Amel

Amel bei Montenau

Die Amel (frz. Amblève) ist ein 93 km langer Fluss in Ostbelgien, ein Nebenfluss der Ourthe (Wikipedia). Sie gehört zum Flussgebiet der Maas. Die Quelle befindet sich in der belgischen Eifel bei Honsfeld, rund 6 km westlich der Grenzhöhe Losheimergraben (Karte), an der auch Kyll und Our entspringen. Die Amel fließt von dort in westlicher Richtung durch die Ardennen, passiert die Orte Amel, Montenau, Ligneuville, die alte Stadt Stavelot, Trois-Ponts, Remouchamps und Aywaille und mündet bei Pont de Scay in die Ourthe. Eine bekannte Attraktion sind die Wasserfälle von Coo bei Trois-Ponts.

Exkursion zur Amel am 19. März 2020

Wasserfälle von Coo bei Trois-Ponts (Karte): die große Stille. Drei einsame Kinder am Rande des gesperrten und menschenleeren Kinderparadieses Plopsa Coo, vor einem geschlossenen Eisgeschäft. Ein Pärchen Motorradfahrer auf dem Parkplatz. Die Treppe zwischen den Wasserfällen hatte ich für mich alleine. Ich hielt meine Jause an einem Tisch der Außengastronomie. Belgische Verhältnisse: Ein Brett des Bodens war durchgebrochen.

Feriendorf Domaine Long Pré bei Stavelot: Ferienreihenhäuser, die wie größere Umkleidekabinen aussehen,und Einzelhäuschen mit A-förmigen Giebelseiten und schräg geneigten Längswänden unter dem übergroßen Zeltdach. Die Amel strömt durch felsige Landschaft. Auf der Straße nach Stavelot Blick über einen einsamen Talabschnitt zwischen bewaldeten Berghängen. Ich parkte etwas waghalsig an der Landstraße und stieg über den bewaldeten Abhang hinunter auf die Überschwemmungsfläche. Das geht besser von Long Pré aus, denn es führt von dort ein Fußweg durch diesen Wald.

Stavelot (Karte): Das Mahnmal an der Abteiruine erinnert an die Opfer eines Kriegsverbrechens, das deutsche Soldaten während der Ardennenoffensive im Dezember 1944 hier verübten, und an die amerikanischen Soldaten, die ihr Leben für die Befreiung von Stavelot opferten. An vielen der kleinen Häuser hängen weiße Karnevalsmasken mit langen roten Nasen, die sog. Blancs-Moussis. Der Karneval an Laetare (Mittfasten), also am folgenden Sonntag, muss wohl dieses Jahr ausfallen. Er ging hervor aus einem Verdikt des Abtes gegen das Fastnachtstreiben der Mönche. Ein junges Pärchen mit Hund, er Afrobelgier, bevölkerte den Platz vor der Ruine der alten Remakluskirche. Seine ständigen Kommandorufe an den jungen und unfolgsamen Hund wurden vom Echo des verbliebenen Torbaus der Kirche und der barocken Abtei zurückgeworfen. Auf dem Marktplatz, der Place St. Remacle, Stille bis auf zwei junge Frauen, die in einem Gässchen verschwanden, und zwei Bauarbeiter auf einem Baugerüst. Die Brücke über die Amel mit einem blauen Gekreuzigten vor aufblühendem Kirschbaum am anderen Ufer. Auf dem Sträßchen den Berg hinauf überholte ich mehrmals einen Rennradler, und er revanchierte sich jedes Mal, wenn ich zum Fotografieren ausstieg, etwa am Gebirgsbach Riveau.

Bellevaux, Ligneuville: Vor Bellevaux ging ich über eine Wiese und einen Feldweg zur Amel hinunter. Ein Nebenbach mündet dort ein, der Feldweg wird von einer Furt unterbrochen. Für die Fußgänger gibt es einen schmalen Steg. An den Uferweiden der Amel hängt ein Schild »Nicht angeln« (auf Französisch). An der Brücke in Bellevaux hängt ein weiteres Schild »La Truite« (»die Forelle«), das auf eine legale Angelstelle hinweist. Offenbar gibt es Forellen in der Amel.   

Montenau: Im Wald zwischen Ligneuville und Montenau angehalten: Überschwemmungsfläche auf einer Auwiese, die von Wanderweg gekreuzt wird. Der Schlamm des Hochwassers war noch zu sehen, der Steg über die Feuchtwiese endete in einem Schlammloch. Drei Wanderer und ich trafen am Steg zusammen. Montenau ist deutschsprachig, die Straßen haben deutsche Namen. Der Vennbahn-Radweg führt durch den Ort, am alten Bahnhof ist eine Pausenstation. Ganz in der Nähe mündet die Emmels in die Amel. Sie unterquert die Straße und bildet auf der Auwiese kurz vor ihrer Mündung einen spiralförmig wirkenden Mäander.

Amel (Karte): Zwischen dem Ort Amel und Montenau windet sich die Amel durch ein weites Tal mit Auwiesen und kleineren Weiden- und Erlengehölzen. Das Gerüst einer ehemaligen Weidebrücke lud mich zum Balancieren über dem munter strömenden Bach ein. An der Kirche von Amel suchte ich einen Ort für die Jause, musste, da es gegen Abend aufgefrischt hatte, aber im Auto bleiben. Währenddessen pilgerten Leute vorbei auf dem Weg zur Bäckerei. Ich hörte im deutschsprachigen Radio der Ostkantone, dass an diesem Tag eine Ausgangssperre verhängt worden war. Ich verließ also Belgien schnellstmöglich über Büllingen zum Grenzort Losheimergraben. Zum Glück ließ sich in den dünn besiedelten Ardennen keine Polizei blicken.

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