Februar 2024 bin ich mit diesem Schild auf eine „Friedensdemo“ in #Bielefeld gegangen, zum 2. Jahrestag des Kriegsausbruchs Russland/Ukraine. Das war ein sehr seltsames Erlebnis, denn viele andere Demonstranten hatten Transparente, auf denen die Fähigkeit von Taurus-Raketen gelobt wurde, tief im russischen Territorium Menschen zu töten. Am Rathaus angekommen, sangen junge Ukrainerinnen und Ukrainer ein Lied zum Ruhm und zur Ehre der Soldaten (ich hab’s mir übersetzen lassen). Anschließend wurde John Lennons Hymne „Imagine“ gesungen. Durch diese absurde Konstellation ist mir das Lied auf einmal verleidet.
Was meine ich mit meiner Parole? Ich fordere, dass EU-Europa, vor allem Finnland und Polen, die Grenzen öffnet für russische Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge, und dass diese Menschen als Vorkämpfer der Humanität geehrt, belohnt und geschützt werden. Mit einem Bruchteil der Mittel, die ein Waffensystem kostet, könnte ein Vielfaches der Wirkung erzielt werden. Denn die Achillesferse der russischen Generäle ist die Knappheit an rekrutierbaren Soldaten. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass sie noch knapper werden. Dafür müssen als erstes alle Kriegsdienstflüchtlinge aus Georgien und Kasachstan in Sicherheit gebracht werden.
Pazifismus muss und kann sich in der Praxis bewähren.
- 1999 gab es in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar eine Veranstaltung für „Schutz und Anerkennung der Deserteure“
- Der internationale Verein Connection hat 2022 einen „Europaweiten Aufruf für Schutz und Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine“ veröffentlicht.
- Zum Antikriegstag 2023 nahm Connection e.V. Stellung: „Es braucht besseren Schutz für russische Kriegsdienstverweigerer*innen„