie richtig stolz darauf. Und dass sie mir das überhaupt erzählt! Die sollen doch uns gegenüber als vorbildliche Aktivisten auftreten. Ich meine diese Doppelmoral. Was die offiziell darstellen müssen, und was die privat meinen und tun, das passt nicht zusammen. Das hat schon was von Betrug, finde ich.«</p>



<p>»Betrug? Ist das nicht eine Nummer zu groß? Wie gesagt, Anspruch und Wirklichkeit, das sind halt bei den meisten Menschen verschiedene Dinge. Warum sollte das in der DDR anders sein?«</p>



<p>»Mich hat dieser Stolz irritiert. Sie ist stolz darauf, dass sie sich das jetzt getraut hat. Früher hat sie sich sowas anscheinend nicht getraut. Und das bei einer von diesen Muster-FDJlern.«</p>



<p>Till hatte den Eindruck, die westdeutsche Linke war ein wenig enttäuscht darüber, dass man sich auf Linientreue und Kampfmoral von FDJlern offenbar nicht mehr verlassen konnte. Der Stolz der FDJ-Studentin schien von ähnlicher Qualität zu sein wie der Stolz eines Kollegen seines Vaters, der es mal wieder geschafft hatte, mit einer Trickserei das Finanzamt um 500 DM Steuereinnahmen zu bringen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; UZ – Unsere Zeit, die Tageszeitung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), bestand als Tageszeitung 1973-1989.</p>



<p><strong> <strong>Teil des Romanprojekts <a href="http://jejko.de/vorwarnzeit" data-type="URL" data-id="jejko.de/vorwarnzeit">»Vorwarnzeit«</a></strong> </strong></p>
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		<title>Vorwarnzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2021 12:22:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorwarnzeit: Tills liberalkommunistische Streiche im Schatten der Meiler und Raketen, nebst einem ABC der Achtziger Jahre in BRD und DDR. Das ist der Arbeitstitel eines literarischen Projekts, das ich 2008 begonnen habe und das 2020 durch ein Künstlerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde. 2010/11 und 2020 habe ich das Projekt in mehreren Autorenworkshops besprochen und &#8230; <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Vorwarnzeit“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p><strong>Vorwarnzeit: Tills liberalkommunistische Streiche im Schatten der Meiler und Raketen, nebst einem ABC der Achtziger Jahre in BRD und DDR. </strong>Das ist der Arbeitstitel eines literarischen Projekts, das ich 2008 begonnen habe und das 2020 durch ein <a href="https://www.mkw.nrw/FAQ_Sofortprogramm">Künstlerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen</a> gefördert wurde.</p>



<span id="more-552"></span>



<p>2010/11 und 2020 habe ich das Projekt in mehreren Autorenworkshops besprochen und aufgrund der Rückmeldungen abgewandelt. Nunmehr sieht es so aus: Die zum Teil autobiographisch geprägte Figur Till Kauz erzählt Anekdoten aus den 1980er Jahren (bis 1990 einschließlich). Till war damals in der westdeutschen Friedensbewegung und nacheinander in zwei Parteien politisch aktiv. Zugleich hat er mehrmals die DDR besucht, im Rahmen von politischen Expeditionen. Der historische Roman lässt daraus eine deutsch-deutsche Liebesbeziehung einschließlich Kind entstehen. Auch diverse andere Lieben liegen auf den verschlungenen Wegen der Heldinnen und Helden. Diese Geschichten werden nicht linear erzählt, sondern bilden eine Art Enzyklopädie der 1980er Jahre, alphabetisch nach Schlüsselwörtern geordnet:</p>



<p><strong><a href="https://jejko.de/vorwarnzeit-81er/" data-type="post" data-id="580">81er</a> | Aachen | Afghanistan | Antifaschisten | Arbeiterklasse | Atomkraft | Atomkriege | Barden | Bauern | Befreiung | Böll | Buchenwald | Chöre | DDR  | Dreiecke | <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit-dresden/" data-type="post" data-id="575">Dresden 1988</a> | Emanzen | Erzgebirge 1981 | Freiheiten | Freundschaftslager | Frieden | Friedenstauben |  Gorbatschow | Hass | Hiroshima | Historiker | Jusos | Kämpfen | Kelly | Kinder | Kohl | Kommunisten | <a href="https://jejko.de/vorwarnzeit-kornelkirschen/" data-type="post" data-id="588">Kornelkirschen</a> |  Leipzig 1990 | Ley-Land 1990 | Liebe | Liebe Leute | <strong>Mauthausen |</strong></strong> <strong>Neue Männer |</strong> <strong>Perestroika | Radio 1988 | Reagan | Revolutionen | Rock&#8217;n&#8217;Rise | Schmidt | Schuhprüfstrecke | Sommerspiele 1980 | Sozis | Stalinisten | Sterne | Tschernobyl | Verdun 1984 | Wälder | Werbefuzzis | Wildnis | Zäune </strong></p>



