Neugier

Begegnung zweier Neugieriger: Tolstoi und Gorki um 1900 (Von Leo Tolstoy’s wife S.A. Tolstoy, gemeinfrei)

Neugier ist die Mutter aller meiner *Recherchen. Jüngst las ich in Maxim Gorkis autobiographischer Schrift „Unter fremden Menschen“ und stieß dort auf ein Buch von Edmond de Goncourt, das Gorki als Jüngling beeindruckte.

Also schlug ich den Wikipedia-Artikel über die Brüder Goncourt auf, stellte fest, dass sie zahlreiche Romane und Biographien über Frauen geschrieben haben, auch über Krankenschwestern, Dienstmädchen und Dirnen, sowie ein vielbändiges gemeinsames Tagebuch, in dem sie von 1851 bis 1896 sämtliche Gespräche mit anderen Literaten detailliert zusammen­gefasst haben, einschließlich ihrer im besoffenen Kopf ausgestoßenen Schmähungen gegen verehrte Kollegen. Das Tagebuch ist erst 2013 auf Deutsch erschienen – ich las eine Rezension von Jens Jessen in der „Zeit“ – und lässt mich ein weiteres Mal verwundert feststellen, wie weit die deutsche und die französische Geisteswelt offenbar immer noch auseinander liegen. Meine Neugier kooperiert und konkurriert zugleich mit meiner *Sorgfalt, denn sogleich begann ich, eine bessere Gliederung des Wikipedia-Artikels über die Goncourts zu planen, was mich davon abhielt, verschiedene andere Fäden weiterzuverfolgen.

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