Dogmenkritiken

Selfie 2015 mit dem komischen Hasenhund

2015 erschien beim Westend Verlag Frankfurt mein Buch »Die dümmsten Sprüche in Politik, Kultur und Wirtschaft«. Es setzt 95 Dogmen wie „Flughäfen sind Jobmaschinen“, „Unser Wohlstand hängt vom Export ab“, „Kapital ist ein scheues Reh“, „Wir können nicht davon leben, uns gegenseitig die Haare zu schneiden“, „Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind“, „Einigkeit macht stark“, „Die Welt ist voller Morden“ oder „Wer A sagt, muss auch B sagen“ einer kritischen Betrachtung aus –

und setzt ihnen am Ende einige freche Antidogmen entgegen: „Flughäfen sind Endlos­schleifen.“„Das Auto ist des Rasers liebste Sünd‘.“ „Wer Weltherrschaftspläne unterstellt, schließt in der Regel von sich selbst auf andere.“ „Es gibt immer eine andere Möglichkeit.“ „Einigkeit macht starr.“ „Vox domini vox galli.“ „Die Welt ist voller Küsse.“ Meine Kritik an Schröders friseur­feindlichem Dogma, das der Autokanzler 2002 im inzwischen stillgelegten Bochumer Opelwerk verkündete, ist bei Telepolis nachzulesen. Es löste dort eine rege Leserdebatte aus. Der Weblog zum Buch heißt widersprechen.net und präsentiert seit 2022 88 Antidogmen, die Glaubenssätze aufmischen können.

Es geht in Buch und Blog um Dogmen, um Glaubenssätze. Das sind Sätze, die scheinbar eine Tatsache feststellen, die niemand bestreiten kann, in Wirklichkeit aber eine Meinung aufstellen. Da es Meinungen sind, kann man sie nicht widerlegen; es sind also keine Lügen. Man kann ihnen aber gepflegt widersprechen und sie so schnell vom Sockel holen. Sie müssen sich dann, wie jede andere Meinung auch, im Meinungsstreit behaupten. Das ist der Sinn meines Ansatzes.

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