<p>Manche davon führen nicht zu Anekdoten, sondern zu Essays, die die damaligen Gedanken und Gefühle vieler Akteure beleuchten. Leserin und Leser können die Texte als Hypertext lesen, in einer selbst gewählten Reihenfolge. Dabei stoßen sie auf Abschnitte der Plots und bekommen Hinweise, wo sie die fehlenden Teile finden können. Denn eine von Tills damals gewonnenen Lebensweisheiten lautet: Alles muss man selber machen. </p>



<p><em>Foto: Der Autor mit Freundin beim Ostermarsch Rheinland 1982 in der Nähe von Wegberg (NRW). Fotograf: Siegfried Lustenberger in Arbeiterfotografie</em></p>
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		<title>Leipzig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2020 19:32:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Die kulturell und politisch bedeutende Stadt in Sachsen, an Weißer Elster, Pleiße und Parthe gelegen, habe ich Februar 1990 zum ersten Mal besucht. Damals war sie das Zentrum der ostdeutschen Revolution und Ziel zahlreicher westdeutscher Polit-Touristen. Ich interviewte etliche Aktive, besuchte Veranstaltungen, darunter einen Vortrag von Günter Grass, und erlebte eine Wahlkampfrede von Willy Brandt. &#8230; <a href="https://jejko.de/leipzig/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Leipzig“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Die kulturell und politisch bedeutende Stadt in Sachsen, an Weißer Elster,  Pleiße und Parthe gelegen, habe ich Februar 1990 zum ersten Mal besucht. Damals war sie das Zentrum der ostdeutschen Revolution und Ziel zahlreicher westdeutscher Polit-Touristen.</p>



<span id="more-424"></span>



<p>Ich interviewte etliche Aktive, besuchte Veranstaltungen, darunter einen Vortrag von Günter Grass, und erlebte eine Wahlkampfrede von Willy Brandt. Ich schrieb eine Reportage über diese Tage, die in einem reformkommunistischen Kölner Magazin erschien. In meinem in Arbeit befindlichen Roman <em>#<a href="https://jejko.de/vorwarnzeit/" data-type="post" data-id="552">Vorwarnzeit</a></em> kommen die Leipziger Begegnungen vor.</p>



<p>2009 besuchte ich ein Autorenseminar der Leipziger <a href="https://text-manufaktur.de/startseite-textmanufaktur.html">Textmanufaktur</a> mit dem Literaturagenten André Hille. Es ging um #<a href="http://jejko.de/humor">humoristisches Schreiben</a>, und Stargast war der Schriftsteller Wladimir Kaminer. 2010/11 besuchte ich einen dreiteiligen Autorenworkshop Romanentwicklung mit André Hille und der Lektorin Constanze Neumann. Die Workshops fanden in der <a href="https://www.spinnerei.de/">Spinnerei </a>statt, einer alten Baumwollspinnerei, die heute zahlreiche Künstlerateliers, Galerien und andere Lokalitäten der Kulturszene beherbergt. </p>
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		<title>Publikationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jejko]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2020 22:18:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Quer]]></category>
		<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[Derzeit sind 8 Bücher und 7 Beiträge des Autors Jens Jürgen Korff für Zeitschriften, Online-Magazine oder andere Bücher verzeichnet (dazu kommen rund 140 #Wikipedia-Artikel). Chronologisch geordnet:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Derzeit sind 8 Bücher und 7 Beiträge des Autors Jens Jürgen Korff für Zeitschriften, Online-Magazine oder andere Bücher verzeichnet (dazu kommen rund 140 #<a href="http://jejko.de/wikipedia">Wikipedia</a>-Artikel). Chronologisch geordnet:</p>



<span id="more-352"></span>



<ol class="wp-block-list">
<li>40 Jahre CDU: Wie es begann. Der Padover-Bericht: #<a href="http://jejko.de/aachen">Aachen</a> 1944/45. Hg. v. Seniorat #<a href="http://jejko.de/geschichte">Geschichte</a> &#8230;, RWTH Aachen, und VVN &#8211; Bund der Antifaschisten Aachen 1985 (m. Kurt Heiler u. Michael Propers)</li>



