Schlagwort: Psychologie

7. November 2025

Das Liebesgebot

Nächstenliebe und Feindesliebe von Salomo bis Hüther. Kapitel I meines Buchprojekts „Hilfe – Eine Philosophiegeschichte der Dienstleistung“ (Auszüge). Die biblische Legende vom weisen König Salomo und der Mutterliebe geht so: Zwei junge Frauen kamen einst zum König, weil sie um ein Kind stritten. Beide behaupteten, die wahre Mutter des Kindes zu sein. Salomo ließ sich ein Schwert bringen und urteilte, das Kind solle geteilt werden. […]

4. Juni 2025

Das Wesen des Stolzes

Ein phänomenologischer Diskurs zwischen Jens Jürgen Korff und Rainer Dyckerhoff Der Mannheimer Ingenieur und Philosoph Rainer Dyckerhoff empfahl 2021 in dem Buch »Erkenntnisphilosophie«, auf dem Wege einer fortschreitenden Begriffsbildung das Wesen von Phänomenen zu beschreiben und auf diese Weise wahre Aussagen über Teile der Wirklichkeit zu treffen. Er hat vier Stufen der persönlichen Begriffsbildung definiert: autorelationale Begriffe auf Stufe 1, relative Begriffe auf Stufe 2, individuelle Begriffe auf Stufe 3, wirklichkeitsgemäße Begriffe auf Stufe 4.Anlässlich der Bundestagswahl 2025 versuchen […]

14. Dezember 2024

Trost

Trost ist ein Zwitterwesen: einerseits ein individuelles Gefühl, andererseits eine Kommunikationsform zwischen Menschen. Man kann Trost finden, und man kann Trost spenden. Das Verb »finden« deutet an, dass Trost einer anderen Gefühlskategorie angehört als zum Beispiel Freude oder Ärger. Freude findet man nicht, sie erfüllt einen, so wie eine Rosenduft, den man einatmet. Ärger findet man nicht, sondern man gerät in ihn hinein, so wie […]

10. Februar 2019

Das Ende ist nah. Und wehe, wenn nicht!

2017 ergab eine Studie: Muslime integrieren sich gut in Deutschland; Deutschland schafft sich doch nicht ab. Statt Erleichterung löste die gute Nachricht eine Welle von Wut aus. Warum Apokalypsen so innig geliebt und so verbissen verteidigt werden, untersuchte ich 2019 in diesem Beitrag auf widersprechen.net.

7. November 2013

Warum Männer an den Zufall und Frauen ans Schicksal glauben

Das ist kein Zufall, sondern hängt unmittelbar mit den traditionellen Geschlechterrollen zusammen, die für Männer und Frauen vorgesehen sind. Den Männern bringen ihre Eltern und der Rest der Gesellschaft traditionell bei, dass es ihre Aufgabe sei, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen, ihr Glück zu machen. Zu machen, wohlgemerkt. Den Frauen brachten (und bringen anscheinand noch immer) ihre Eltern und der Rest der […]

23. Mai 2012

Das Gute, das Schlechte und das Böse

Was ist eigentlich das Gute, was ist das Schlechte und was ist das Böse? Einerseits wissen wir spontan meist sehr schnell, was gut und was schlecht ist (den Unterschied zwischen dem Schlechten und dem Bösen lasse ich einstweilen beiseite) – andererseits ist es sehr schwer, die Kriterien abstrakt zu benennen, nach denen wir diese Urteile fällen.