
Als Student war ich etwa von 1980 bis 1986 in der #Aachener Friedensbewegung aktiv. Wir wollten damals in einer Periode des Kalten Krieges zwischen USA und Sowjetunion die Stationierung neuer Atomraketen verhindern, die, so sagten wir, die Gefahr eines Atomkriegs vergrößerten. Wie Recht wir damit hatten, wurde erst viele Jahre später aufgedeckt:
Stanislaw J. Petrow, Able Archer 83.
1982 habe ich in der Friedensbewegung meine ersten werbewirksamen Texte verfasst: darunter ein Flugblatt, das eine Atombombenexplosion über Aachen simulierte. Es war Bestandteil einer multimedialen Präsentation, zusammen mit einer Tonbandaufnahme und einem Die-in auf der Straße.
Oktober 2006 habe ich anlässlich des 25. Jahrestages der Bonner Großdemonstration für eine Reportage in der „tageszeitung“ rund zehn Zeitzeuginnen und -zeugen der Aachener Friedensbewegung interviewt.
2011 habe ich den Wikipedia-Artikel „Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten 1981“ stark ausgebaut. Am 10. Oktober 2011, dem 30. Jahrestag der Demo, war dieser Artikel Wikipedia-Artikel des Tages.
2013 habe ich in *Bonn ein „Veteranentreffen“ von ehemaligen Aktivisten der Friedensbewegung veranstaltet. Dazu das Weblog Friedenstauben1983.
2014 wurde ich vom Bielefelder Kanal21 als Zeitzeuge der Friedensbewegung interviewt. Der Film ist noch online.
2015 durfte ich als „Friedensveteran“ in einem WDR-Fernsehbeitrag über die Adenauerallee in Bonn auftreten, der 2021 wiederholt wurde. In Minute 30-33 geht es um die Friedensdemos im Bonner Hofgarten.

Februar 2024 bin ich mit diesem Schild auf eine „Friedensdemo“ in #Bielefeld gegangen, zum 2. Jahrestag des Kriegsausbruchs Russland/Ukraine. Das war ein sehr seltsames Erlebnis, denn viele andere Demonstranten hatten Transparente, auf denen die Fähigkeit von Taurus-Raketen gelobt wurde, tief im russischen Territorium Menschen zu töten. Am Rathaus angekommen, sangen junge Ukrainerinnen und Ukrainer ein Lied zum Ruhm und zur Ehre der Soldaten (ich hab’s mir übersetzen lassen). Anschließend wurde John Lennons Hymne „Imagine“ gesungen. Durch diese absurde Konstellation ist mir das Lied auf einmal verleidet.
Was meine ich mit meiner Parole? Ich fordere, dass EU-Europa, vor allem Finnland und Polen, die Grenzen öffnet für russische Deserteure und Kriegsdienstflüchtlinge, und dass diese Menschen als Vorkämpfer der Humanität geehrt, belohnt und geschützt werden. Mit einem Bruchteil der Mittel, die ein Waffensystem kostet, könnte ein Vielfaches der Wirkung erzielt werden. Denn die Achillesferse der russischen Generäle ist die Knappheit an rekrutierbaren Soldaten. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass sie noch knapper werden. Dafür müssen als erstes alle Kriegsdienstflüchtlinge aus Georgien und Kasachstan in Sicherheit gebracht werden.
Pazifismus muss und kann sich in der Praxis bewähren.