<li>Gramsci in Moskau, Moskau in Gramsci. Ein Denker  »bolschewisiert«  die KPI. In: Utopie und Zivilgesellschaft. Rekonstruktionen &#8230; zu Antonio Gramsci, hg. v. Uwe Hirschfeld u. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_R%C3%BCgemer">Werner Rügemer</a>. Elefantenpress, Berlin 1990</li>



<li>Haferspanien im Vormärz. Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Kreises #<a href="https://jejko.de/waldbroel/" data-type="post" data-id="516">Waldbröl</a> 1836-1848 im Spiegel der Jahresberichte des Landrats Sonoré. In: Blätter zur Oberbergischen #<a href="http://jejko.de/geschichte">Geschichte</a>, Gummersbach 1991 und 1992</li>



<li>Der Umwelt-Ratgeber von A-Z. 1000 Tips und noch mehr Infos &#8211; für eine intakte Umwelt. Dreisam, Köln 1994 (#<a href="http://jejko.de/umweltlexika">Umweltlexika</a>)</li>



<li>Umwelt-Lexikon mit Biss.&nbsp;CED CD-ROM-Verlag, Troisdorf 1997 </li>



<li>Artikel über Entsorgung, #<a href="http://jejko.de/klimaschutz">Klima</a>, #<a href="http://jejko.de/umweltschutz">Umwelt</a> und #<a href="http://jejko.de/naturschutz">Natur</a> in: Harenberg Aktuell &#8217;99-2008. Meyers Lexikonverlag, Dortmund 1998–2007</li>



<li>Stoffwechsel im Meer; Fortpflanzungsstrategien; Jagd und Flucht, Tarnung und Verteidigung; Thun, der Marathonfisch u.a. in: Meere und Küsten. Bd. 16 der Reihe &#8222;Faszination Natur&#8220;, Wissen Media, Gütersloh 2006</li>



<li>Knechte sprechen deutlich: Mehr Freude am Klicken durch bessere #<a href="http://jejko.de/webtext">Texte</a>. In: IX–Magazin für professionelle Informationstechnik <a href="http://www.heise.de/kiosk/archiv/ix/2006/1/120">1/2006</a></li>



<li>Von den Amerikanern lernen heißt Deutsch lernen: #<a href="http://jejko.de/anglizismen">Denglisch</a> in der Werbung. In: Weiter im Text. Praxiswissen aus #<a href="http://jejko.de/werbung">Werbung</a> und PR, hg. v. Fachverband Freier Werbetexter, Stuttgart/Berlin 2006 (<a href="http://www.korfftext.de/lager/Weiter-im-Text.pdf">PDF</a>)</li>



<li>#<a href="http://jejko.de/woerterbuch">Wörterbuch</a> Werbewelsch-Deutsch. korfftext, Bielefeld 2006</li>



<li><a href="http://www.luegen-mit-zahlen.de">Lügen mit Zahlen</a>. Wie wir mit Statistiken manipuliert werden. Heyne, München 2011 (m. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Bosbach">Gerd Bosbach</a>) (#<a href="http://jejko.de/mathematik">Mathematik</a>)</li>



<li><a href="http://www.widersprechen.net">Die dümmsten Sprüche</a> aus Politik, Kultur und Wirtschaft &#8211; und wie Sie gepflegt widersprechen. Westend, Frankfurt 2015 (#<a href="http://jejko.de/dogmenkritiken">Dogmenkritiken</a>)</li>



<li>&#8222;Wir können nicht davon leben, uns gegenseitig die Haare zu schneiden&#8220;: Warum Dienstleister auch ohne Industrie Wohlstand produzieren können. <a href="https://www.heise.de/tp/features/Wir-koennen-nicht-davon-leben-uns-gegenseitig-die-Haare-zu-schneiden-3370203.html">Telepolis 20.2.2015</a> (#<a href="https://jejko.de/dogmenkritiken/" data-type="post" data-id="77">Dogmenkritiken</a>)</li>



<li>Die Zahlentrickser: Das Märchen von den aussterbenden Deutschen und andere Statistiklügen. Heyne, München 2017 (m. Gerd Bosbach) (#<a href="https://jejko.de/mathematik/" data-type="post" data-id="106">Mathematik</a>)</li>



<li>Quellen des Widerstands. Die Welt der Kinder des Sisyfos 1968-1989. Begleitband zu Erasmus Schöfer: Die Kinder des Sisyfos. Dittrich, Weilerswist 2018 (m. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erasmus_Sch%C3%B6fer">Erasmus Schöfer</a> u. Paula Keller) (#<a href="https://jejko.de/geschichte/" data-type="post" data-id="91">Geschichte</a>)</li>
</ol>
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