Wasser bricht Stein

Wasser bricht Stein. Tills liberalkommunistische Streiche im letzten Jahrzehnt von BRD und DDR, alphabetisch geordnet. Das ist der Arbeitstitel eines literarischen Projekts, das ich 2008 begonnen habe und das 2020 durch ein Künstlerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.

2010/11 und 2020 habe ich das Projekt in mehreren Autorenworkshops besprochen und aufgrund der Rückmeldungen abgewandelt. Nunmehr sieht es so aus: Die zum Teil autobiographisch geprägte Figur Till Kauz erzählt Anekdoten aus den 1980er Jahren (bis 1990 einschließlich). Till war damals in der westdeutschen Friedensbewegung und nacheinander in zwei Parteien politisch aktiv. Zugleich hat er mehrmals die DDR besucht, im Rahmen von politischen Expeditionen. Der historische Roman lässt daraus eine deutsch-deutsche Liebesbeziehung einschließlich Kind entstehen. Auch diverse andere Lieben liegen auf den verschlungenen Wegen der Heldinnen und Helden. Diese Geschichten werden nicht linear erzählt, sondern bilden eine Art Enzyklopädie der 1980er Jahre, alphabetisch nach Schlüsselwörtern geordnet:

81er | Aachen | Afghanistan | Antifaschisten | Arbeiterklasse | Atomkraft | Atomkriege | Barden | Bauern | Befreiung | Böll | Buchenwald | Chöre | DDR | Dreiecke | Dresden 1988 | Emanzen | Erzgebirge 1981 | Freiheiten | Freundschaftslager | Frieden | Friedenstauben | Gorbatschow | Hass | Hiroshima | Historiker | Jusos | Kämpfen | Kelly | Kinder | Kohl | Kommunisten | Kornelkirschen | Leipzig 1990 | Ley-Land 1990 | Liebe | Liebe Leute | Mauthausen | Neue Männer | Perestroika | Radio 1988 | Reagan | Revolutionen | Rock’n’Rise | Schmidt | Schuhprüfstrecke | Sommerspiele 1980 | Sozis | Stalinisten | Sterne | Tschernobyl | Verdun 1984 | Wälder | Werbefuzzis | Wildnis | Zäune

Manche davon führen nicht zu Anekdoten, sondern zu Essays, die die damaligen Gedanken und Gefühle vieler Akteure beleuchten. Leserin und Leser können die Texte als Hypertext lesen, in einer selbst gewählten Reihenfolge. Dabei stoßen sie auf Abschnitte der Plots und bekommen Hinweise, wo sie die fehlenden Teile finden können. Denn eine von Tills damals gewonnenen Lebensweisheiten lautet: Alles muss man selber machen.

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